Sonntag, 11. Juni 2017

Roberto de Mattei: "Rußland wird katholisch sein", Fortsetzung.....


Fortsetzung von Roberto de Matteis Artikel "Rußland wird katholisch sein."

"Um die Slawischen Völker zurück zur Einheit zu bringen"- kommentiert Pater Gagarin- "müssen wir die östlichen Riten respektieren-um sie zum Wideruf der Irrtümer gegen den Katholischen Glauben zu bewegen, aber vor allem, um das politisch-religiöse Konzept der Orthodoxen zu bekämpfen.
Für den russischen Jesuiten war das Orthodoxe Schisma vor allem das Resultat des Byzantinischen Konzeptes, das den Unterschied der Beziehung zwischen Kirche und Staat in der Byzantinischen und der Westlichen Welt ausmacht. Für Byzanz gibt es keinen Unterschied zwischen den beiden Mächten.
Die Kirche, die eigentlich das Oberhaupt sein soll, wird de facto dem Kaiser unterworfen, insofern er
Gottes Abgesandter in beiden Sphären ist, der kirchlichen und der weltlichen. Die russischen Herrscher- wie die Byzantinischen Kaiser- sehen in der Kirche und der Religion ein Mittel, das ihre politische Macht garantiert und vermehrt.

Dieses erbärmliches System ruht auf 3 Pfeilern: der Orthodoxen Religion, der Autokratie und dem Prinzip der Nationalität ,  unter denen die Ideen Hegels und der Deutschen Philosophen in Rußland eindrangen. Was hinter den pompösen Worten Orthodoxie, Autokratie und Nationalität verborgen ist, "ist nichts anderes als die orientalische Form der Revolutionären Ideen des 19. Jahrhunderts.
Gagarin fühlte die Grausamkeit, mit der die revolutionmären Ideen auf sein Land angewendet werden würden. In seinen Augen schienen die Texte von Proudhon und Mazzini im Vergleich zur Brutalität der Russischen Agitatoren gutmütig und zuvorkommend zu sein, "Es ist ein Gegensatz der dazu dienen kann, den Unterschied zu ermessen, wie das revolutionäre Prinzip in Europa verstanden wird und wie es in Rußland in die Praxis umgesetzt werden würde."

Auf einer prophetischen Seite schreibt Pater Gagarin:"je tiefer man in  die Dinge eindringt, desto mehr kommt man zu dem Schluß, daß er einzige wahre Kampf der ist, der zwischen Katholizismus und der Revolution besteht.  1848 als der revolutionäre Vulkan die Welt mit seinem Geheul terrorisierte und die Gesellschaft erzittern ließ, ihre Wurzeln ausriss, zögerte die Partei, die entschlossen war, die soziale Ordnung zu verteidigen und die Revolution zu bekämpfen, nicht "Religion, Eigentum, Familie" auf ihre Fahne zu schreiben und zögerte nicht, eine Armee zu schicken, um den Vikar Christi auf seinen Thron zurück zu bringen, der durch die Revolution ins Exil gezwungen worden war. Er hatte vollkommen Recht: es gibt nur zwei Prinzipien, die gegeneinander stehen; das revolutionäre Prinzip. das von Grund auf anti-katholisch ist und das Katholische Prinzip, das von Grund auf antirevolutionär ist.




Trotz gegensätzlichen Anscheins gibt es nur zwei Parteien und nur zwei Fahnen. Auf der einen Seite hißt die Katholische Kirche das Banner des Kreuzes; auf der anderen Seite wird das Revolutionmäre Banner gehißt, um das sich die Koalition aller Kirchenfeinde schart.  
Was tut nun Rußland?
Auf der einen Seite bekämpft es die Revolution auf der anderen Seite bekämpft es die Katholische Kirche. Sowohl im Äußeren als auch im Inneren findet man den gleichen Widerspruch. 
Ich zögere nicht, zu sagen, daß das, was ihm Ehre macht und Kraft gibt, seine unersschütterliche Gegnerschaft gegen das revolutionäre Prinzip. Was ihre Schwäche ausmacht, ist gleichzeitig die Feindschaft gegenüber dem Katholizismus. 
Und wenn es kohärent sein will, wenn es wirklich die Revolution bekämpfen will, hat es nur eine Wahl : eine Entscheidung zu treffen, sich hinter das Katholische Banner zu stellen und sich mit dem Hl. Stuhl zu versöhnen." (" La Russie sera-t-elle catholique? Charles Douniol, Paris 1856, S.63-65).

Rußland wies den Appell zurück und die Bolschewistische Revolution verbreitete -nachdem sie die Romanovs eliminiert hatte- verbreitete ihre Irrtümer in der ganzen Welt. Die Abtreibungs-und die HS-Mentalität, die heute im Westen führend sind und ihre Wurzeln in der Marxistisch-Hegelianischen Philosophie haben, wurde 1917 in Rußland etabliert. Die Niederlage der revolutionären Irrtümer kann in Rußland und der Welt nur unter dem Banner der Katholischen Kirche vollendet werden.

Pater Gagarins Ideen beeindruckten den Deutschen Baron August von Haxthausen (1792-1866), der mit Unterstützung des Bischofs von Münster und Paderborn eine Petrusverein genannte Gebetsliga gründete: Petrusverein für die Bekehrung Rußlands. Eine ähnliche Vereinigung unter der Wirkung der Barnabiten-Patres Suvalov und Tondini traten in Italien und Frankreich ins Leben.
Den Mitgliedern dieser Vereinigungen wurde das Gebet für die Konversion Rußlands an jedem ersten Samstag im Monat empfohlen. Am 30. April 1872 gewährte Pius IX allen einen vollkommenen Ablass, die am ersten Samstag im Monat Kommunion die Hl. Messe besuchten, beichteten, die Kommunion empfingen und bot der Griechisch-Rusischen Kirche die Rückkehr zur Katholischen Einheit an.

Die Hl Jungfrau ist sicher über diese Hingabe erfreut, wie in Fatima 1917, als sie die Wiederherstellungs-Praxis der ersten Samstage des Monats empfahl, als Mittel um ihre Herrschaft in Rußland  und der ganzen Welt zu errichten.

Quelle: R.de Mattei, Corrispondenza Romana, rorate caeli





1 Kommentar:

  1. Interessant sind weitere in Wikipedia zu findende Angaben über August Franz von Haxthausen: „Aufgrund seiner konservativ-katholischen Gesinnung verlor er 1838 im Zusammenhang mit dem Kölner Ereignis seine Diäten“, „August von Haxthausen beteiligte sich auch stark an der russischen Bauernbefreiung von 1861.“ „August ... war ... als Professritter in den (Malteser-)Orden aufgenommen worden. Er wurde im fortgeschrittenen Alter (ab 1857) die treibende Kraft für die Wiederherstellung des deutschen Zweiges dieses alten Ritterordens, der durch die Säkularisation untergegangen war.“ „Seine zähen Bemühungen führten 1859 zur Anerkennung des Malteserordens durch Rom.“ „Als Beauftragter des Heiligen Stuhls führte August von Haxthausen jahrelange, zähe Verhandlungen mit der Regierung von Preußen.“

    AntwortenLöschen