Mittwoch, 9. August 2017

Die blühenden Kirchen in Osteuropa- unsere Hoffnung.....

Sandro Magister kommentiert bei Settimo Cielo eine Studie des Pew-Research-Centers über den Zustand der Katholischen Kirche und anderer Konfessionen in Ostereuropa.
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"DIE OSTKIRCHEN, EIN DORN IM FLEISCH DES PAPSTES"

Religiöse Mehrheiten in Zentral- und Osteuropa*

"Osteuropa ist ein Dorn im Fleisch von Papst Franziskus´ Pontifikat und es gibt viele verschiedene Fakten, die das beweisen.
Bei der Doppelsynode zur Familie, gehörten die Bischöfe aus Osteuropa zu den resolutesten Verteidigern der Tradition, beginnend mit dem Generalrelator der Ersten Sitzung, dem Ungarn Péter Erdö, u.a. Autor einer sensationellen öffentlichen Verurteilung der Verstöße durch die Reformfraktion, die klar vom Papst unterstützt wurde.
Nach der Synode war Osteueropa dann wieder Quelle der restriktivsten Interpretationen des päpstlichen Dokumentes "Amoris Laetitia". Die polnischen Bischöfe waren besonders darin einig, eine Anwendung des Dokumentes in perfekter Kontinuität mit der uralten Kirchenlehre -von ihrem Ursprung bis zu Johannes Paul II und Benedikt XVI zu verlangen.
Die Bischöfe der Ukraine, wo 10% der Bevölkerung katholisch sind- sind auch unter den entschiedensten Gegnern  der Brüche mit der Traditionen auf dem Gebiet von Ehe, Buße und Eucharistie. Aber außerdem haben sie nicht versäumt, die pro-russischen Standpunkte von Papst Franziskus und des Hl. Stuhls bzgl. des aktuellen Krieges in ihrem Land heftig zu kritisieren, einen Krieg, den sie als Aggression von niemand anderem als Vladimir Putins Rußland erleben.



Die Umarmung des Papstes mit dem Moskauer Patriarchen Kyrill auf dem Flughafen von Havanna am 12. Februar 2016-verbunden mit der von beiden unterzeichneten Erklärung war auch ein kraftvolles ELement für Reibungen zwischen Jorge Mario Bergoglio  und der Katholischen Kirche der Ukraine, die sich ungerechterweise auf dem Altar der Wiederversöhnung zwischen Rom und Moskau geopfert fühlt.
Der Tod Kardinal Lubomyr Husars, am vergangene 31. Mai , des vorigen Groß-Erzbischofs der Griechisch-Katholischen Kirche in der Ukraine, hat die Aufmerksamkeit auf diese hochprofilierte Persönlichkeit  zurückgelenkt, der fähig war, eine Kirche spirituell wieder aufzubauen, die aus Jahrzehnten der Verfolgung, ohne jede  Art von Konzessionen an die diplomatischen Rechnungen in Verbindung mit Moskau und seinem Patriarchat hervorging aber während des Pontifkates von Franziskus wieder in den Vorderrgrund rückte.

Husars Nachfolger, der junge Sviatoslav Shevchuck ist Bergoglio von früheren pastoralen Aktivitäten in Argentinien gut bekannt. Aber er ist auch einer der geradlinigsten Kritiker des aktuellen Pontifikates, sowohl auf politischem als auch auf pastoralem Gebiet,

Und "es war sicher kein Zufall", daß Papst emeritus Benedikt XVI vor drei Wochen beim Tod seines Freundes Kardinal Joachim Meisners, dem unüberwindbaren Bischof von Berin während des kommunistischen Regimes " schrieb, daß der letzte Besuch zu seinen Lebzeiten der bei einem Glaubenszeugen war" einem litauischen Bischof,dessen Seligsprechung gefeiert wurde, einem der zahllosen Märtyrer der Kommunismus in Osteuropa, die heute Gefahr laufen, in Vergessenheit zu geraten.

Vor diesem Hintergrund erhebt sich natürlich die Frage: wie ist der Gesundheitszustand des Katholizismus in dieser Region Europas, der in anderen Gebieten der Welt und besonders im benachbarten Westeuropa in ernstem Niedergang ist?

Diese Frage ist ausführlich -wenn auch in rein theologischen Termini -in einem umfassenden Überblick des Pew-Research-Centers in Washington beantwortet worden, dem vielleicht verläßlichsten Barometer für die Präsenz einer Religion in der Öffentlichkeit weltweit.

Diese Untersuchung betraf speziell die Länder Osteuropas- von denen fast alle in der Vergangenheit kommunistischen Regimes unterworfen waren. Und die erste verblüffende Tatsache ist bei fast allen die Wiedergeburt eines starken und weitverbreiteten Gefühls für Religionszugehörigkeit, das bei den Orthodoxen- der deutlichen Mehrheit im Gesamtgebiet- mit einem seltenen Besuch an der Sonntagsliturgie einhergeht, während es bei den Katholiken von einer erheblichen Beteiligung an der Messe begleitet wird:
in Polen gehen z.B. 45% sonntags zur Messe, in der Ukraine 43%, während in Russland nur 6% der Gläubigen Orthodoxen Glaubens an der Sonntagsliturgie teilnehmen.

Die Tschechische Republik hat die Hauptlast des Staats-Atheismus getragen, der zu einer älteren antikatholischene Feindseligkeit hinzukam, der auf den Hus-Protestantismus zurückgeht und auf die folgende, von den Habsburgern aufgezwungene Gegenreformation, was dazu führte, daß in diesem Land volle 72 % der Bevölkerung sich selbst als keiner Art religiösen Glaubens zugehörig erklären. Aber auch hier liegt bei den Katholiken, die 5 % der Bevölkerung ausmachen, die Sonntagsteilnahme auf alle Fälle bei 22% - mehr oder weniger wie in Italien und erheblich höher als in Deutschland, Frankreich oder Spanien, um Belgien und Holland gar nicht zu erwähnen.

Das selbe gilt für Bosnien, wo es sehr wenig Katholiken gibt, gerade 8%, aber am Sonntag sind unglaubliche 54 % von ihnen in der Kirche.

Es lohnt sich, die ganze Recherche des Pew-Research-Centers zu lesen, wegen des Informationsreichtums, den sie anbietet. Aber hier genügt es, darauf hinzuweisen, daß die Katholiken Osteuropas sich nicht nur durch zahlreicheres Praktizieren der Religion unterscheiden, sondern auch durch eine kontrastierende geopolitische Vision.

Während unter den Orthodoxen Russland als natürliche Bastion gegen den Westen betrachtet wird und breite Zustimmung findet, stehen die Katholiken Russalnd sehr viel kühler gegenüber , besonders in der Ukraine und in Polen, das viel stärker zu einer Allianz mit den USA und dem Westen neigt.

Weitere Unterschiede kann man im Orthodoxen Lager auch zwischen denen finden, die wie in Russland den Patriarchen von Moskau als höchste hierarchosche Autorität der Orthodoxie anerkennen und jenen, die mehr für den Patriarchen von Konstantinopel stimmen als den von Moskau, wie in z.B. in der Ukraine, mit 46% der Orthodoxen für den einen und nur 17% für den anderen.

Zu Ehe, Familie, HS und verwandten Themen stellt sich mindestens die Hälfte der Katholiken auf die Seite der traditionellen Positionen der Kirche. Und die große Mehrheit der Gesamtbevölkerung - mit der eingigen Ausnahme der Tschechischen Republik- ist gegen die Anerkennung der gleichgeschlechtlichen Ehe.

Aber wenn man die Daten auf Altersgruppen herunterbricht, ist es leicht zu zeigen, daß die jungen Leute zunehmend die permissive Mentalität annimmt, die in Westeuropa -einschließlich der Katholischen Kirche bereits ausbreitet.

EIne Mentalität, der sicher vom Franziskus-Pontifikates kein Widerstand entgegengesetzt wird."

Quelle: Settimo Cielo, S. Magister

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