Mittwoch, 16. Mai 2018

Fundstück gegen die Hoffnungslosigkeit

Die Hoffnung stirbt zuletzt, so lautet ein bekanntes Sprichwort.
Guckt man sich ein bisschen in der Kirche hierzulande um, so hat man das Gefühl, die Hoffnung liegt schon länger in den letzten Zügen und ja das ganze Geschwalle der unmittelbaren Nachkonzilszeit von dem neuen Frühling, dem Aufbruch usw, das dünkt selbst der eifrigsten,  sich in pseudoliturgischen Gewändern in den berühmten drei Metern um den Altar drängenden, beständig die Gemeinde mit "deutenden Worten" aus dem verdienten Kirchenschlaf  reißende Patoralssistenten unrealistisch, viel zu bombastisch.
Andererseits auch das Lamento deswegen das begleitet uns nun auch schon seit über 50 Jahren und um es mal einfach plump zu sagen, "Wir sind immer noch da!"

So komm ich langsam, aber sicher zu der Überzeugung, es ist der Zustand des Christen, dass er "von allen Seiten bedrängt wird, und doch noch Raum findet" wie es ein gewisser Paulus vor knapp 2000 Jahren formulierte.



Ab und an scheint es Zeiten zu geben, wo es die einzelnen Christen vielleicht etwas einfacher hatten, wo die Kirche sich konsolidieren konnte, sich sammeln konnte, um dann wieder vor Probleme gestellt zu werden, die sich so auftürmten, dass darob die Kirche schier vor die Hunde ging, wobei es immer wieder der Hund war, der starb, wie Chesterton einmal feststellt.

Es ist wohl mit der Kirche wirklich wie mit dem Sauerteig den man fürs Brotbacken nimmt. Sauerteig ist nichts anderes, als ein Rest Brotteig, der in einem Gefäß vor sich hingammelt (durchsäuert) so dass er am Ende ganz seltsam riecht und den man dann unter das Mehl mischt, so dass der ursprüngliche Sauerteig nur noch ganz verdünnt und wie fast aufgelöst ist, aber dennoch seine Aufgabe erfüllt.
So wird wohl im Plan Gottes, wenn die Kirche mehr oder weniger in sich geschlossen vor sich hin lebt und im eigenen Saft kocht, das die Zeit sein, wo der Sauerteig Kraft erhält und irgendwann wird dann die Kirche in die Welt gerührt, damit deren Brot gut wird, Hat sich dann wieder mal ein Zeitabschnitt erfüllt, ist also das Brot gebacken, dann wird ein Rest gesammelt der in sich abgeschlossen, ganz durchsäuert um dann wieder in das Mehl der Welt gemischt zu werden. All das braucht, wie der Bäcker früher wusste, die rechte Zeit und das rechte Maß. Lässt man den Sauerteig zu kurz gären, hat er nicht genug Kraft das Mehl aufzuschließen, lässt man ihn zu lange im Kühlschrank vor sich hin gären, so wird er hart und hat auch keine Kraft mehr..
Es reicht zwar wenig Sauerteig (eine Handvoll)  für viel (1 kg) Mehl, aber dennoch muss auch das im rechten Verhältnis stehen.
Und ich denke von daher, der Heilige Geist der weiß schon was er macht, und vor allem wann er was macht, und dass man mit rein innerweltlichen Methoden das Gebot Christi, der will,. dass alle Menschen gerettet werden, indem sie zum Glauben an ihn gelangen, nicht erfüllen kann und genau das sollte uns auch gelassen machen, angesichts aller Probleme.

Jedoch  denke ich  nicht, dass der liebe Gott will, dass wir den jeweiligen Problemen mit dem berühmten, "Kann mer mache nix, muss mer gugge zu" begegnen soll., nein, ich denke wir sollten schon, so wir können,  versuchen diese zu lösen, und dazu die allererste und wichtigste Voraussetzung der Lösung nicht übergehen, die besteht nämlich darin, das Problem zu benennen.

Und dieses Benennen der Probleme versuchen wir, als Chronisten des derzeitigen Pontifikats, hier auf diesem Blog zu tun und zwar genau um dadurch mitzuhelfen dass die Kirche das tun kann, was JPII wollte, nämlich auch im dritten Jahrtausend zu bestehen, erneut auf den See hinausfahren, und obwohl alles so hoffnungslos erscheint, obwohl man alles versucht hat, was menschenmöglich ist, die Netze erneut auszuwerfen und zwar nicht, weil man sich in paradoxer Intervention versucht, nicht weil man fatalistisch geworden ist, sondern weil ER, Christus, es gesagt hat. Und um zu hören was Christus sagt, muss man zuallererst beten.

Inspiriert zu diesem Beitrag hat mich der Artikel von Pfarrer Winfried Abel auf kath.net hier klicken

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