Samstag, 21. Januar 2017

Gibt es bereits ein Schisma oder steht es bevor? Historische Überlegungen von A. Gagliarducci

A. Gagliarducci setzt sich bei MondayVatican ausführlich mit der aktuellen Lage in der Kirche, nach Amoris Laetitia und den "dubia" auseinander und vergleicht die von nicht wenigen als veritables "verdecktes Schisma" beschriebene Situation mit den geschichtlichen Voraussetzungen und geopolitischen Umständen bei den bisherigen historischen Schismen. Und entfaltet den interessanen und bedenkenswerten Gedanken, daß wenn es ein Schisma gibt, es dieses mal auf Grund der geopolitischen, sozio-ökonomischen und kulturellen Entwiklung von Latein-Amerika ausgeht.
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          "PAPST FRANZISKUS: ÜBER DAS VERDECKTE SCHISMA HINAUS" 

"Die am 13. Januar veröffentlichte Lineamenta für die kommende Synode für die Jugend haben den Weg für einen Zugang zu Synode bereitet. Vieles hat sich seit den Zeiten geändert, als man dachte, daß die Bischofs-Synode der Kurie zu mehr Geltung verhelfen würde- der Chairman des ersten Treffens der Leiter der Dikasterien unter Papst Franziskus war Kardinal Baldisseri, Generalsekretär der Bischofssynode.
In der Zwischenzeit kursierte das Gerücht über eine größere Rolle der Bischofssynode bei Papstwahlen-auf Basis eines Plans Papst Pauls VI. Im Augenblick scheint nichts derartiges im unmittelbaren Angebot zu sein. Die Synode wird lediglich zu einer Gelegenheit zur Diskussion und für den Papst zu einer Entschuldigung Themen auf seine Weise anzugehen.

Die Debatte nach den Familien-Synoden
Das wird durch die Diskussion bewiesen, die über das Thema der wiederverheirateten Geschiedenen entstand, das über die Interpretation einer Fußnote in "Amoris Laetitia" Feuer fing und in der Veröffentlichung der "dubia" der vier Kardinäle gipfelte.
Diese Veröffentlichung zeigte, daß es innerhalb der Vatican-Welt ein breitgefächertes Meinungsspektrum gibt. obwohl fast alle die traditionelle Lehre bewahren wollen.
Unter denen sind auf der einen Seite die, die alle in den dubia angesprochenen Fragen teilen, die sei aber nicht öffentlich gemacht und vorsichtiger gehandelt hätten. 
Auf der anderen Seite sind die- die wie die Kardinäle,die die dubia vorgebracht haben- denken, daß zum  Wohl der  Kirche eine Klärung nötig ist und daß diese Klärung direkt vom Papst kommen muß.

Beide Positionen sind legitim. der zweite Standpunkt wird sowohl von vielen Kardinälen und Bischöfen als auch Priestern geteilt, die nicht wissen, wie sie die geforderte Differenzierung bei den wiederverheirateten Geschiedenen anwenden sollen. Für den mainstream schienen die dubia nur ein dialektisches Thema zu sein, losgelöst vom Volk Gottes. n 
Tatsächlich sind die Themen pragmatisch und -weil sie im Zweifel sind ergreifen viele Priester entweder die Initiative, die sie irgendwie von der Kirchenlehre entfernt oder sie hängen ihre Initiative an diese Lehre an, ohne die kreative Fähigkeit, sie realen Situationen anzupassen.


Viele werden kommen und sagen "Ich bin's" ....

... aber sie sind es nicht!


Gestern ist einer dieser von aller Welt gefeierten "Möchtegern-Messiasse" in einen Hubschrauber gestiegen - und weg war er...

Ein Grund mehr, einmal wieder den einzigen und wahren Messias zu feiern. Natürlich mit dem schönsten Lied, das ihm jemals gewidmet wurde:



Der Herr sei gepriesen - Von nun an und in alle Ewigkeit!


Fundstück: Was wir aus der Geschichte des Römischen Reiches für die Kirche lernen können.

Wenn es nicht schon zu spät ist....
Marco Gallina macht sich angesichts der aktuellen Entwicklung in der Römischen Kirche Sorgen- und spricht uns damit aus der Seele- nicht nur, daß er dem "einfachen Volksglauben" die Ehre gibt, wie übrigens Papst Benedikt XVI das - trotz aller Gelehrtheit- immer getan hat, er zieht die Geschichte -hier die Geschichte des antiken Roms- als Meßinstrument für das heutige Tun des amtierenden Pontifex heran, ein Meßinstrument, das zugleich eine eindrucksvolle Illustration -auch für den traurigen Zustand heutiger Theologie-liefert. 
Eine Verteidigung des traditionellen Katholischen Glaubens- die von einem Atheisten kommen muß?
Egal. LESEN!
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"....eine Konfession, die sich so auf Tradition und Geschichte beruft, in ungebrochener Kontinuität lebt, und die Ewige Stadt als Statthalterin weiterführt, kann darin keinerlei Spott, als vielmehr Lob erkennen.
Dennoch: betrachten wir die derzeitige Aufweichung von Dogmen, die Verwirrung von Lehrmeinungen und eine falsch gemeinte Toleranz, die in ihrer Art jener auf politischer Ebene frappierend ähnelt, so macht mir das Hier und Heute zu schaffen. Wenn das Jesuskind nicht mehr das Wunder jenes Gottes ist, der seine Größe dadurch erreicht, dass er sich winzig machen kann, sondern stattdessen als schutzlos gilt; wenn Jesus nur noch als leidender Mensch erscheint, dem man Unterschlupf, Nahrung oder Krankenhilfe leisten soll, und nicht mehr der glanzvolle Sieger gegen den Tod am Tag der Auferstehung; wenn wir nur noch den Menschen in Christus sehen, nicht aber mehr den Gott; dann hat man den Eindruck, dass nur noch das Irdische eine Rolle spielt, nicht aber mehr das Überirdische. So, als sei dieser ganze Glaube nur noch ein Humanismus, angereichert mit ein paar Geschichten und Festen.".....
Quelle: Marco Gallina

Requiem für einen getöteten König

Am 21.1.1793 um 10:22 wurde Frankreichs König Louis XVI auf der Place de la Revolution
-heute Place de la Concorde"- hingerichtet.

       

Der Psalm vom heutigen* Tag

ist schwer interessant, handelt es sich dabei doch um den 85. Psalm und er lautet, in der
Version die verwendet wird, wie folgt:

Erweise uns, Herr deine Huld,
und gewähre uns dein Heil!
10 Sein Heil ist denen nahe, die ihn fürchten.
Seine Herrlichkeit wohne in unserm Land. - (R)
11 Es begegnen einander Huld und Treue;
Gerechtigkeit und Friede küssen sich.
12 Treue sprosst aus der Erde hervor;
Gerechtigkeit blickt vom Himmel hernieder. - (R)
13 Auch spendet der Herr dann Segen,
und unser Land gibt seinen Ertrag.
14 Gerechtigkeit geht vor ihm her,
und Heil folgt der Spur seiner Schritte. -

Na das ist doch mal ein Wort!
wollen wir hoffen, dass es wahr wird.


Freitag, 20. Januar 2017

"Niemand hat das Recht, seine eigene Kirchengeschichte zu erfinden."

George Weigelbedeutender Senior Fellow des Washington D.C. Zentrums für Ethik und Öffentliche Ordnung, wo er den William E. Simon-Lehrstuhl für Katholische  Studien inne hat, hat einen sehr lesenswerten und wichtigen Artikel über die Versuche zur Fälschung der Kirchengeschichte aus ideologischen Gründen und im Rahmen des sich in der Kirche anbahnenden Schismas geschrieben, der bei "First Things" veröffentlicht wurde.  
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                            "GEFÄLSCHTE GESCHICHTE"

"Als er über öffentliche politische Debatten sprach, sagte Daniel Patrick Moynihan den berühmten Ausspruch , daß während jeder das Recht auf seine Meinung hat, niemand ein Recht auf seine eigene Fakten hat. Etwas Ähnliches könnte man über die heutigen Diskussionen innerhalb der Kirche sagen: jeder hat das Recht auf eine eigene Meinung über den Zustand des Katholizismus 2017, aber niemand hat das Recht, seine eigene Kirchengeschichte zu erfinden.

Ich dachte an Moynihans Regel, als ich den Beitrag des britischen Schriftstellers Paul Valley vom 17. Dezember im Guardian las. Darin argumentiert der Autor einer wichtigen Papst-Franziskus-Biographie, daß der Papst " das Kardinalskollegium regelmäßig mit eher gemäßigten Hirten als mit doktrinären Ideologen auffüll."
Das ist natürlich eine journalistische Standardtour. Es ist aber auch gefälschte Geschichte.

Das kann leicht durch eine Konsultation des Annuario Pontificio, des Vaticanischen Jahrbuches nachgeprüft werden. Dort- auf den Seiten, die dem Kardinalskollegium gewidmet sind, kann man diese Namen in der Reihenfolge ihrer Kardinalsjahre finden:
Roger Etchegaray, Godfrid Danneels, Thomas S. Williams, Paul Poupard, Achille Silvestrini, Angelo Sodano, Roger Mahony, Jaime Ortega, WIlliam Keeler, Dario Castrillón Hoyos, Dionigi Tettamanzi, Christoph Schönborn, Giovanni B. Re, Walter Kasper, Theodore McCarrick, Óscar Rodríguez Maradiaga, Cláudio Hummes, Cormac Murphy-O’Connor, Karl Lehmann, Renato Martino, Tarcisio Bertone, Peter Turkson, Franc Rodé, Leonardo Sandri, Giovanni Lajolo, Seán Brady, Oswald Gracias, Odilo Scherer, Francesco Monterisi, Kurt Koch, Gianfranco Ravasi, Reinhard Marx, Francesco Coccopalmerio, João Braz de Aviz, Domenico Calcagno, Rainer Maria Woelki, Béchara Boutros Raï, und Luis Antonio Tagle.

Ich möchte nicht rüde erscheinen, aber jeder, der sich vorstellt, daß irgendeiner dieser Männer ein "doktrinaler Ideologe" ist hat seinen Anspruch ein glaubwürdiger Vaticanist zu sein verspielt.
Jeder einzelne von ihnen wurde von Johannes Paul II oder Benedikt XVI zum Kardinal ernannt. Jeder. Einzelne.

Darüber hinaus waren die Kardinäle Danneels, Kasper, Lehmann und Murphy O´Connor unter den Hauptförderern Kardinal Jorge Mario Bergolgios im Präkonklave von 2013.
Nachdem das Konklave Bergolgio zum Papst gewählt hatte, berief der neue Pontifex sofort die Kardinäle Rodriguez Maradiaga, Gracias und Marx in seinen Kardinalsrat, ein päpstliches Küchenkabinett für die Kurienreform. Die Kardinäle Braz de Aviz, Calcagno, Coccopalmerio, Hummes, Koch, und Schönborn haben bisher wichtige Rollen im Pontifikat gespielt und Kardinal Tagle ist auf jeder "Großen Erwähnungsliste"  der zukünftigen Papabile.

Und um es noch einmal-appassionato e fortissimo-zu wiederholen: jeder dieser Männer ist von Johannes Paul II oder Benedikt XVI kreiert worden.

Geschichte in zwei scharf kontrastierende Perioden zu teilen, macht gelegentlich Sinn. 
Da kommen einem die USA vor und nach dem Bürgerkrieg in den Sinn; vor dieser großen Sintflut sagten die Leute "die USA sind..."  danach "die USA ist....".
Japan vor und nach dem II. Weltkrieg ist ein anderes Beispiel,wo eine strikte Zweiteilung keine Simplifizierung bedeutet.
Aber solche Beispiele sind selten. 
Polen erlebt heute eine Periode innenpolitischen Streits, der auffallend den Debatten des Landes über seine Identität in den 20-er und 30-er Jahren ähnelt.
Frankreich ficht auf gewisse Weise innere Debatten aus, die 1789 begannen. Geschichte ist viel organischer und in Entwicklung und sehr viel weniger linear als die künstliche Teilung der menschlichen Geschichte in zweigeteilte entgegen gesetzte Perioden suggeriert.

Das ist besonders für die Kirche wahr. Wir sind viel zu sehr daran gewöhnt zu denken, daß das II.Vaticanische Konzil eine Art kirchlichen Grand Canyons war, der zwei vollkommen verschiedene Perioden der Kirchengeschichte trennte.
Dennoch ist die am nach der Bibel am zweithäufigsten zitierte Quelle der Dokumente des II. Vaticanischen Konzils ist das Lehramt von Papst Pius XII, dessen reformierende Enzykliken in den Mittvierzigern, die Dynamik beschleunigten, die das Konzil zwischen 1962 und 1965 formten.
In der Tat ist das II. Vaticanum ohne die Päpste Leo XIII (1878-1903), Pius X (1903-1914), Benedict XV (1914-1922), Pius XI (1922-1939), und Pius XII (1939-1958) undenkbar.

Darüber hinaus ist der Gedanke, daß die Pontifikate Johannes Pauls II und Benedikts XVI intellektuell steril waren einfach lächerlich. Sie waren die Jahre der Theologie des Leibes, der großen Enzykliken  Redemptor Hominis, Dives in Misericordia, Veritatis Splendor, Redemptoris Missio, und Centesimus Annus und die bemerkenswerten "September-Reden" Benedikts XVI in Regensburg. NewYork, London und Berlin. Zwischen 1978 und 2013 wurde der Kirche ein reicher Corpus päpstlicher Lehren,- intellektuell kühn und evangelisch fruchtbar- gegeben.

Man tut Papst Franziskus keinen Gefallen, seine beiden Vorgänger als starre Ideologen herabzusetzen. Das ist auch Geschichtsfälschung."

Quelle: First Things , George Weigel

Kardinal Sarah über das Leid und das Schweigen Gottes

Wieder habe ich meinen Nachtspaziergang durch die Blogozese gemacht, ja ich weiß, draussen wäre besser, wegen der Bewegung an der frischen Luft und so, aber was will man in diesen Zeiten in denen wir leben, denn sonst machen, wenn man halbwegs wissen will, was so los ist in der katholischen Welt?
Es ist ja nun mal so, dass der ganze offizielle Kram einfach langweilig ist, was eines der Probleme, mit denen wir uns so rumschlagen ist. Dennoch will ich hier nicht eine Abhandlung über Form und Inhalt schreiben, sondern auf ein Fundstück hinweisen.
Bei Brunonis findet sich ein Teil eines Interviews das Kardinal Sarah gegeben hat, wo dem Kardinal die Frage gestellt wird:

Bleibt Gott auch dann noch still, wenn der innerliche Mensch die Stille sucht, um Ihn zu finden? Und wie können wir verstehen, was einige das „Schweigen Gottes“ nennen angesichts von Dramen extremer Bosheit, wie der Shoa, der Gulags…? Oder, allgemeiner gesagt, läßt die Existenz des Bösen die „Allmacht Gottes“ in Zweifel ziehen?

Der Kardinal antwortet lang und ausführlich, wie man hier in voller Länge nachlesen kann.

und dann verfasst er ein Gebet, dass, zumindest mich trifft, weil es auch  Themen nicht ausweicht, die uns beschäftigen:

Ich habe dich vor Schmerz schreien gehört,als deine Kinder von Bomben zerschmettert wurden.Ich habe dich in den Krankenhauszimmern entdeckt,wo du Therapien ohne Liebe unterworfen wurdest.

Donnerstag, 19. Januar 2017

Father Hunwicke 2.0

Father John Hunwicke hat seine Überlegungen zur Causa Vatican versus Malteser Orden weiter geführt und fragt sich, was noch passieren könnte.
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                       "PAPST FRANZISKUS UND DIE PÄPSTLICHE MACHT" (2)
"Scherz beiseite. Seine Exzellenz Bischof Fellay wäre kein Mensch, wenn er den päpstlichen Angriff auf den Malteser Orden nicht mit einiger Besorgnis beobachtete. Die FFI waren doch nur ein junger und verletzbarer Orden, Aber...eine aggressive Einmischung in die Angelegenheiten des alten, ehrwürdigen Souveränen Ordens von Malta...gestärkt wie er durch Jahrhunderte der Rechtssprechung ist und mit internationalem Rechtsstatus...

Wir wissen nicht welche Art Angebot auf dem Tisch der SSPX liegt. Wenn es so robust ist, daß die Gesellschaft- würde Rom in der Folge böswillig agieren- die Übereinkunft aussetzen könnte und zu seiner augenblicklichen de-facto-Unabhängigkeit zurück zu kehren, kann ich nicht sehen, daß die Annahme zu gefährlich wäre. Was wäre verloren? Aber es könnte -möglicherweise-viel zu gewinnen sein.

Aber wenn der Entwurf des Deals einem folgenden Papst ermöglichen würde, die Gesesllschaft zu übernehmen, die meisten Bischöfe und Priester von ihren Altären und aus ihren Häusern zu verjagen und sie der Stiftungen zu berauben, die die Gläubigen ihnen in fast einem halben Jahrhundert hinterlassen haben und sie ohne Kirchen, Kapellen und Seminare zurück zu lassen.
Zurück zu Feld 1 und die Messe in Garagen und Pfadfinderhütten zu zelebrieren....wer könnte dann leugnen, daß es wirklich eine Notsituation gibt?

Es hat in der Vergangenheit wirklich Beispiele Römischer Böswilligkeit gegeben. Man erinnert sich an die großen, früher "unierten" (griechisch-katholische) Ruthenischen Gemeinschaften, die durch faktische und kulturelle Bigotterie zu Zehntausenden ins Schisma getrieben wurden.
Einige könnten sich sogar an die vorsätzliche Schwächung der Englischen Kirche durch Papst Carafa, Paul IV, erinnern- in Verfolgung seiner manisch hispanophobischen Politik, die Elisabethanische Regelung so viel leichter durchsetzbar machte. Nicht jeder Papst war immer eine Persönlichkeit, die groß genug war, sich über die kleinliche Engstirnigkeit seines eigenen Zeitalters und seiner Kultur zu erheben. Und das, ohne auf die vorsätzlich spaltende Politik anzuspielen, zu der von manchen, die Papst Bergoglio umgeben, ermutigt wird.

Und wenn- wie der bewunderungswürdige Papst Ratzinger- ein Papst fähig ist, über dem Strom der öffentlichen Angelegenheiten zu stehen-ist es wahrscheinlich, daß er sich dem lärmenden Böswilligkeit der Wölfe gegenüber sieht.

Wir leben in gefährlichen Zeiten."

Quelle: liturgicalnotes, Father Hunwicke

Ja = Nein und 2+2= 5 , oder die neue theologische Definition der Vernunft. Nachzulesen bei Sandro Magister

Sandro Magister fragt sich auf Settimo Cielo /L´Espresso, ob für Amoris Laetitia und die Kommunion für wiederverheiratete Geschiedene Ja und Nein gleich sind - und führt als Beweis die Situation in der Diözese Florenz an. Und schließt daraus, daß niemand sich über die "dubia" wundern sollte.
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"JA" ODER "NEIN" SIND FÜR MICH GLEICH.  IN FLORENZ FUNKTIONIERT "AMORIS LAETITIA" SO"

Die Instruktionen der Malteser Bischöfe sind nur die letzten, die Bischöfe in ihren Diözesen herausgegeben haben, wie "Amoris Laetitia" zu interpretieren und in die Praxis umzusetzen ist.

Instruktionen, die einander oft widersprechen, so daß in der einen Diözesen wiederverheirateten Geschiedenen, die "more uxorio" leben, die Kommunion gespendet wird, während das in anderen Diözesen, vielleicht sogar einer benachbarten, nicht geschieht.

Aber da ist mehr. Es passiert sogar, daß es in einer Diözese beides gibt, daß Ja und Nein offiziell gleichzeitig erlaubt sind.

       
                                              Firenze

Das ist z.B. in der Erzdiözese Florenz der Fall.

Da hat Erzbischof Kardinal Giuseppe Betori einen "diözesanen Kurs zur Fortbildung" eingerichtet, um Priester und Gläubige in der richtigen Interpretation von "Amoris Laetitia" zu unterrichten,

Im ersten Teil des Kurses, am vergangenen 8. Oktober, hat Kardinal Betori für eine generelle Einführung des Dokumentes von Papst Franziskus Kardinal Ennio Antonelli geholt, seinen Vorgänger als Erzbischof von Florenz und von 2008 bis 2012 Präsident des Päpstlichen Rates für die Familie, eine Autortität auf diesem Gebiet.

Antonelli legte Instruktionen fest, die in perfekter Kontinuität zum Lehramt der vorhergehenden Päpste stehen und schloß deshalb die Kommunion für wiederverheiratete Geschiedene, die "more uxorio" leben, aus. Und er hielt seinen Bann aufrecht, trotz der Tatsache, daß einige Tage vorher in der Diözese Rom Kardinal-Vikar Agostino Vallini mit Zustimmung des Papstes ein "vorwärts" für die Kommunion gegeben hatte.

"In Rom Ja, In Florenz Nein. So spaltet “Amoris Laetitia” die Kirche"

Danach holte Betori einmal im Monat andere Redner, der-einer nach dem anderen.-die verschiedenen Kapitel von "Amoris Laetitia" erklären sollten.

Aber wem sollte die Aufgabe vom 25. März anvertraut werden, die Richtlinien für die Interpretation von Kapitel 8, dem kontroversesten von allen, festzulegen?

Msgr.Basilio Petrà, dem Präsidenten der italienischen Moraltheologen, der einer der glühensten Anhänger der Kommunion für wiederverheiratete Geschiedene ist.

In einem ausführlichen Kommentar der postsynodalen Exhortation, die im vergangenen April in Il Regno veröffentlicht wurde, erlärte Petrà es sogar für "unnötig", einen Priester und das sakramentale interne Forum - also die Beichte, zur Unterscheidung, ob die geschiedene und wiederverheiratete Person die Kommunion empfangen könne, zu konsultieren.


Fundstück


Marco Gallina erklärt uns überzeugend, warum wir Starbucks meiden sollten und wir geben das gern weiter. Gefunden haben wir seinen Aufruf gegen starbuck im Löwenblog.....
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Und hier eine kurze Zusammenfassung der 5 -nein nicht dubia- sondern Gründe:

1. Starbucks vergewaltigt Dantes Erbe

2. Starbucks ist unästhetisch
 ...(Aber was verlangt man auch von einer Kette, die das Trinken von Kaffee im Pappbecher erst salonfähig gemacht hat?)

3. Starbucks finanziert Organhandel.
..."Kein Blut für Kaffee."

4. Starbucks vernichtet regionale Identität.

5. Starbucks befürwortet das Winterfest 
... (bzw.: die „Holiday season“). 

Gallina betrachtet starbucks nicht zu Unrecht als die Inkarnation der Chimäre des Kulturrelativismus.  Und er plädiert dafür keinen Fußbreit Italianitá preiszugeben.
Dem schließen wir uns von ganzem Herzen an.
Ja und Gott segne Italien! Besonders in diesen schweren Tagen....

Quelle: Löwenblog, M.Gallina

Kardinal Levada im Interview

Joan Frawley Desmond gibt im National Catholic Register das Interview wieder, das Kardinal William Levada am 9. Januar dem Register gegeben hat,  Zunächst geht es um seine Sicht,  wie die Kurie mit Mißbrauchsfällen umgehen sollte und dann um seine Erinnerungen an seine Zeit in der Glaubenskongregation und darum, wie er den Amtsverzicht Papst Benedikts und das  Erbe, das er der Kirche hinterläßt, beurteilt.
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"KARDINAL LEVADA ÜBER PAPST BENEDIKT DIE GLAUBENSKONGREGATION UND DIE VERFOLGUNG DES SEXUELLEN MISSBRAUCHS DURCH KLERIKER"
Der emeritierte Präfekt der Glaubenskongregation verteidigt ihre Rolle als Quelle  der EInheit für die Universale Kirche und ihr Expertentum bei der Verfolgung von Fällen sexuellen Mißbrauchs durch Kleriker."


                         Cardinal William Levada


Unter den Rufen nach Dezentralisierung der römischen Kurie durch einige Kirchenführer und Theologen, hat Kardinal William Levada, emeritierter Präfekt der Glaubenskongregation die entscheidende Rolle als Richter des Glaubens und der Moral der universalen Kirche unterstrichen,
Kardinal Levada sagt auch, daß die CDF besonders dafür qualifiziert war, die....zu verfolgen, eine Verantwortung die ihr 2001 vom Hl. Papst Johannes Paul II übertragen wurde -in seinem Motu Proprio "Sacramentorum Sanctitas Tutela".
In den letzten Monaten ist in Medienveröffentlichungen über Vorschläge innerhalb des Vaticans berichtet worden, die Verfolgung von Mißbrauchsfällen auf ein anderes Dikasterium zu übertragen,
Diese Berichte sind nicht offiziell bestätigt worden und Kardinal Levada hat sie nicht direkt angesprochen. Eher denkt er über die einzigartige Expertise der Glaubenskongregation im Umgang mit diesen oft komplizierten Fällen in den letzten 16 Jahren nach.

Kardinal Levada, 80, der frühere Erzbischof von San Franzisko, der sich 2012 als Präfekt der Glaubenskongregation zurückzog, hat am 9. Januar an einem Wohnort, auf dem Gelände des St. Patrick Seminars in Menlo Park in Kalifornien in einem ausführlichen Interview mit dem Register seine Kommentare  abgegeben. Die Unterhaltung betraf seine Jahrzehnte im Dienst der Kirche als Theologe, Bischof und Präfekt der Glaubenskongregation und er diskutiert auch das Erbe des Papa emeritus Benedikts XVI.
Weil manche Kirchenführer und Gelehrte auf Reformen der römischen Kurie drängen, die den nationalen Bischofskonferenzen mehr Macht geben könnten, im Interesse der Kollegialität und Synodalität, ist darüber gesprochen worden, den nationalen Bischofskonferenzen die Macht zu geben. einen unabhängigen Weg bei Fragen des Glaubens und der Moral einzuschlagen.
Kardinal Levada hat solche Reden unberücksichtigt gelassen und vorhergesagt, daß der enorme Wert der Glaubenskongregation für die Einheit der Universalen Kirche anerkannt und gesichert wird.

Bischofskonferenzen können sich mit vielen Dingen befassen "sagte Kardinal Levada dem Register als er an seine eigene Arbeit  mit seinen Mitbrüdern in der US-Bischofskonferenz erinnerte.
Er charakterisierte die Beziehung zwischen der Kongregation und den nationalen Bischofskonferenzen als ein "Nehmen und Geben". Und er stellte fest, daß es "sehr wichtig ist, einen Präfekten zu haben, der Erfahrungen als Bischof hat, weil in gewissem Sinn, die Bischöfe die Hauptpartner der römischen Kurie sind, und deshalb muß es einen Dialog darüber geben. wie die Richtlinien des Papstes in die Praxis umzusetzen sind und dann dem Papst über die entstehenden Probleme zu berichten:"
Aber er stellte die Vorschläge in Frage, die darauf abzielen, die Rolle der Kongregation herunter zu spielen und den nationalen Konferenzen mehr Unabhängigkeit zu geben- als sei der Vatican wie die Europäische Union angesichts des angedrohten Exits von Ländern. die mehr Autonomie anstreben.

"Ich denke nicht, daß es ein nützlicher Vorschlag wäre" sagte er. "Es scheint auf der Meinung zu beruhen, daß die Kirchenstrukturen fast ausschließlich auf einer politischen Sicht dieser Strukturen beruhen und daß diese Meinung nicht die theologischen Wurzeln der Kirche berücksichtigt: wie die Strukturen versuchen sollten, das was Jesus selber uns hinterlassen und als Kirche etabliert hat, zu bewahren und zu verbessern."

"Das ist nicht nur organisatorisch, Das ist Teil der Göttlichen Offenbarung, mit der Jesus eine Kirche gründen wollte und durch die er Haupt seines Körpers, der Kirche, ist" fügte er hinzu.
"Das sind Diskussionen, die weiter gehen werden, aber ich erwarte keinerlei dramatische Dezentralisierung", sagte Kardinal Levada. "Es gibt Dinge, die dezentralisiert werden können. Aber "Unabhängigkeit" ist kein Teil der Beziehung. Das ist Solidarität und Zusammenhalt."

Mittwoch, 18. Januar 2017

Fundstück

Traurig aber wahr -und jeder weiß es schon- nur wird es noch nicht öffentlich ausgesprochen:  das Schisma ist da.
Heute kann man es in der Tagespost lesen, wo wir es gefunden haben.
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Da schreibt Guido Horst im Leitartikel:

"Mit seinem im italienischen Fernsehen vorgebrachten Votum, dass gewisse Unklarheiten im achten Kapitel des nachsynodalen Schreibens keine „Gefahr für den Glauben“ darstellen und eine Korrektur des Papstes derzeit unmöglich sein, hat Kardinal Gerhard Müller eine womöglich weitreichende Entscheidung getroffen. Eine Antwort von Franziskus auf die Fragen beziehungsweise Zweifel der vier Kardinäle wird es nicht geben. Sonst hätte der Präfekt der Glaubenskongregation nicht so eindeutig gesprochen. Aber die Antworten kommen jetzt von anderer Seite. "

Wir wissen, welche Antworten das sind, es sind die der Maltesischen Bischöfe....und es ist das immer offener zu Tage tretende Schisma, in dem Polen gegen Argentinien steht, Malta gegen Mailand und Rom nicht mehr entscheidet sondern nur Zuschauer ist.
Dass das so schnell gehen würde, haben wir nicht gedacht.

Quelle. Tagespost, Guido Horst

Der neue Kampf- nicht nur um Rom- sondern auch um die Unfehlbarkeit

Antonio Righi sagt bei "Le chronache di Papa Francesco"  zum aktuellen Tanz um die Unfehlbarkeit des Papstes und das ausgerechnet "Amoris Laetitiae" wegen, zu dem die Progressisten auffordern, klipp und klar, was zu sagen ist. Spätere Theologen und Kirchenhistoriker werden sich dann mit dem Thema "unfehlbare Fußnoten" befassen können....
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          "Das Papsttum ist nicht automatisch unfehlbar."

 "IST DER PAPST IMMER UNFEHLBAR? NEIN. DARF MAN IHN KRITISIEREN? JA."

Wie konnte Kardinal Raymond Burke es wagen, "La Verita" Interviews zu geben und eine Entscheidung des Papstes zu kritisieren? Für wen hält er sich? Er, der den Konservativen gibt, schuldet er der "unfehlbaren" Autorität des Papstes nicht Gehorsam?
Erklärungen dieser Art kann man in Fülle im Netz finden, besonders von progressistischen Katholiken und ihren unterstützenden zelotischen Laien.
Die, die bis gestern das Dogma der päpstlichen Unfehlbarkeit als alten Abfall aus der Vergangenheit lächerlich gemacht haben, verstecken sich heute hinter der Lehre, hinter dem Gesetz, hinter der Autorität, um nicht nur einen, sondern viele Kardinäle daran zu hindern, einfache Fragen zu stellen. Fragen-wohlgemerkt- die den einzigen Fehler haben, klar, ohne Zweideutigkeit zu sein; um a priori zu verhindern daß -durch ihre Formulierung selbst, ihr Adressat eine zweideutige, vage, sagen wir jesuitische Antwort gibt.
Jesus widmet im Evangelium der Ehe wenige aber klare Worte und lädt die, die ihn lieben, dazu ein, seine Gebote zu beachten. Amoris Laetitia-hingegen-ist ein wortreiches Dokument, wenig schlüssig, in dem doktrinale Neuerungen, für die es konzipiert worden ist, vorsichtig in drei Fußnoten (die immer wieder gelesen werden müssen, um zu verstehen, was sie sagen sollen) untergebracht wurden. Amoris Laetitia ist auch ein synodales Dokument, das nicht von den Synodenvätern geschrieben wurde, sondern von einigen Ghostwritern, die- ab origine- wegen ihrer Einstellung ausgewählt wurden. Redigiert am Anfang und nicht wie es sein sollte am Ende der Synode; Aufgezwungen durch eine Minderheit im Herzen der Kirche, die eine Mehrheit werden wollte, indem sie sich auf die der katholischen Ehe-Lehre feindlichen Medien stützen. Ein wenig wie das Bündnis zwischen Judas, Pilatus und den Pharisäern gegen Jesus.
Die Wahrheit muß gesagt werden: in der Kirche ist ein veritabler Krieg im Gange, zwischen zwei immer klarer definierten Parteien. Die dem Lehramt von Johannes Paul II und Benedikt XVI über das Leben und die Familie am nächsten stehenden Kardinäle auf der einen Seite und die alten Gegner à la Walter Kasper auf der anderen.
Im Journalismus sind die Koalitionen so, wie man es erwarten konnte: die, die Benedikt immer geliebt haben, wie Sandro Magister, Marco Tosatti, Antonio Socci, Giuseppe Rusconi, Lorenzo Bertocchi.....um zu sagen, wie wenig Lehre, Kollegialität, Toleranz, Barmherzigkeit es in der gegenwärtigen Leitung der Kirche gibt; die progressistische Front von Alberto Mellori, Luigi Accattoli, Marco Politi etc. um mit massiven Dosen an Weihrauch angemessen "das wunderbare und progressive Ergebnis" der neuen Kirche von Franziskus zu feiern.
Mit einigen Überraschungen:
Der alte "Rechte" AndreaTornielli , der eine zeitlang den traditionellsten Kreisen der Kirche nahe stand, ist mit Waffen und Gepäck zum Lobpreis, den er gestern noch verurteilte, übergelaufen und Aldo Maria Valli, bisher Vaticanist der gemäßigten Kirchen-Linken, heute aber desorientiert und ein wenig irritiert angesichts der stattfindenden genetischen Mutation.
Aber um auf Kardinal Burke und die anderen Kardinäle zurückzukommen: dürfen Katholiken den Papst kritisieren?
Die Antwort -im Licht der traditionellen Theologie ist klar: sicherlich!

Zuerst- aus einem sehr simplen Grund: dem ihrer Rolle und ihrer Pflicht. Die Kardinäle sind keine Haushofmeister, die elegante rote Socken tragen, sondern die Wähler und engsten Mitarbeiter des Papstes. Wenn dann Franziskus es vorzieht, Pannella, Bonino, Scalfari, Di Caprio & co zu treffen, wird es für die fraglichen Kardinäle Pflicht, weil es keine Antwort und keine Audienz gibt, ihre Zweifel öffentlich zu machen; Petrus "ins Gesicht" zu widerstehen, wie es vorbildhaft der Hl. Paulus in der Frühkirche tat.

Erinnern wir uns: die berühmten "dubia" sind dem Papst übermittelt worden. Genau er ist es, der gebeten wurde zu antworten. 2017 -500 Jahre nach der Revolte von Martin Luther, nach der Feier des rebellischen Mönchs durch Franziskus selbst- sprechen Burke und die anderen Kardinäle den Papst nicht mit lutherischen Vokabeln an.(Antichrist, Schwindler, Diener des Teufels....) . Sie delegitimieren seine Autorität nicht: sie bitten ihn, endlich klar zu sprechen. Vielleicht überzeugt, daß der Papst nicht den Mut hat, offen seinen Vorgängern zu widersprechen; oder sich vielleicht dem Heiligen Geist anvertrauen, der nach Ansicht vieler Theologen -eher als den Papst "auszusuchen", wie man oft fälschlicherweise sagt-verhindert daß der feierlich ex cathedra eine explizite Häresie verkündet.

Der Papst -und das ist die traditionelle Lehre der Kirche und der Geschichte-kann sich irren, sowohl in seinem persönlichen Leben als auch als privater Theologe . Der Hl. Vincent de Lérins schrieb: "Gott gibt bestimmte Päpste, andere toleriert er, wieder andere "fügt er zu".

Direkt nach der Verkündung des Päpstlichen Unfehlbarkeitsdogmas (1870) , wollte der Selige Kardinal John H. Newman in seinem Brief an den Herzog von Norfolk dessen Bedeutung erklären, im Bewußtein der Banalisation und der Mißverständnisse, die daraus hervorgehen würden: "Mit alle dem, bin ich weit davon entfernt, zu sagen, daß die Päpste niemals Unrecht haben; daß man ihnen niemals widersprechen soll, oder daß ihre Exkommunikationen immer eine Wirkung haben. Ich bin nicht angehalten, die Politik und die Aktionen der jeweiligen Päpste zu verteidigen... Unzweifelhaft gibt es Handlungen von Päpsten, an denen niemand hätte teilnehmen wollen."
"Das wirksamste Instrument der Unfehlbarkeit: man sehe sich die Arianische Krise an" .

"War Petrus unfehlbar, als Paulus sich ihm in Antiochia entgegen stellte? Oder der Hl. Victor, war er unfehlbar, als er die Kirche Asiens aus seiner Kommunion ausschloss, oder Liberius, als er den Hl.Athanasius exkommunizierte?....
Indem er so argumentierte, erinnert Newman daran, nichts Neues zu sagen, sondern sich weiterhin im Kielwasser des tausendjährigen Denkens der Kirche zu bewegen.
Die Kraft Burkes, Caffarras und der anderen Kardinäle, sogar der schüchternsten und unentschlossensten, wie Kardinal Müller, liegt dort: alles was sie tun, geschieht aus Liebe zur Kirche Christi.
Wenn sie Erfolg, Ehre, ein ruhiges Leben suchten, wären sie auf der andere Seite im Warmen."

Quelle: BenoîtXVI-et-moi, Antonio Righi, Le chronache di Papa Francesco


"Ich bin doch kein Renaissanceprinz"

Der lustige satirische Vortrag von Father Hunwicke hat alte Erinnerungen in mir wachgerufen:
Es war gerade mal drei Monate nach seiner Amtseinführung, dass Papst Franziskus ein Konzert zu seinen Ehren platzen ließ, weil er angeblich "zu viel zu tun habe" .... und wie dann hinter den Türen gemunkelt wurde: "Ich bin doch kein Renaissanceprinz"....

Da habe ich doch mal nach dem alten Beitrag aus dem Juni 2013 gesucht, wo er die ganze Welt ins Staunen versetzt hat, ob seiner "Demut".

Das Mysterium des leeren weißen Stuhls

ist gelöst-  oder die heutige Sedisvakanz in der Aula Paolo VI .

Heute nachmittag fand in der Aula Paolo VI ein Konzert zum Jahr des Glaubens statt, das das Orchester der RAI Papst Franziskus gewidmet hatte.

Kurz vor Konzertbeginn stellte sich heraus, dass der Papst wegen einer unaufschiebbaren wichtigen anderen Aufgabe das Konzert nicht besuchen konnte.
Die Gäste, die zusammen mit ihm das Konzert hören wollten, warteten ca. 15 Minuten, bis Bischof Fisichella vor die Besucher trat und erklärte, "dass der Papst wg. unvorhergesehener, dringender Arbeiten nicht kommen kann, dann läßt er Grüße ausrichten und sein lebhaftes Bedauern, dankt allen Musikern und Sponsoren und bestätigt daß alle für morgen geplanten Termine beibehalten werden...dann plaudert er noch ein bißchen über die 9. Sinfonie, als ein monumentales Werk.... "

Inzwischen kolportieren die italienischen Blogger und Vatican Insider*, dass Papst Franziskus den ganzen Nachmittag in seinem Zimmer in Santa Martha gearbeitet habe und dann kurz vor Konzertbeginn zu seinen Mitarbeitern gesagt habe, "Ich bin kein Renaissance-Fürst, der statt zu arbeiten, Musik hört".
Nun ja, zu Zeiten der Renaissance konnten sich das die Fürsten erlauben, ihre Gäste zu brüskieren.

Das Konzert war aber auch ohne Papst sehr schön:




Father Hunwicke platzt der Kragen....

Father John Hunwicke ist über den Umgang des Pontifex und des Kardinalstaatssekretärs mit dem Souveränen Malteser Orden unter totaler Mißachtung des souveränen Status des Ordens als Subjekt des interntionalen Rechts, mit dem der Vatican diplomatische Beziehungen unterhält, überhaupt nicht amused. Das drückt er auf gut britische und lesenswerte Weise mit ironischen Sarkasmus aus. Den Ausruf  "Lor luvaduck" haben wir mangels adäquaten Ausdrucks nicht übersetzt. Achtung Satire!
Hier geht´s zum Original bei liturgicalnotesklicken

   "PAPST FRANZISKUS UND DIE ZEITLICHE MACHT DES PAPSTTUMS"
"Der Bischof anglikanischen Rechts, Andrewes, fand sich traurigerweise vor der Aufgabe wieder, einige Vorwürfe zurückzuweisen, die Hl. Robert Bellarmin gegen König James VI und I erhoben hatte. Der Heilige hatte den König angeklagt, den Primat des Hl. Petrus zu leugnen.
Nein sagte Andrewes: "immo asserit" ( nein, er bekräftigt ihn). Und er fährt fort, zu erklären, was der König leugnet. Er leugnet die Idee, daß das eine irdische Monarchie mit einschließt, durch die der Papst das Recht [ius et potestas] über ihre Untertanen hat und Untertanen von ihrem geleisteten Treueeid zu ihrem König zu befreien (man sollte sich erinnern, daß das nur eine Generation nach "Regnans in exelsis" war).
Daß Andrewes seinen Souverän über seine Worte konsultiert hatte, wird durch König James´ eigenen Gebrauch ähnlicher Worte in seiner "Praefatio Admonitoria" von 1610 nahe gelegt:
"Sit [Papa], per me licet, primus Episcopus inter omnes Episcopos.; sed eo sensu Episcoporum Princeps quo Petrus Apostolorum Princeps.....pernego terrestrem esse aliquem Ecslesiae Monarchum, cuius verba pro legibus esse debeant, quique infallibitate spiritus nunquam in suis sententiis errare possit."

Gergory Dix kommentierte: "Das,mit seinem nunquam widerspricht nicht einmal formal der sorgfältig gehüteten Vaticanischen Definition der Unfehlbarkeit- nur in Glauben und Moral."
Ich würde hinzufügen, daß dieses eine Passaage ist, der ein Jahrhundert und länger vor dem I. Vaticanischen Konzil die katholische französische Bourbonen-Monarchie hätte zustimmen können. Und daß diese möglicherweise gallischen Gefühle anscheinend vom Monarchen, König James VII geteilt wurden, der seine Throne wegen seines sturen Beharrens auf dem Katholischen Glauben verlor.

Die Hypersuperüberpapalisten zu Zeiten Pius´ IX agitierten, glaube ich, für eine "dogmatische Definition " einer temporären Monarchie des Papstes. Aber allgemein wurde gedacht, daß alle diese
Vorstellungen (außer im Hinblick auf den winzigen Vatican-Staat) lange aus dem Bewußtsein sowohl der katholischen Menschen als auch des Papsttums selbst verschwunden waren.

Das heißt bis die überlebensgroße Figur unseres gegenwärtigen Heiligen Vaters, Papst Franziskus auf die Bühne gesprungen kam. Jetzt lebt augenscheinlich der Eindruck, daß der Römische Pontifex absolute, monarchische, sogar imperiale Jurisdiktion über Könige und Prinzen hat wieder auf und ist wohlauf.´
Wie es aussieht, kann der Papst vom Malteser Orden sofortigen Gehorsam verlangen, einer Körperschaft, die gesetzlich eine internationale Souveräne Entität ist. 
Es sieht so aus, als ob der Höchst Eminente Prinz, der Großmeister, ins Büro der Schuldirektors geschleppt und über den Stuhl (über´s Knie) gelegt wird.
Journalisten diskutieren, ob dem Papst bei seinem Umgang mit den Rittern eine nukleare Option zur Verfügung steht.

Nukleare Option! "Lor luvaduck!"  Vielleicht sollten Mr. Trump und Vladimir Vladimirowitsch ihre ballistischen Interkontinentalraketen neu auf die Wahre Bedrohung ausrichten, die Casa Santa Marta.
Vielleicht sollte Elizabeth II besser kontrollieren, ob sich nicht irgendein übereifriger Ultra-Bergoglianer ihre Kronjuwelen aus dem Tower von London unter den Nagel gerissen hat (und sie den Armen gegeben hat, soll heißen den geschiedenen Deutschen)!
Und zumindest sollten Msgr. "Rio Tinto" und Kardinal Farrell -in Rahmen eines neuen Gesetzes zur Verteidigung des Reiches, zu Personae non gratae in diesen drei Königreichen erklärt werden.
Kommen Sie zurück, Dr. Ian Paisley! Alles ist vergeben! Keine Kapitulation! Keinen Zentimeter"
Keinen Nanometer!"

Quelle: Liturgicalnotes. Father J. Hunwicke