Montag, 9. Oktober 2017

Kardinal Bagnasco: Europa muß neu evangelisiert werden

A. Gagliarducci in Monday in the Vatican
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"DIE EUROPÄISCHE KIRCHE STARTET EINE NEUEVANGEKISIERUNGS-MISSION"
"Möge die Stimme Jesu in Europa zurückkehren" Die Schlussbotschaft der Vollversammlung des Rates der Europäischen Bischofskonferenz (CCEE), die sich vom 27.9. bis 1.10.in Minsk versammelt hatte, hat die Christliche Missionierung Europas erneut gestartet.
Zu dieser Entscheidung kam es nach einer stillen Paradigmen-Verschiebung, sich auf das Evangelium zu stützen, die vor einiger Zeit stattfand . Diese Verschiebung hat einen Hauptprotagonisten: Kardinal Angelo Bagnasco.

Bagnasco, Erzbischof von Genua und- bis zum Mai- Präsident der Italienischen Bischofskonferenz wurde im September 2016 zum Präsidenten der CCEE gewählt. Seit eniger Zeit hat er den Standpunkt entwickel, daß die Evangelisierung erneut von Europa aus beginnen sollte. Seit er CCEE-Präsident wurde, hat er fortwährend betont, daß "Europa seine Mission in der  Geschichte nicht ausgeschöpft hat", obwohl er auch erklärt, daß Europa nicht das Maß aller Dinge sein kann.

Die Versammlung in Minsk war die erste Vollversammlung, der er vorstand. Zu dieser Überzeugung ist Kardinal Bagnasco ist duch ein genaues Sudium der Quellen gelangt. In seiner Antrittsrede zitierte der Kardinal den Philosophen Georg Philipp von Hardenberg- bekannt als Novalis- der 1799 schrieb " sollte Europa sich selbst ganz von Christus lösen, würde es enden" und er erinnerte die versammelten Bischöfe daran, daß der jüdische Philosoph Karl Löwith betont hatte, daß der Begriff der Veränderlichkeit aus dem Christentum stammt nicht aus der Renaissance.

Schaut man auf die Quellen, ist das nicht nur akademisch. Man braucht Quellen, um zu beweisen, daß das Konzept Europa nicht bestehen kann, wenn es vom Christentum getrennt ist. Quellen sind nützlich, um zu sagen, wie Europa in seinen Wurzeln wirklich christlich ist, wie es seine Städte, Kathedralen und traditionelle Kultur zeigen.
Das kann jedoch alles nicht als Teil eines Kulturkampfes angesehen werrden, wie viele glauben wollen. Auf die Quellen zurück zu schauen, bedeutet einfach nur, Verdienst und Rolle des Christentums im Aufbau der europäischen Gesellschaft anzuerkennen.
Die wahren Wurzeln der europäischen Krise liegen wahrscheinlich in seinem säkularen Verlangen. das Christentum aus der Geschichte zu löschen.





Kardinal Bagnasco hat das Thema vor langer Zeit identifiziert. Er ist der Bischof von Genua, einer Stadt, deren Kathedrale dem Hl. Lorenz geweiht ist, einem Märtyrer, der lieber sterben wollte, als das Heidentum zu akzeptieren.
Als ernoch nicht CCEE-Präsident war, hatte er am Fest des Hl. Lorenz eine Predigt gehalten, die-wenn man zurückschaut- als eine Art Programm seiner CCEE-Präsidentschaft betrachtet werden kann.

Bagnasco sagte, daß Christen auch heute Märtyrer sind. Sie sind es wegen der bereits erlebten blutigen Vorfälle, aber auch wegen anderer Formen der Verfolgung "ausgeklügelt, aber deshalb nicht weniger grausam, legalisiert aber deshalb nicht weniger ungerecht."
Er zeigte auch mit dem Finger auf ein Europa, "das das Christentum als spaltend ansieht" und auf eine Welt, die "im Namen von Werten wie Gleichheit, Toleranz und Recht" das "Christentum marginalisieren" und eine "Welt ohne Gott etablieren möchte".

DasThema einer Welt Ordnung ohne Gott wurde eine Art Leitmotiv seiner CCEE-Präsidentschaft.
Als er am Ende des CCEE-Symposiums junger europäischer Führer in Barcelona im März mit der ACI-Stampa-Nachrichtenagentur sprach, unterstrich Bagnasco, daß "das Zweite Vaticanische Konzil, ein wirklicher Frühling in der Kirche, dann auf die Kulturrevolution von 1968 traf."

Diese Demontage -behauptete der Kardinal- "machte den Menschen sogar noch individualistisher und weniger mit anderen verbunden, also immer einsamer. Meiner Meinung nach," fuhr er fort" kam es nicht zufällig zu diesem Prozess auf einen starken Individualismus hin. Meiner Meinung nach ist er Teil einer Strategie, weil er-solange die Demontage der westlichen Kultur weitergeht-er das Individuum weiter -im Namen von Freiheit und purer Autonomie weiter isoliert. So macht man Menschen schwach. Und eine Gesellschaft schwacher Menschen ist eine schwache Gesellschaft.Wer profitiert davon? Jemand tut es,"schloss er.

Er fügte hinzu, daß dieser "pragmatische Nihilismus" mit dem Ziel "kultureller, politisher und vor allem wirtschaftlicher Hegemonie" verfolgt werde.

Das ist Kardinal Bagnascos Kernthema und es ist ein tiefgehendes. Er schaut auf Ideen anstatt auf Atworten auf Probleme, die von Zeit zu Zeit auftauchen. Für Kardinal Bagnasco reicht es nicht, zu reagieren-z.B. auf die Pro-Euthanasie-Gesetze, die sich schnell in der Welt verbreiten, oder auf Gesetzesentwürfe, die darauf zielen, die Religion aus der Gesellschaft zu tilgen, oder auf Terrorakte.

Dieser Zugang ist weitsichtiger, wie der Blick auf verschiedene Initiativen beweist, z.B: das Katholisch-Orthodoxe-Forum, das die CCEE jedes Jahr organisiert. In diesem Jahr fand es in Paris statt, in Frankreich, einem Land, das vor einem Jahr durch Terror-Angriffe mit vermutlich religiöser Motivation-erschüttert wurde.

Diese Antwort des Forums auf diese Terrorismus-Krise fand ihren Schluss, alls ein 14-Punkte-Dokument veröffentlicht wurde. Das Dokument ruft die Bedeutung der Religionsfreiheit in Erinnerung, erklärt, wie Religionmsfreiheit sowohl mißverstanden - als auch auf eine bloße Redefreiheit reduziert wird, während es auch die religiöse Unbildung beklagt, die eine Folge einiger Formen des Säkularismus ist.

Dieses neue Zugehen geht das Thema einer "Weltordnung ohne Gott" an, ein Programm, das entworfen wurde, um erneut eine auf die Verkündung des Evangeliums konzentrierte christliche Mission zu starten.

Dieser neue Zugang erreichte in Minsk seinen Höhepunkt. Keine andere Auswahl ...könnte symbolischer für die CCEE sein als Minsk. Weißrußland ist ein Brückenland: es ist mit Rußland verbunden, auch weil seine eigene Orthodoxe Kirche nicht autokephal ist, sondern vom Moskauer Patriarchat anhängig. Während zur selben Zeit, Erzbischof Tadeusz Kondrusiewicz , der erzbischof von Minsk, gleichzeitig der erste römisch-katholische Erzbischof von Moskau war und unermüdlich daran arbeitete, Verbindungen zwischen den Seelen der Stadt aufzubauen.

Das ist es, warum Minsk Europäische Themen so gut verkörpert: die Notwendikeit eine Sowjet-Mentalität zu überwinden, die immer noch viele Länder in Osteuropa betrifft; die Aufmerksamkeit, daß Osteuropa tatsächlich der Ort ist, an dem die Zukunft des Christentums liegt, weil Glaube und ... dort von der Säkularisierung nicht völlig ausgelöscht worden sind.
Statt dessen wurde der Glaube in Weißrußland stärker, wegen vieler Jahre eines staatlich aufgezwungenen Atheismus und der Notwendigkeit einen ökumenischen Dialog weiterzuführen, der immer noch die einzige Antwort auf Nationalismus ist, wird dort anerkannt.

Bischöfe in Europa verstehen dieser Herausforderungen sehr gut. Aber Kardinal Bagnasco ist wahrscheinlich deram besten qualifizierte Mann, um sie zusammen zu fassen.

Unter seiner Führung konzentrierte sich das Hauptthema der Vollversammlung mehr und mehr auf die Verkündung des Evangeliums konzentrierte. Die Evangelisierung wurde nicht einfach als Thema der Vergangenheit beiseite geschoben; das ist einfach nicht wahr.
Aber die Evangelisierung hat durch Kardinal Bagnasco an Schwung gewonnen, weil sie als  Diskussionthema eine Brücke zwischen dem soziologischen  und dem theologischen Zugang zu den aktuellen Problemen Europas bildet.

Ein anderes Beispiel: das Thema "junge Leute" wurde bei der CCEE-Versammlung diskutiert und Kardinal Bagnasco hat-gemeinsam mit den CCEE-Vizepräsidenten Kardinal Vincent Nichols und Erzbischof Stanislaw Gadecki- das Ergebnis der Diskussionen präsentiert.

Während der Pressekonferenz präsentierte Kardinal Nichols eine Momentaufnahme der heutigen Situation der Jugend in Europa und kommentierte, daß man den jungen Menchen zuhören müsse, während Erzbischof Gadecki sagte. daß sich alles auf die Liebe Gottes fokussieren sollte.
Kardinal Bagnasco hatte das letzte Wort.

"Das Hauptproblem für junge Mensche" sagte er, "sind die Erwachsenen." Er erklärte, daß junge Leute mit Erwachsenen in einem Konflikt stehen, der sich "vollständig von der Kulturrevolution von 1968 unterscheidet."
Zu der Zeit verwarfen die jungen Leute die Welt der Erwachsenen und alle ihre Institutionen.", während sie heute "Erwachsene nicht radikal ablehnen, die auf ihrer Seite sind- ganz gleich ob Eltern oder Klerus. Wenn es Groll gibt, dann weil sie die Erwachsenennicht an ihrer Seite sehen, ob Eltern oder Kirchenmänner"

Das ist die Wahrnehmung an der Basis der neuen Christenmission in Europa. "Über Gott sprechen" -die erste Botschaft, ist jetzt wieder grundlegend, weil Europa nur durch eine reale Evangelisierung in der Lage sein wird,seinen Weg zurück zu finden. Und Kardinal Bagnasco ist überzeugt, daß das die Mission ist."

Quelle: Monday in the Vatican, A. Gagliarducci

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