Dienstag, 28. Juli 2015

Die kleine Rache oder die Vestalinnen der Pressefreiheit

Antonio Socci und die Barmherzigkeit des Papstes.  Hier geht´s zum Original : klicken oder hier klicken

"DIE KLEINE RACHE DES "BARMHERZIGEN PAPSTES" DER NICHT VERZEIHT"

"Obwohl kulturell weit entfernt von der Zeitung Ezio Mauros, will ich der Repubblicca und ihrem Vaticanisten Marco Ansaldo meine Solidarität aussprechen, der zur Strafe ( aber ohne jede persönliche Schuld) vom päpstlichen Flug nach Kuba und in die USA ausgeschlossen wurde, auf Grund einer beunruhigenden persönlichen Entscheidung des Pontifex.
Mich wundert, daß keine Zeitung, kein Berufskollege auch nur ein einziges Wort dazu geäußert hat.
Ich frage mich auch, warum Eugenio Scalfari, Gründer der Repubblicca und sichtbar brüderlicher Freund des argentinischen Papstes nicht sagt, was er von diese Bestrafung der Repubblica durch Bergoglio denkt.

Mir scheint auch, daß keiner der Vaticanisti des päpstlichen Gefolges Widerspruch erhoben hat.
Müßten sie sich nicht alle- als Zeichen der Solidarität mit einem Kollegen und zur Verteidigung der Pressefreiheit weigern, das Flugzeug zu besteigen?

Ich stelle mir auch noch andere Fragen: wäre es Benedikt XVI gewesen, was hätten sie getan? Welche mediale Sintflut wäre entfesselt worden?
Wieviele Vestalinnen der Pressefreiheit hätte sich die Kleider zerrissen?
Wieviele geschändete Jungfrauen hätten sich gegen das, was sie "inquisitorischen Obskurantismus des Vaticans genannt hätten, erhoben?

Es ist wahr, daß es unter Benedikt XVI einen solchen Fall- mit dieser absurden Bestrafungslogik niemals gegeben hätte, während es ihn jetzt gibt, beim Champion der Toleranz, Papst Bergoglio, Hirtenidol  des weltweiten Progressismus.
Also bleiben alle stumm, alle bleiben liegen und sogar die betroffenen Personen protestieren zwar, wagen es aber nicht, den wahren Urheber, Papst Bergoglio , zu nennen und halten sich lieber an den unschuldigen Pater Lombardi, den Chef des Vaticanischen Pressesaales.
Hier - noch einmal im Resümee:

DER RAUSWURF
Wie man sich erinnert, hatte die web-site des L´Espresso am Nachmittag des 15. Juni den fast endgültigen Text der Bergoglio-Enzyklika, dieses konfusen, widersprüchlichen, ökolo-drittweltlichen Gemisches "an Annährungssauce" online gestellt, der 3 Tage später veröffentlicht werden sollte.
Der scoop des L´Espresso hat den Thesen Bergoglios, der übrigens die Verlagsgruppe L´Espresso/ Repubblicca immer an seiner Seite hat, keinerlei Schaden zugefügt.



Es bleibt also nicht weniger, als die Tatsache, daß Bergoglio, der in seinem Herzen mehr um seine eigene mediale Wirkung als um doktrinale Kohärenz besorgt ist, mit einer beispiellosen Kanonade antwortete.
Sandro Magister, Veteran der Vaticanisti- wurde auf unbestimmt Zeit aus dem Pressesaal der Vaticans suspendiert.
Ein präzedenzlose Maßnahme.  So schwerwiegend wie absurd-weil- wie es aussieht- es nicht Magister war, der sich den Text besorgt und veröffentlicht hatte ( nachdem, wie er es auf seinem blog erklärt) sondern die Direktion des L´Espresso.
Überdies war kein Embargo verletzt worden, wie der der Vatican behauptete, weil der Text nicht unter Vertraulichkeitsvorbehalt  an die Journalisten ausgegeben worden war.

Zu dieser päzendenzlosen Bestrafung, die Entfernung Magisters aus dem Pressesaal, gab es keinelrei Reaktion aus der Welt des Journalismus.
Und dennoch schrieb der amerikanische Vaticanist John Allen auf der Seite "Crux" des Boston Globe, daß das sicher nicht das einzige mal war, daß ein wichtiges Vaticandokument vor seine Bekanntgabe "geleakt" wurde.
Nicoletta Tiriaco hat daran erinnert, daß auch unter Benedikt XVI eine Zeitung zwei Paragraphen aus "Caritas in veritate"  vorveröffentlicht hatte, es aber keinerlei Strafmassnahme  gab.
Papst Ratzinger ist in der Tat ein wirklich toleranter  und barmherziger Hirte, und er war ganz und gar auf die Inhalte seines Lehramtes konzentriert- und  er hat sich nie für die Tricks und Strategien interessiert, um im Medienzirkus die Nummer 1 zu werden.

Man dachte, der "Fall Magister" sei geschlossen.
Im Gegenteil- wie wir sagen müssen. In diesen letztem Tagen hat Pater Lombardi- offenischtlich mit Auftrag seines Vorgesetzten bekannt gegeben, daß Marco Ansaldo, Vaticanist der Repubblicca  vom nächsten päpstlichen Transatlantik-Flug ausgeschlossen worden sei.
Am Morgen hatte Pater Lombardi noch erklärt, dass diese schwerwiegende Maßnahme nötig geworden sei, um die zu vielen Bewerbungen zu "selektionieren".
Aber am  Nachmittag erklärte er dann, daß im Falle der Repubblicca die Absicht, eine Sanktion für die Veröffentlichung der Enzyklika  durch L´Espresso ( mit einem link zur Repubblicca, die zur selben Verlagsgruppe gehört) zu verhängen, entscheidend gewesen war, der Art, daß die Nichtzulassung auf alle Fälle ausgesprochen worden wäre,

Vorgestern- hatte die Direktion der Repubblicca in einem Editorial ohne Unterschrift kritisiert, daß der Vatican sich das Recht anmaßt "eine Zeitung zu bestrafen, weil ein Magazin der Verlagsgruppe sich frei und autonom entschlossen hatte, die Enzyklika im Voraus zu veröffentlichen, eine lächerliche und anachronistische Widersinnigkeit".
Das Editorial erkennt an, daß der Hl. Stuhl das Recht hat. wen er will zu den päpstlichen Flügen zuzulasen, aber "daß er nicht aus willkürlichen Gründen Sanktionen verhängen kann.,"

Die eher.....Schlussfolgerungm ( "wir erkennen diesen Titel nicht an") war nur eine geflüsterte Kriegserklärung, die aber in der Luft hängen blieb: "Wir verteidigen unsere Arbeit und verlangen, nicht diskriminiert zu werden!"
Dieses Manifest bleibt ohne Folgen, kein Appell an andere Journalisten, an die Journalisten und Organisatoren des Gewerbes. Es sieht so aus, als gäbe es keinerlei Reaktion.


RACHE
Einzigartig ist, daß die Repubblicca die Lieblingszeitung des Papstes ist und daß eine Nähe des Denkens und der Äußerungen in diesen letzten Monaten besteht, besonders in den Interviews und Artikeln des Gründers  E Scalfari.
Aber in diesem Fall ist es offensichtlich so, daß der despotische Charakter des aktuellen Bischofs von Rom sich manifestiert hat, er hat die Vorwegnahme durch L´Espresso nicht ertragen, weil sie unwillentlich den medialen Effekt der sehr einstudierten Vorstellung der Enzyklika sabotiert hat.
Eine letzte Überlegung: In seinen Interview des südamerikanischen Papstes hat Scalfari Bergolgio Äußerungen zugeordnet, die sich an der Grenze der Orthodoxie bewegen.

Viele Bergoglio-Fans wiederholen seit Monaten, daß diese Gedanken Scalfari und nicht dem Papst zugeordnet werden müßten.
Wenn das der Fall wäre, zumindest für die Erklärungen an der Grenze zur Häresie- hätte es harte und präzise Dementis aus dem Vatican gegeben.
Aber im Gegenteil, Bergoglio hat keine dieser beunruhigenden Äußerungen dementiert, er hat sie sogar in einem Buch, dass seine Unterschrift trägt und dem Inhalt der Interviews ähnelt, wiederholt

Heute mit dem Fall Magister-Ansaldo haben wir den Charakter Bergoglios begriffen- Und wir haben definitiv verstanden, daß wenn diese Interviews seine Gedanken deformiert und verfälscht hätten. er nicht nur dementiert (was er nicht tat) sondern Strafmaßnahmen folgen lassen hätte, weil diese heterodoxen oder zumindest bestreitbaren Thesen für einen Papst sehr viel schwerwiegender und gefährlicher sind, als die Vorveröffentlichung einer Enzyklika um 3 Tage.
Es sieht nicht so aus, als sei die Beziehung zwischen Scalfari und dem Papst betroffen. Sie ist sogar herzlicher und brüderlicher als je zuvor,

Ein Schluss, den man aus dieser merkwürdigen Affäre ziehen kann, ist der, daß wenn ein intolerante Papst progressistisch ist, sich niemand die Kleider zerreißt. Niemand protestiert. Es bleiben alle Papalini, sogar die Atheisten. Atheistische Papalini!"
Quelle: benoît XVI-et-moi, A Socci 

Papalino = Papist in pejorativem Sinn

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