Mittwoch, 5. November 2014

Das aktuelle Pontifikat im Lichte von Matthäus 7

In Anbetracht all der perlenden Perlen und merkwürdiger Symbolhandlungen, wie Wasserbälle auf dem Altar, und dieser seltsamen pontifikalen Kniekrankheit, die, sowas aber auch, jeden Gründonnerstagnachmittag plötzlich sich verflüchtigt, um dann am Karfreitag wieder da zu sein, in Anbetracht der merkwürdigen Beschimpfungen, von wegen Holzwürmern und rosenkranzzählenden pfui. bäh igitt Pelagianern und der Einführung einer Supersünde, nämlich die der Korruption, die so schlimm sei, dass sie eh nicht vergeben werden könne und  auch nicht bereut werden könne, was der Haltung Jesu gegenüber den Zöllnern wie Zacchäus und Matthäus (man lernt in jedem, noch so oberflächlichen, Religionsunterricht, dass die Zöllner deshalb so unbeliebt waren, weil sie korrupt und bestechlich waren) als nicht richtig erklärt, weil Korruption ja nicht vergeben werden kann.... habe ich mich auf den Standpunkt zurückgezogen "Mir doch egal! Alles was er so von sich gibt, ist nicht lehramtlich, so what?" oder auch "Naja du redest ja auch ne Menge Mist bis so ein Tag herum ist,",  und "man kann all das (das meiste) ja durchaus retten, wenn man nur genug relativiert".........

Was mich aber auf die Palme bringt, ist die Entlassung  derjenigen Vatikan Angestellten, die die "päpstlichen Segensblättchen" gestalten und unters Volk bringen.
In der Guten Stube meiner Großeltern hing auch so eins, mit Pius XII, von wegen "Heiliger Vater wir knien vor dir  ....und bitten dich, dass du uns einen vollständigen Ablass gewähren mögest, wenn wir in der Todesstunde die heiligen Namen anrufen...." (oder so ähnlich). In der Guten Stube meiner anderen Großmutter hing so was ähnliches, nur mit Johannes XXIII und dagegen sind die Segensblättchen, die ich von JPII und Benedikt habe, schon etwas enttäuschend.

Aber die Zeiten ändern sich halt und ich bin ja froh über den Segen.

Es soll aber um was anderes gehen, Papst Franziskus hat mehrere Male Arbeitslosigkeit als ganz schrecklich und furchtbar verurteilt und sogar zum Kampf dagegen aufgerufen, hier z.B. und hier und hier und hier , wenn ich nicht davon ausgehen soll, dass den Papst sein 'Gebabbel von Vorgestern' nicht mehr interessiert, so muss ich mich fragen, wie er dann dazu kommt, 500 Personen in diesen 'unwürdigen Zustand' (seine Worte)  zu entlassen und sich nicht drum zu kümmern, was er da angestellt hat.


Die Finanzen können es ja nicht sein, laut Meldung von Radio Vatikan weist der Haushalt des Vatikans 2013 ein sattes Plus von knapp  10 Millionen Euro aus!
Ebenso geht aus der Meldung hervor, dass der Vatikan knapp 3000 Leuten Arbeit und Brot gewährt und damit  werden bei 500 Leuten gut 15% aller Angestellten entlassen!

Ich meine klar, wenn da nun McKinsey rumwurschtelt im Vatikan, die haben alle ihren Marx verinnerlicht, dass man nämlich profitmäßig nur was drehen kann,  beim 'variablen Kapital' also den Löhnen für die Leut' wie Karl Marx es bezeichnet.

Soweit so gut, das ist das eine, und ebenfalls laut Radio Vatikan Meldung ist der dickste Ausgabenposten (wen wunderts?) die Personalkosten, für selbige gibt der Vatikan 125 Millionen Euro aus.

Wäre ja alles nicht so schlimm, ergibt sich halt, wenn man kapitalistisch denkt und wirtschaftet und das meine ich zunächst völlig wertneutral, jedoch geißelt nicht Papst Franziskus beständig und andauernd, den Kapitalismus?

Matthäus 7 beinhaltet nämlich , die sogenannte "Goldene Regel!" die da lautet:

Alles, was ihr also von anderen erwartet, das tut auch ihnen! Darin besteht das Gesetz und die Propheten.

Beachtet man selbige und liest, was unser Papst so von anderen erwartet, liest  z.B  Evanglii Gaudium, so kommt man schon ins Schleudern und zumindest ich wünsch mir dann ganz intensiv die Zeiten zurück, wo man von dem was so ein Papst von sich gegeben hatte,  eventuell beim Tod des Nachfolgers des Nachfolgers, erfahren hatte (ist nicht ganz ernst gemeint, bin nur so unendlich traurig)

Schreibt er doch in Evangelii Gaudium unter der Nr 53 und der Überschrift
Nein zu einer Wirtschaft der Ausschließung
 Heute spielt sich alles nach den Kriterien der Konkurrenzfähigkeit und nach dem Gesetz des Stärkeren ab, wo der Mächtigere den Schwächeren zunichte macht. Als Folge dieser Situation sehen sich große Massen der Bevölkerung ausgeschlossen und an den Rand gedrängt: ohne Arbeit, ohne Aussichten, ohne Ausweg. Der Mensch an sich wird wie ein Konsumgut betrachtet, das man gebrauchen und dann wegwerfen kann. Wir haben die „Wegwerfkultur“ eingeführt, die sogar gefördert wird. Es geht nicht mehr einfach um das Phänomen der Ausbeutung und der Unterdrückung, sondern um etwas Neues: Mit der Ausschließung ist die Zugehörigkeit zu der Gesellschaft, in der man lebt, an ihrer Wurzel getroffen, denn durch sie befindet man sich nicht in der Unterschicht, am Rande oder gehört zu den Machtlosen, sondern man steht draußen. Die Ausgeschlossenen sind nicht „Ausgebeutete“, sondern Müll, „Abfall“.
 und im Kapitel 54 dem folgenden bezeichnet er die Haltung "der Markt wird schon richten" als naiv

in Nummer 203 geißelt er erneut das "System" mit den Worten Wie viele Worte sind diesem System unbequem geworden!  es ist lästig, wenn man davon spricht, die Arbeitsplätze zu verteidigen, es ist lästig, wenn man von der Würde der Schwachen spricht, es ist lästig, wenn man von einem Gott spricht, der einen Einsatz für die Gerechtigkeit fordert. Andere Male geschieht es, dass diese Worte Gegenstand einer opportunistischen Manipulation werden, die sie entehrt............

.um fortzufahren 
 
204. Wir dürfen nicht mehr auf die blinden Kräfte und die unsichtbare Hand des Marktes vertrauen. Das Wachstum in Gerechtigkeit erfordert etwas, das mehr ist als Wirtschaftswachstum, auch wenn es dieses voraussetzt; es verlangt Entscheidungen, Programme, Mechanismen und Prozesse, die ganz spezifisch ausgerichtet sind auf eine bessere Verteilung der Einkünfte, auf die Schaffung von Arbeitsmöglichkeiten und auf eine ganzheitliche Förderung der Armen, die mehr ist als das bloße Sozialhilfesystem. Es liegt mir völlig fern, einen unverantwortlichen Populismus vorzuschlagen, aber die Wirtschaft darf nicht mehr auf „Heilmittel“ zurückgreifen, die ein neues Gift sind, wie wenn man sich einbildet, die Ertragsfähigkeit zu steigern, indem man den Arbeitsmarkt einschränkt und auf diese Weise neue Ausgeschlossene schafft.

Der Respekt vor dem Amt verbietet es mir zu denken, was ich denke, aber irgendwie komm ich mir vor wie im falschen Film!
Um es in der höflichsten Form auszudrücken, was mir so sauer aufstößt, so ist es einfach diese goldene Regel
 Alles, was ihr also von anderen erwartet, das tut auch ihnen! Darin besteht das Gesetz und die Propheten.

Es scheint so hoffnungslos dieses Pontifikat, was kann man tun?
Als ich so drüber nachdachte, kamen mir die zahllosen Gespräche, die ich seit Jahrzehnten führe, über den Untergang des Abendlandes, die Zustände in der Kirche, diesen und jenen speziellen Klops, den sich jener, Pfarrer, diese Pasteureuse geleistet hat und das, was mir immer in den Sinn kommt, wenn ich mir das Gejammer zu lange angehört habe.
Ich glaube nämlich in dem Moment, wo wir nicht nur sauer sind, mit dem (unausgesprochenen) Subtext "Also wir haben ja nun wirklich Besseres verdient, wir sind ja die Guten!" sondern wirklich anfangen zu leiden unter dem was der Braut Christi von den eigenen Leuten angetan wird. In dem Moment, wo wir dieses Leid anfangen zu tragen als Kreuzweg, für uns und für andere, da wird das geschehen was in der Kirchengeschichte immer wieder geschieht:
Dass Gott aus unseren Opfern Segen wirkt und in Tiefen, die kein Aug entschleiert, die dürren Brunnen, sich mit Leben füllen.... (wie Reinhold Schneider dichtete)

Und wenn man in den Nahen Osten, nach Pakistan und sonstwohin guckt, da können unsere verfolgten Brüder und Schwestern  nicht nur Gebet, sondern auch Opfer gebrauchen.

P.S. Jemand machte uns darauf aufmerksam, dass es sich bei den Entlassenen um externe Mitarbeiter handele. Ja und? Arbeitslos ist Arbeitslos!  



Kommentare:

  1. Und weil es sich um "Externe" handelt, die ja auch mal von Vaticanverantwortlichen eingestellt worden sind, muß man ihren flehentlichen Brief, ihre Bitte nicht beantworten, keines Wortes würdigen? Während man weiterhin frei nach Negri verkündet, das Entlassen von Arbeitern & Angestellten sei eines der Hauptverbrechen des kapitalistischen System des Imperiums?

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  2. Sorgen Sie sich nicht, die 500 Mitarbeiter sind ja jetzt gut versorgt, wie die Tiberente berichtet:

    Klick!

    ;-)

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    1. Der Link funktioniert nicht, der hier sollte jedoch funktionieren
      Wir sind ja nun wirklich beruhigt, dass die Mitarbeiter eine neue Aufgabe
      gefunden haben, fragen uns allerdings ob Kalligrafen und Kunstmaler sich
      wirklich als Sänftenträger eignen? zu

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    2. Ja, entschuldigen Sie den falschen Link, da gab es zwischenzeitlich technische Probleme.

      Und ob sich Kalligraphen als Sänftenträger eignen? Ich würde sagen, sie müssen -- sonst ...!

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    3. Hmmh ich hatte zwischendrin die Idee, dass sich zartgliedrige Kalligraphen und Maler, eventuell als Rikschafahrer einsetzen lassen könnten, weil auf so Touristenbildern aus Indien und so, sehen die Rikschafahrer auch nicht gerade kräftig aus!
      Und ja in Evangelii Gaudium steht bestimmt auch was von neuen Wege, Kreativen Ideen und so, da kämen die Rikschas ja schon recht, umweltfreundlich ist es auch!

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    4. Sorry, da läßt sich leider nichts mehr machen: Roma locuta, causa finita. Es muß die Sänfte sein.

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    5. Na gut, dann wollen wir aber dennoch hoffen, dass im Gegensatz zu dem was am Horizont dräunt auch das andere, wie Mozetta, rote Schuhe, wundervolle Paramente und so weiter, wieder zu ihrem Recht kommen.
      Luxus schafft nämlich auch Arbeitsplätze!

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    6. Man darf gespannt sein, lieber Leser!

      Vielleicht ja dann unter Leo XIV. ...

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