Montag, 13. Mai 2013

Bloggertreffen: Ein Wochenende in Bonn


Nachdem wir ja vor einem Jahr und 3 Monaten so herzlich in der Blogözese aufgenommen wurden, und uns letztes Jahr, als blutige Anfänger noch nicht so recht getraut haben, bei den "Großen mitzumischen", war es an der Zeit, den einen oder anderen Mitblogger auch einmal persönlich kennenzulernen und auch darüber zu sprechen, was man in unserer Bloggerwelt gemeinsam noch mehr für Gott und Kirche bewegen kann.
Das war ein Anreiz, die Koffer zu packen und in Bonn dabei zu sein. Und es war gut, dabei zu sein.
Die Wohn- und Schlafgelegenheit hatte den Charakter einer Jugendherberge. Man fühlt sich doch gleich um Jahre jünger, wenn man in dieser Weise gebettet wird. Perfekt wäre es gewesen, wenn die Schließzeit 22:00 nur dadurch auszuhebeln gewesen wäre, wenn man durch irgendein Fenster hätte einsteigen müsen .... Aber andererseits: Welches Luxushotel hat schon eine eigene Kapelle, in der man die Stundengebete beten und die heilige Messe feiern kann? Das war für mich, wie für viele andere ein Highlight und das hat der Veranstaltung auch einen besonderen Rahmen gegeben.
Der Freitagabend begann mit dem üblichen „Abklopfen“ und Kennenlernen und für mich war es schön zu sehen, welche Gesichter hinter meinen „LieblingsBlogs“ stecken.

Am  Samstag ging es dann zur Sache. Zuerst in einer stimmungsvollen heiligen Messe, die Msgr. Wilfried Schumacher mit uns feierte.

Danach waren wir gestärkt für die Vorträge am Morgen, die von Dr. David Hober, dem Geschäftsführer von katholischde eröffnet wurden. Dass katholisch.de mit drei hochkarätigen Leuten antrat, zeigte, dass sie doch an einer Darstellung uns gegenüber interessiert waren. Der Geschäftsführer von katholisch.de präsentierte das Portal dann erstmal nach Marketing-Gesichtspunkten: „Wer ist meine Zielgruppe? wie viel Klicks haben wir?, welche prominente Agentur lieferte die Gestaltung? Wieviel haben wir in das Portal investiert? usw.“  Ganz so, als wären wir Teilnehmer eine Versammlung von potentiellen Werbekunden. Die Diskussion verlief dann sehr offen, aber es gab keine Antworten auf Fragen, die die Inhalte betrafen. z.B. wieso sich katholisch.de im aktuellen Teil so oft hämische Artikel gegen Papst em. Benedikt, die Kirche, gegen kirchliche Standpunkte im allgemeinen und gegen die Konservativen im besonderen leistet. Welche „Zielgruppe“ will man damit begeistern? Ich habe immer noch nicht in Erfahrung gebracht, wieso sich katholisch.de bei brisanten Themen wegduckt, nach dem Motto: „Wir sind zwar katholisch, aber wir sind ja nicht so“.  Moniert wurde auch, dass so viele politische Themen, wie z.B. das Betreuungsgeld nicht aus katholischer, sondern aus politischer Sicht bewertet würden.
Da war Dr. Hober sicher froh, dass nach ihm Andreas Püttmann an der Reihe war, der für seinen sehr guten Vortrag über die Kirche in den Medien auch sehr viel Zustimmung erhielt. Und der mich auf sein Buch „Die gottlose Gesellschaft“ neugierig gemacht hat.
Auch der Vortrag von Matthias Kopp, dem Pressesprecher der DBK war sehr interessant und aufschlussreich, vermittelte er doch einen tieferen Einblick in die Arbeit kirchlicher Öffentlichkeitsarbeit.
Nach dem Mittagessen erhielten wir dann weiterführende Infos zum Webportal katholisch.de durch die beiden Verantwortlichen Steffen Zimmermann und Christoph Meurer. Die Hierarchie und die vielfältigen Themenbereiche sollten uns hier das breite Spektrum von katholisch.de vermitteln. Es wurde uns erklärt, dass es bewusst eine niedrige Einstiegsschwelle geben soll, für Menschen, die nach katholischen Themen im Netz suchen. Auch hier gab es Kritik von einigen Teilnehmern, dass viele Erläuterungen nicht den Tatsachen entsprächen und dass hier teilweise noch nachgebessert werden muss. Bei der anschließenden Diskussion ging es erstmal um die Inhalte des Portals, dann aber auch um Vorschläge für gemeinsame Aktivitäten.
Ich habe mich zu diesem Thema zurückgehalten. Denn ich denke, dass gemeinsame Aktivitäten lediglich im Verlinken bestehen. Meiner Meinung nach hat die Blogözese als Partisanentruppe doch einen großen Vorteil: „Getrennt marschieren, vereint schlagen“ – gemeinsam für Kirche und Glauben, und das in vielen Facetten. Wichtig ist aber, und darauf ging Peter Winnemöller in seinem Vortrag ein, die weitere Vernetzung innerhalb des Internet, um den Beiträgen eine breitere Publizität zu bringen. Der Überblick über die immer weiter wachsenden Möglichkeiten hierzu war sehr interessant, auch wenn ich erstmal nur wenig verstanden habe. Da muss ich mich noch weiter mit der Materie auseinandersetzen.
Mit der Feier der Vesper endete dieser Nachmittag im gemeinsamen Gebet.
Am Abend gabs dann ein kurzes Resümee, und Vorschläge, ob wir nicht mit gemeinsamen Themenblogs noch stärker werden könnten. Das stieß erst mal nicht auf große Begeisterung, denn die Bloggerei ist ja nicht nur eine große Freude, sondern auch mit einigem Zeitaufwand verbunden und da ist es doch nicht so leicht, gleichzeitig mehrere Blogs zu betreiben. Das sollten wir auf uns zukommen und wachsen lassen.
Damit war das Bloggertreffen offiziell beendet – aber der Abend eröffnet. Nachdem die reservierte Kapelle von einer anderen Gruppe länger in Anspruch genommen wurde, beteten wir die Komplet im Gemeinschaftsraum, was aber der Intensität nicht schadete.
Danach begann der gemütliche Teil, der zeigte, dass katholische Blogger auch ausgiebig feiern können. Es hat richtig Spaß gemacht, sich von Thomas zum Mitsingen animieren zu lassen und die Einlagen von Peter und Claudia waren große Klasse.... und man hätte auf diese Weise noch stundenlang die nächtliche Ruhe weiter stören können. ...
Doch am nächsten Morgen stand die Abreise an und der gemeinsame (von einigen Ausnahmen abgesehen) Besuch der heiligen Messe in der wunderschönen romanischen Doppelkirche von Schwarzrheinfeld. Das war für mich eine doppelte Premiere: Meine erste heilige Messe in einer romanischen Kirche! Ja, und dann dieser Familien-Gottesdienst. So was habe ich in meinen 7 Jahren katholisch-sein noch nicht erlebt und kann es jetzt erst richtig nachempfinden, wie es manchem Blogger so ergeht.
Gereon hat ja die Messe schon als „Infantilisierung“ beschrieben und damit ist alles gesagt, aber ich muss zugeben, dass ich mir stellenweise wirklich Lachanfälle verkneifen musste, weil man das Mitträllern der Kinderlieder, die kindgerechte Sprache und das Zusammenfügen der Puzzleteile zusammen mit der Kindergartentante (anstelle einer Predigt) einfach nur ertragen konnte, wenn man es mit Humor nahm. Nach der Messfeier gab’s einen Kaffee und der war wirklich excellent! Sicher aus dem „Eine-Welt-Laden und aus fairem Handel“. Das schmeckt man einfach.
Krönender Abschluss war die Führung, die Peter uns durch diese wunderschöne Kirche gab. Ein solches Bauwerk aus den frühen Zeiten der Christenheit wirkt doch gleich viel besser, wenn man es anschaulich erklärt bekommt.  Nochmals Danke dafür. 
Die Heimreise verlief gut und fast störungsfrei, denn die Reise nach Bonn war ja eher azyklisch und hinter der schwäbischen Alb wurden wir von einem Regenbogen empfangen, der direkt aus dem Himmel kam....
Alles in allem habe ich mitgenommen, dass es gut ist, viele Gleichgesinnte zu haben, die sich aber alle nicht gleichschalten lassen. Und in diesem Sinne so weitermachen wie bisher, damit nicht nur die Vielfalt in der Bloggerszene erhalten bleibt, sondern auch als Fundament der im Moment doch eher "weichgespülten" offiziellen katholischen Portale dienen kann.

Dank an alle, die dieses Treffen so gut vorbereitet hatten und damit drei interessante Tage möglich machten. 

Und natürlich an alle, die mir beim Posten zum Bloggertreffen um einiges voraus sind und die meinen Beitrag um vieles (incl. vielen Fotos und Videos) ergänzen:
katholon
Echo Romeo
St. Dymphnas Gedankenwelt
St. Christinas Ofenbank
Pulchra ut luna
Eva ist in Paderborn
Kalliopevorleserin
Thomas sein Abendland
Jobo72
Sendezeit.de
Das hörende Herz
Non Draco Sit Mihi Dux
Und der Thermometer liefert mit seinem Text den Beitrag des Tages!
Eva ist in Paderborn -Dorothee
Frischer Wind
Papsttreuer Blog
Ester im Beiboot
Bethanien bloggt Teil 1
Bethanien bloggt Teil II
Weihrausch und Gnadenvergiftung
Pro spe salutis
Lauda Sion
Monika Metternich schreibt in der Tagespost

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