Sonntag, 6. Mai 2018

Superseelsorgeeinheiten, ein Rückblick auf ein halbes Jahrhundert

Wir erleben in D seit Jahrzehnten,wie die "Gemeinde, die Gemeinde" gefeiert, hofiert und als Träger sämtlicher christlicher Tugenden angesprochen wird, und was erleben wir?
Aussterbende Gemeinden, fehlende Priester, fehlende Gläubige.
 Aus der Statistik der örtlichen Pfarrei "45 Beerdigungen, 10 Taufen, 1 Eheschließung"
Weiter haben all diese Leute, die seit Jahren das Loblied der Gemeinde singen, offensichtlich keinerlei Probleme damit selbige zugunsten der Superseelsorgeeinheiten aufzulösen.
Da es bei uns auch am Horizont dräunt, und man hochoffiziell davon träumt, das die verbliebenen Restgemeinde, die man halt aus geografischen Gründen nicht soooo einfach mit den anderen, ebenfalls verbleibenden Restgemeinden, verschmelzen kann von einem Team aus engeagierten Laien geleitet werden soll.
Wenn ich mir überlege, wir jedes mal händeringend die Kandidaten für den PGR gesucht werden, frage ich mich, woher die Laien kommen sollen, die für Liturgie, Diakonie und wasweißichwas zuständig sein sollen.
Mein Mann sagt zu dem Thema nur "Ich kapiere einfach nicht, wie die daruf kommen dass es Priestermangel gäbe. Für die paar verbliebenen echten Gläubigen haben wir doch üppig Priester."


Dieser Text ist ein richtig alter Text von mir selber, vor über 5 Jahren geschrieben und dann nicht zuende gebracht.

Mittlerweile haben wir sie, die Superseelsorgeeinheiten, und wie seit über einem halben Jahrhundert so üblich wurde auch dieser Niedergang feierlich gefeiert, großes Fest, mitreisende Reden, alles wird besser, schöner, toller und die engagierten Laien, die machen auf dem Zahnfleisch,. aber das macht ja nix,
Heute in der Messe war da ein Pfarrer, zwei Diakone, einer im Amt,. der andere in der Bank und bei der wahnsinnig hohen Zahl von zur Kommunion eilenden, von maximal 100 Personen (gut und hoch geschätzt) ist natürlich völlig klar, dass man da noch eine Kommunionhelferin braucht (das ist ironisch gemeint, und man muss es ja heutzutage extra hinschreiben)
Gleichzeitig bemühte sich der Diakon in der Predigt, dem lauschenden Volk die gar nicht vorhandenen Ängste zu nehmen,. mitsamt gekonntem Seitenhieb, gegen die Frommen, lieblos wären die, und uns zu erklären, dass alles, alles gut würde und man es ja nicht nötig habe in die Messe zu kommen, weil Gott ja alle Menschen retten will und das auch tun wird, egal was die so glauben.

Man fragt sich dann schon, warum man selber sich mit sich selber und dem lieben Gott abmühen soll, weil ja eh alles, alles gut und schön wird, und, so erklärte der Diakon dem lauschenden Publikum (äh den lauschenden Gottesdienstbesuchern) dass die Welt ja so richtig gut und schön und toll und voller Liebe sei, ja die Weisheit der Welt sei die Liebe Gottes. Dumm nur, dass es in der Fortsetzung des Evangeliums von heute, das ist der Text der gestern dran war, ganz anders gesagt wird.
Aber so könnte man resigniert sagen, was interessiert so einen Theologen schon was in der Schrift steht?

Ich muss ehrlich sagen, ich versteh unserer Kirchenleitungen immer weniger, man hat nun die letzte wirklich schöne Kirche hier in der Gegend, die, trotz aller Umbauten und Erweiterungen fast 1250 Jahre durchgehend, als Kirche, genutzt wird, nun einer "Sanierung" unterzogen, was das Ergebnis angeht, so hat man einfach das Gefühl,. es gehen, für den Geschmack der Planer immer noch zuviele Leute in die Kirche, anders lässt sich das Ergebnis nicht erklären.

Davon nochmal abgesehen, hat mir neulich einer der sich auskennt, mitgeteilt, dass es Anweisung von "Oben" gibt, dass unsere Superseelsorgeienhit mit der nun alles im besser, schöner und toller wird, wir erinnern uns vielleicht noch an den Slogan "Umbruch im Aufbruch" von dem mittlerweile emeritierten Erzbischof mindestens 35% ihrer Immobilien veräußern soll und muss, weil naja, es halt doch nicht immer besser, schöner, toller wird und die Volksmassen genau nicht strömen,  allem Gerde, dass sich schon mein ganzes Leben lang über mein armes Haupt ergießt, zum Trotz.

Manchmal denke ich, das eigentlich schlimme ist die Salamitaktik mit der vorgegangen wird, wenn man z.B meine Heimatgemeinde, damals im Jahre des Herrn 1970 als der ganze nachkonziliare modernistische Kram in Gestalt der frischgeweihten Kaplans und der ganz neu der Pfarrei zugeteilten Gemeindereferentin bei uns ankam, per Zeitreise in das Jahr 2018 versetzt hätte, die wären entsetzt gewesen. Aber da genau das nicht möglich ist, und man den Leuten die gewarnt hatten, das Prädikat "Unheilspropheten" umgehängt hat, so hat man sich schon damals darauf eingelassen, dass es genau dann in  der Kirche besser wird, wenn die alten, dummen, rosenkranzbetenden, vernagelten, bigotten und scheinheiligen  alten Weiber endlich aufhören da zu sein und so müht man sich, seit dieser Zeit, nach Kräften genau die zu  vertreiben, was recht gut gelingt, allerdings kommen die, von denen man gerne hätte, dass sie kommen einfach nicht, egal wie verhässlicht man die Kircheninnenräume gestaltet und wie sehr man das Evangelium verbiegt.


Mit solcherlei Gedanken saß ich also in der Kirche, schwankend zwischen Ärger und dem Versuch die alte Schülertugend des einfach nicht Zuhörens zu reaktivieren kam es dann zur Wandlung, und plötzlich, genau passend, malte die durch die Fenster scheinende Sonne ein Kreuz an die Wand und zwar da, wo man, wenn man es den gewollt hätte, einen Hochaltar platziert hätte.

Es hat mich getröstet, war es doch wie ein Zeichen vom lieben Gott, dass er noch da ist und lebt und schon dafür sorgen wird, dass seine Kirche sein Kreuz nicht verleugnen kann.

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