Dienstag, 24. Mai 2016

Zur Vorbereitung auf Fronleichnam

Fronleichnam ist das Fest, an dem wir die Eucharistie feiern, die man an Gründonnerstag, wegen des nahen Karfreitags nicht so triumphalistisch  feiern kann, wie sie es verdient hat.
So habe ich es mal gelernt.
In früheren Zeiten war es Ehrensache, dass das ganze Dorf da mitgemacht hat, Blumenteppiche wurden gelegt, die Blasmusik zog mit bei der Prozession, Kinder streuten Blumen, die Freialtäre versanken im Blumenschmuck, es war Ehrensache den "Himmel" zu tragen, nun ja, lang ist her.
Aber es gibt keinen der mehr geschrieben hat, über die Eucharistie als Thomas von Aquin und der hat, am Ende seines Lebens nichts mehr geschriebenen, weil er gesagt hat, "Alles was ich geschrieben habe, ist wie Stroh!"
Dennoch ist das was er geschrieben hat grandios, daher, sozusagen zur Vorbereitung:





Kinder, wie die Zeit vergeht - Bob Dylan wird 75!

Ich hatte ja das Glück, ihn 1978 in Nürnberg live zu erleben! Ich kann mich noch gut an diesen Tag erinnern - Hochsommer und es schüttete wie aus Kübeln. Es war ein Open Air Konzert auf dem Zeppelinfeld und Fritz Rau muss alle seine Überredungskunst eingesetzt haben, dass Bob Dylan dorthin kommt.
Bei mir war's ein beruflicher Einsatz und so konnten wir auch die "Vorgruppen"  (wozu immerhin Eric Clapton zählte) im trockenen Zelt bei Bratwurst, Brezn und Bier genießen.
Bob Dylan kam dann so gegen 19:30 auf die Bühne und schlagartig hörte der Regen auf und er sang in den Sonnenuntergang hinein. Ein großartiges Bild, das ich immer noch vor Augen habe.

3 Jahre später kam er dann nach München in die Olympiahalle. Ich hatte mich sehr darauf gefreut - weil ich diese tolle Stimmung nochmal erleben wollte.

Doch - inzwischen war er "auf dem Jesus Trip":
Er hatte sich taufen lassen und war Christ geworden ... war ja nicht so schlimm, waren wir ja irgendwie alle - nur hatten wir überhaupt kein Interesse dran und verstanden diese Umkehr überhaupt nicht. (Ich bin dann 1984 aus der ev. Kirche ausgetreten)

Er sang seine alten Lieder nicht mehr, sondern nur noch die neuen, die er seinem neuen Glauben gewidmet hatte. Es war stinklangweilig und zum davonlaufen. Ich habe sogar noch die erste LP, die er damals über seinen Glauben gemacht hat "Slow Train Coming". Und vielleicht habe ich sie sogar 5 mal gehört...... dabei sind die Texte ganz wunderbar und sehr poetisch, z.B.

"I believe in you even through the tears and the laughter
I believe in you even though we be apart
I believe in you even on the morning after
Oh, when the dawn is nearing
Oh, when the night is disappearing
Oh, this feeling is still here in my heart"

Gratulieren möchte ich ihm aber dann doch mit dem Geburtstagslied, dessen Text einige von mir verschickte Geburtstagskarten ziert:

Montag, 23. Mai 2016

Evangelium von Heute



In jener Zeit

17lief ein Mann auf Jesus zu, fiel vor ihm auf die Knie und fragte ihn: Guter Meister, was muss ich tun, um das ewige Leben zu gewinnen?

18Jesus antwortete: Warum nennst du mich gut? Niemand ist gut außer Gott, dem Einen.

19Du kennst doch die Gebote: Du sollst nicht töten, du sollst nicht die Ehe brechen, du sollst nicht stehlen, du sollst nicht falsch aussagen, du sollst keinen Raub begehen; ehre deinen Vater und deine Mutter!

20Er erwiderte ihm: Meister, alle diese Gebote habe ich von Jugend an befolgt.

21Da sah ihn Jesus an, und weil er ihn liebte, sagte er: Eines fehlt dir noch: Geh, verkaufe, was du hast, gib das Geld den Armen, und du wirst einen bleibenden Schatz im Himmel haben; dann komm und folge mir nach!

22Der Mann aber war betrübt, als er das hörte, und ging traurig weg; denn er hatte ein großes Vermögen.

23Da sah Jesus seine Jünger an und sagte zu ihnen: Wie schwer ist es für Menschen, die viel besitzen, in das Reich Gottes zu kommen!

24Die Jünger waren über seine Worte bestürzt. Jesus aber sagte noch einmal zu ihnen: Meine Kinder, wie schwer ist es, in das Reich Gottes zu kommen!

25Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als dass ein Reicher in das Reich Gottes gelangt.

26Sie aber erschraken noch mehr und sagten zueinander: Wer kann dann noch gerettet werden?

27Jesus sah sie an und sagte: Für Menschen ist das unmöglich, aber nicht für Gott; denn für Gott ist alles möglich.

Das Katholische Gebetsfrühstück in Deutschland - eine Fiktion.

Man stelle sich vor, in Berlin würde es einmal im Jahr ein gemeinsames Frühstück von hochrangigen Politikern und Kirchenleuten geben:
Wie so oft bei diesen Treffen wären alle dabei. Hochrangige Politiker aus Regierung und Opposition und ebenso hochrangige Kirchenleute. Und natürlich die "engagierten Laien", die gerne bei solchen Anlässen ihre Wichtigkeit demonstrieren.  Auch die Creme de la Creme der Medienvertreter wäre bei solchem Anlass sicher dabei, denn in einem glanzvollen Rahmen würde getafelt, was das Zeug hält. Und es würde über Gott und die Welt geredet. Man würde sich gegenseitig auf die Schulter klopfen und sich die eigene Wichtigkeit bestätigen.
Dann würde der Bundestagspräsident - der derzeit wichtigste Katholik im Land - eine Rede halten.
Natürlich würde er nicht, wie sein amerikanisches Pendent (Speaker Ryan) über seinen Glauben reden, seine Glaubenserfahrungen einbringen und sein tägliches Glaubensleben als etwas selbstverständliches betrachten. Wir können uns denken, was dem deutschen Parlamentspräsidenten bei einer solchen Gebetsbegegnung einfallen würde ... es wurde in den letzten Jahren sehr stark und sehr laut kommuniziert.

Sie ginge es dann weiter - aber dann würde den verdutzten Anwesenden ein wirklicher Katholik präsentiert. Als Gastredner würde Kardinal Sarah, der Autor des Buches "Gott oder Nichts" - und Präfekt der Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung eine bemerkenswerte Rede halten.
Nach dem ersten Schreck könnte Kardinal Sarah von den Versammelten sicher einen freundlichen verhaltenen Beifall erhalten ... aber im Laufe des Gesprächs wäre Schockstarre angesagt.
Kardinal Sarah würde vor die Versammelten treten und die gleiche Rede halten, die er vor dem amerikanischen  Catholic Prayer Breakfast gehalten hat.
Er forderte dort die anwesenden katholischen Politiker auf, " gegen die Verbannung Gottes aus der Gesellschaft zu kämpfen und Widerstand zu leisten gegen die ideologische Kolonialisierung". So könnten die Christen helfen, gegen die weltweite Bedrohung der Familie und der Religionsfreiheit zu bestehen." Weiter sprach von der "dämonischen Genderideologie" und "der Auslösung kulturellen und ideologischen Drucks, der versucht, die Christen von ihrem Gewissen zu trennen..."


ein Fundstück der besonderen Art

Heute  in der Predigt zum Dreifaltigkeitssonntag ging es darum, dass Dreifaltigkeit nichts anders bedeutet, als das Person Sein Gottes, dass Gott also kein abstraktes, allgemeines Prinzip ist, wie die Philosophen aller Zeiten, mehr oder weniger ausdrücklich,  annehmen, sondern Person und als solche ein personales Verhältnis, Liebe, zu uns Menschen haben kann, bis dahin, dass Gott in Jeus Christus Mensch wird und für uns stirbt. Um das klar zu machen, versuchte er uns vorzustellen wie ein Gott beschaffen sein würde der eben nicht Person ist, sondern  ein abstraktes Prinzip oder eben gar nicht da.
Es ist ja ein Unterschied ob ich mir Gott denke als abstraktes, aber gutes Prinzip, was aber nur die Hälfte der Miete ist, wie schon Professor Ratzinger in "Einführung in das Christentum" feststellt, die frühe Kirche hat sich für den Gott der Philosophen entschieden, den Urgrund allen Seins, den unbewegten Beweger, das ist aber der Gott der uns liebt, wie Blaise Pascal in seinem Memorial feststellte "Feuer, der Gott Abrahams Isaaks und Jakobs, nicht der Philosophen der Gelehrten. Dennoch fällt es in Gott und nur in Gott zusammen, der lebendige Gott, der liebende Gott und eben der Gott der Philosophen,
Davon noch mal unterscheiden muss man die richtigen Atheisten für die es nichts gibt, was irgendwie göttlich ist, Nun ist ja die Sache mit den  Atheisten in unseren Breitengraden so, dass es christliche Atheisten sind, die zwar die Idee eines Gott ablehnen, aber dennoch davon ausgehen, dass es gut ist gut zu sein. soweit ich das verstanden habe.
Auf jeden Fall hat   Horkheimer,  als konsequenter, aber denkender Atheist zuende gedacht,  was ist, wenn es wirklich keinen Gott gibt. Horkheimer hat das so gesagt:

Der Gedanke, dass die Gebete der Verfolgten  in höchster Not,
dass die der Unschuldigen, die ohne Aufklärung ihrer
Sache sterben müssen,
dass die letzten Hoffnungen auf eine übermenschliche
Instanz kein Ziel erreichen und dass die Nacht,
die kein menschliches Licht erhellt, auch von keinem
göttlichen durchdrungen wird,
ist ungeheuerlich.

Ich denke es ist uns gar nicht mehr klar, wie ungemein tröstend, gut und wohltuend die Botschaft von Gott der liebt, ist.

Sonntag, 22. Mai 2016

Zum Dreifaltigkeitssonntag

Heute ist der Dreifaltigkeitssonntag.
Dreifaltigkeit ist wohl das am schwersten zu verstehende Geheimnis Gottes, dass da ein Gott in drei Personen  ist, die alle verschieden, aber alle gleich in der Gottheit sind, wer will das schon verstehen, ohne dass einem der Kopf schwirrt.
Aber wie es halt so ist, wenn man es verstünde, bräuchte man es nicht zu glauben!

weil man es eh nicht versteht, kann man es auch, finde ich, zumindest, gleich in Latein beten, weil es damit klarer wird, dass es sich hier um das Grundgeheimnis unseres Glaubens handelt, dass eh nicht zu verstehen ist, wenn es auch logisch ist, aber das ist eine andere Baustelle!
Aber glauben muss man es halt!

Von daher hier das Credo mit Papst Benedikt am Palmsonntag auf dem Petersplatz

Samstag, 21. Mai 2016

Bitte aus dem Tal der Tränen






Mal ein bisserl 70's, weils grad so "in" ist:



All denen gewidmet, die versuchen unter Anpassung an den Zeitgeist, das Volk Gottes in die Irre zu führen, z.B.

der hier

oder der:



oder der:



Und zum Chef des ZDK (gut, von denen erwartet man nix anderes)... uhat Alipius dann auch schon alles gesagt. Die "kalte Politische Korrektheit", die unsere Kirche ergriffen hat, das ist heute das Wort zum Sonntag.

Das ist eine Zusammenfassung des heutigen Tages. Lassen wir uns mal überraschen, was der morgige Tag so bringt.

Freitag, 20. Mai 2016

Das heilige Jahr der Barmherzigkeit - es "boomt"!

Jetzt sind wir ja mittendrin im "Heiligen Jahr der Barmherzigkeit" und ich muss sagen, so richtig viel habe ich noch nicht davon gemerkt ... das katholische Leben geht weiter.

Als ich am Sonntag vom Pfingstsonntaghochamt nach Hause fuhr, hörte ich dann im Autoradio zum ersten Mal, was für ein besonderes Ereignis dieses Jahr der Barmherzigkeit ist:
Ich hörte meinen Lieblingssender "Klassik-Radio", der zur Stunde zwischen 11:00 und 12:00 in seiner Dauerwerbesendung "Länder dieser Erde" immer besonders schöne Reisen anbietet.

Diesesmal gab es eine besondere Reise nach Rom ... im November. In diesen Tagen findet in Rom das "XV Festival Internazionale di Musica e Arte Sacra" statt - ein echter "Leckerbissen" für die Freunde der geistlichen Musik. Es wird auch einiges geboten - und für Menschen, die es nicht sowieso jeden Sonntag ins Hochamt zieht, wird es wohl auch etwas ganz besonderes sein. Wir in München sind da ja sowieso verwöhnt.
Nun, das ist aber für das illustre Publikum, das eine Menge Geld hinlegen muss, um an dieser Reise mit all seinen Besonderheiten teilzunehmen, dann doch etwas zu wenig. Deshalb gibt's noch ein paar Zuckerl obendrauf, die nicht jeder Besucher Roms so ohne weiteres bekommt. Und dazu hat der Vatikan mal wieder Türen aufgemacht, die einem "gewöhnlichen" Besucher verschlossen bleiben.
So kann man z.B. im Anschluss an das Eröffnungs-Hochamt des Festivals im Petersdom, das von Kardinal Comastri zelebriert wird, die Sixtinische Kapelle besichtigen, natürlich als exclusive Privatführung, unter Ausschluss der sonstigen Besucher. Und am Donnerstag wird's noch ein bisserl besonderer:
"Am Donnerstag, den 17. November, besuchen Sie das Archiv und Museum der Peterskirche. Beide Stätten sind für den Publikumsbesuch normalerweise geschlossen. Neben internen Dokumenten sehen Sie auch das originale, von Michelangelo angefertigte, hölzerne Modell der Peterskuppel."

Das ist natürlich alles nichts gegen den ganz besonderen Höhepunkt dieser Reise:
"Während der Heiligen Messe zur Eröffnung des Festivals am ersten Tag haben Sie die Möglichkeit, in einer feierlichen Prozession die Heilige Pforte zu durchschreiten. 
Am Sonntag wird diese Heilige Pforte durch Papst Franziskus geschlossen. Auch das ist eine Besonderheit, die man das nächste Mal erst wieder im Jahr 2025 miterleben kann."Der Moderator berichtete wirklich mit großer Begeisterung von diesem Durchschreiten der heiligen Pforte und wie bewegend das doch sei.


Donnerstag, 19. Mai 2016

Fundstück: Der Beste Artikel des Tages!

Kissler's Konter:  Mal wieder grandios!

Wir sind ja nun auf unserem Blog wirklich gut bestückt mit guten Artikeln, die von den italienischen Autoren in Sachen Papst und Kirche in die Welt kommen. Und wir freuen uns, dass gerade diese Artikel bei unseren Lesern so gut ankommen.

Heute nun hat ein Alexander Kissler uns allen mal wieder aus der Seele gesprochen, mit einem grandiosen Artikel, der die Taten, Worte und Widersprüche von Papst Franziskus zusammenfasst - und das fängt schon gut an:

Vielleicht ist alles ganz anders. Vielleicht ist das Pontifikat von Papst Franziskus tatsächlich jener gespielte Witz, als den es auch Wohlmeinende mittlerweile wahrnehmen. Vielleicht folgte auf #Varoufake und #Verafake ein #Popefake und Jan Böhmermann hat einen argentinischen Stand-up-Comedian in den Vatikan eingeschleust. Oder hat Roberto Benigni seine Finger im Spiel?

Wer mehr über den "Dalai Lama in Weiß" oder den "gespielten Witz" lesen will, hier geht's zum Original bei Cicero Online. Und ich verspreche nicht zu viel, wenn ich sage: Jeder Satz lohnt sich!

Auch Henryk Broder hat heute auf der Achse des Guten diesen Artikel zum Fundstück des Tages erklärt!

Also - wenn ich am Sonntag in die Messe gehe ....

... freue ich mich auf die Eucharistiefeier, die Lesungen, die Predigt und natürlich auch die Mozartmesse, die das alles begleitet.

Normalerweise bin ich auch während der Gabenbereitung nicht knausrig und werfe immer einen größeren Betrag in den Klingelbeutel.

Aber diesen Sonntag nicht, da schwanke ich noch zwischen den Kunstwerken, der Kirchenmusik oder dem heiligen Antonius, aber dafür gebe ich bestimmt nix:


Das sind ja genau die Leute, die das ganze Jahr über über die sog. "Konservativen Katholiken, die jeden Sonntag zur Messe gehen..." usw. herfallen und sich über sie erheben. Aber wenn's um unser Geld geht, da sind wir gerade recht ... Nö! Sollen die Links-Grünen Modernisten doch mal selbst am Sonntag in die Messe gehen und tüchtig spenden.

Matthias von Gersdorff hat sich übrigens auf seinem Blog dazu bereits Gedanken gemacht und einen interessanten Artikel zum Thema verfasst mit einer sehr interessanten Liste, welche Gruppen dort auf dem Katholikentag vertreten sind.


Mittwoch, 18. Mai 2016

Christen in der arabischen Welt

Empfehlenswert für die (Möchtegern)Leit-Wölfe, die in unseren Breiten ihre Schafe gerne den Wölfen überlassen




Das Video kann man auch hier direkt über die Website von Arte aufrufen, es steht allerdings nur für ca. zwei Wochen dort.

Es ist teilweise erschreckend, wie dort mit unseren Glaubensbrüdern umgegangen ist. Noch erschreckender ist aber das Bild, das man dort von Europa hat. Von den Menschenrechten, die doch hier so hochgehalten werden. Die aber offensichtlich nichts mehr wert sind, wenn es darum geht, die bedrängten Christen im Nahen Osten zu unterstützen. Interessant waren auch die Aussagen einiger, die gedacht haben, sie kommen in ein christlich-spirituelles Europa und sehen dann, dass hier vom Glauben nichts mehr vorhanden ist. Der Film ist sehr beeindruckend und man möchte ihn wirklich all denen von unseren "Kirchenführern" (Ich denke da besonders an den Mann in Rom, der derzeit wieder so tolle Sprüche klopft, aber auch an seine Gefolgsleute besonders hier in D, die ihren Glauben auch lieber verleugnen, als offen für ihn einzutreten).

Arte hat zu diesem Thema ein großes Dossier Online gestellt, das man hier abrufen kann.

Ein Fundstück aus Don Camillo und Peppone

Wer kennt sie nicht Don Camillo und  Peppone, und wer hat nicht gespürt, dass es dabei um mehr geht, als um Klamauk?
Hier kann man einiges darüber nachlesen.

Irgendwo in "Don Camillo und die Rothaarige" lässt Guraeschie den Don Camillo schon recht frustriert sein und sein Jesus fragt ihn sanft:

Don Camillo, warum bist du so pessimistisch? War mein Opfer denn umsonst? Ist denn meine Mission bei den Menschen gescheitert, weil die Bosheit der Menschen größer ist als die Güte des Herrn?
Don Camillo jammert dann dem Herrn vor, was ihn so bedrückt und das ist das was wir seit Jahrzehnten unter dem Thema "spirituelle Wüsten" "Verdunstung des Glaubens" nicht wahrhaben wollen, sofern wir fromm sind, sofern wir nicht fromme sind, freuen wir uns darüber, schon klar.

Don Camillo drückt es so aus:
....Ich will nur sagen, dass die Leute heute an das glauben, was sie sehen und greifen können. Aber es existieren wesentliche Dinge, die nicht gesehen, nicht berührt werden können: Liebe, Güte, Frömmigkeit, Ehrlichkeit, Bescheidenheit, Hoffnung. Und Glauben. Das ist die Selbstzerstörung, von der ich dir erzählt habe. Die Menschheit, so scheint es, zerstört ihr gesamtes spirituelles Erbe. Der einzig wahre Reichtum, den sie in Jahrtausenden angehäuft hat. Eines Tages, nicht weit vom heutigen, werden wir genau so sein wie die Steinzeitmenschen in ihren Höhlen. Diese Höhlen werden wie hohe Wolkenkratzer sein, mit den wundersamsten Maschinen angefüllt, aber der Geist der Menschen wird jener der der Höhlenmenschen sein...

Dienstag, 17. Mai 2016

Parallelkurie, Gefahr eines "verborgenen" Schismas, die "neuen Heiden". Und offene Fragen zur Informationspolitik der Sala Stampa, Fortsetzung

Fortsetzung
hier geht´s zum Original:  klicken

"Noch einmal: Papst Franziskus´ Kirche ist eine Kirche der zwei Geschwindigkeiten
Einerseits hat Kerdinal Gerhard L. Müller, Präfekt der Gluabenskongregation in Spanien eine lange Pressekonferenz zu Amoris Laetitia und betonte, die Pastoralität des ehelichen  Bundes gemäß Papst Franziskus , und interpretierte so die postsynodale Exhortation in Kontinuität mit der Lehre der Kirche. 
Auf der anderen Seite hielt Erzbischof Bruno Forte, Generalsekretär der vergangenen beiden Synoden, eine Pressekonferenz , während der er bemerkte, daß Papst Franziskus ihm während der Synodenarbeit erzählt habe, daß "wenn wir ausdrücklich von der Kommunion für die wiederverheirateten Geschiedenen sprechen, werden diese Leute (wohl die Konservativen-meint der Herausgeber) ein Chaos machen. Laßt uns deshalb darüber nicht in direkter Weise sprechen, einfach Platz für die Voraussetzungen schaffen, ich werde dann die Schlüsse ziehen."

Einerseits schafft Papst Franziskus schüchterne Öffnungen für eine mögliche Kommission, was meistens dazu führt, die Diskussionen einzufrieren (siehe die Kurienreform). Andererseits werden seine Erklärungen von der Presse und denen ausgenutzt, die ihn- mit einer klaren Agenda hinter seinem Rücken- gewählt haben.

Einerseits gibt es die offiziellen Rollen in der römischen Kurie, auf der anderen Seite verlieren diese Offiziellen ständig an Einfluß, während diese Art Parallelkurie, die immer einflußreicher wird, weil sie direkten Zugang zum Papst hat, mit ihm die Themen diskutiert, ohne daß sie durch die offiziellen Kanäle passieren. 

Diese Parallelkurie wird oft in der Domus Sanctae Marthae angetroffen, dem Hotel, in dem der Papst lebt. Hier verlieren wir die Spur der päpstlichen Handlungen und auch oft der Menschen, die direkt mit ihm sprechen.
Der Papst lebt dort mit vielen anderen Menschen zusammen, weil das Hotel viele Prälaten beherbergt. Es genügt, daß einer dieser Prälaten einen Gast empfängt und dann diesen Gast direkt zu den Räumen des Papstes bringt und niemand wird eines Treffens mit dem Papst gewahr werden, wenn der Gast nicht selbst die Nachricht davon verbreitet.

Es scheint, daß sogar der Italienische Premierminister, Matteo Renzi, letzte Woche so heimlich den Papst besuchte, am Vorabend der Abstimmung über ein Gesetz zur Zivilehe im Italienischen Parlament, das angenommen wurde und so den Weg für eine mögliche, zukünftige Zustimmung zur HS-Ehe bereitete. Niemand wußte von dem Treffen und selbst die, die darüber berichteten, taten das vorsichtig.
Papst Franziskus hat sich am 9. Mai auch mit zwei Repräsentantinnen der Brasilianischen Volksbewegungen getroffen. Die beiden Frauen sprachen mit dem Papst über die Lage in Brasilien und das Impeachment gegen Präsidentin Dilma Roussef. Sie sprachen über das Treffen, während sie ein Bild mit niedriger Auflösung davon lieferten und vorwiegend linksgerichteten Agenturen Interviews gaben.
Selbst die berühmte Begegnung des Papstes mit Bernie Sanders, dem Präsidentschaftskandidaten der Demokratischen Partei, folgte den selben Kriterien: Sander kam zur Vaticankonferenz, wurde in Santa Marta untergebracht und zusammen mit einigen anderen Gästen sollte er auch am Morgen des 16. Aprils am Eingang sein, um den Papst zu begrüßen, der zu seinem 1-Tages-Trip nach Lesbos aufbrach. Wie der Papst bei der "Fliegenden Pressekonferenz" sagte: "es wäre rüde gewesen, ihn nicht zu begrüßen."

Mal was zum Freuen zwischendurch

Besonders in den letzten Tagen gab's ja einigen Ärger, da tut's doch gut, die eine oder andere positive Nachricht zu hören:

Am Pfingstsonntag war der ehemalige Vatikan-Korrespondent des BR, Michael Mandlik Gast im BR Stammtisch (es gab diesmal keine Live-Übertragung aus Rom) und berichtete in kurzen Worten über seinen guten Kontakt zu Papst Benedikt, der bis heute anhält:




Beten wir also weiter für unseren Papa emerito, dass der Herr ihm seine Gesundheit, seinen wachen Geist und seine Lebensfreude noch lange erhält.

Die ganze Sendung kann man hier ansehen