Donnerstag, 26. März 2015

Kardinal Müller erteilt Kardinal Marx eine Lektion- Ausschnitt aus einem Interview

Rorate caeli bringt heute einen Ausschnitt aus einem Interview, das Kardinal Müller, Präfekt der Glaubenskongregation, dem Magazin "famille chrétienne" zu Fragen der kommenden Familiensynode und der Aussage Kardinal Marx´, die deutsche Kirche sei keine "Filiale Roms" gegeben hat.
Hier geht´s zum Original : klicken   Das ganze Interview kann man leider nur gegen Bezahlung lesen.

"KARDINAL MÜLLER ERTEILT KARDINAL MARX EINE WAHRE  CHRISTLICHE LEKTION
ZUR FAMILIE UND ZU BISCHOFSKONFERENZEN"

famille chrétienne:
"In einem Gesprächsbuch über die Familie, das kürzlich in Italien und den USA veröffentlicht wurde, ermutigen Sie die Christen, den "prophetischen Mut der Märtyrer" zu wählen. Warum?"

Kardinal G.Müller:
"Die Kirche ist keine philantropische Organisation. Es genügt nicht, zu sagen, daß wir alle respektieren und dass wir für alle das Gute wollen. Das Evangelium als simple therapeutische Botschaft zu präsentieren, ist nicht besonders schwierig, entspricht aber nicht der Absicht Jesu."Selig seid ihr, wenn  sie euch  um meinetwillen schmähen und verfolgen und euch  alles lügnerisch nachsagen, " sagt Jesus. Die ersten Apostel, die Kirchenväter, die großen Bischöfe der Kirchengeschichte sind oft gegen den Wind gesegelt. Wie könnte es für uns anders sein?"

"Können bestimmte Entscheidungen zur Doktrin oder Praxis von Ehe und Familie an die Bischofskonferenzen delegiert werden?"

"Das ist eine absolut antikatholische Idee, die die Katholizität der Kirche nicht respektiert. Die Bischofskonferenzen haben Autorität für bestimmte Gebiete, aber sie bilden kein Lehramt neben dem Lehramt, ohne den Papst und ohne die Gemeinschaft mit allen Bischöfen"

"Vor Kurzem hat ein deutscher Bischof erklärt, das die Bischofskonferenz, die er leitet, keine "Filiale Roms" sei. Was denken Sie darüber?"

"Eine Bischofskonferenz ist kein Sonderkonzil,  und noch weniger ein ökumenisches Konzil. Der Präsident einer Bischofskonferenz ist nicht mehr als ein technischer Moderator, er hat mit diesem Titel keinerlei besondere lehramtliche Autorität. Wenn man sagen hört, eine Bischofskonferenz sei keine Filiale Roms, gibt mir das die Gelegenheit, daran zu erinnern, daß die Diözesen auch keine Filialen des Sekretariates einer Bischofskonferenz sind oder einer Diözese, deren Bischof die Bischofskonferenz leitet. Diese Art Haltung bringt die Gefahr mit sich, eine gewisse Polarisation zwischen den Ortskirchen und der Universalen Kirche wieder zu erwecken, die seit den I. und II. Vat. Konzilen überwunden waren. Die Kirche ist kein Ensemble von Nationalkirchen, deren Präsidenten abstimmen, um ihren Chef auf universaler Ebene zu wählen."
Quelle: famille chrétienne. rorate caeli

Ein Interview


Es ist nicht in diesen Tagen entstanden sondern 2003. Antonio Socci befragte den Präfekten der Glaubenskongregation zur Situation des Christentums in Zeiten zunehmender Aggressivität des Islams bzw. seines -ismus, die, wie wir heute wissen, damals noch nicht ihren Höhepunkt erreicht hatte.
Aus gegebenem Anlass -sowohl der Massaker an den Christen im Herrschaftsgebiet islamistischer
Kräfte wegen,als auch des Versuchs der Diktatur des Relativismus, mit allen Mitteln die Oberhand zu gewinnen ( in dieser Woche gerade auf 3-Sat zu betrachten, wo weder an zwangsgebührenrekrutierten Mitteln noch an manpower gespart wird, um u.a. zu beweisen, daß alles Religionen gleich und eher einer kollektiven Neurose geschuldet sind)- ist wieder sehr aktuell geworden. Deshalb hat Socci das Interview noch einmal in seinen blog " lo straniero" gestellt.
Dieses Interview ist auch kein Grund für eine Kriseninterventionssitzung der DBK mit anschließendem Alarmschrei bei katholisch.de
Hier geht´s zum Original:   klicken 
Wir verdanken diesen Fund dem blog benoît et moi"   klicken   Merci!


                     "ANTONIO SOCCI INTERVIEWT JOSEPH RATZINGER"

In diesen Zeiten des Islamismus und dem "Schock der Zivilisationen" spielen die Religionen eine herausragendes Rolle. Gerade ist bei Cantagalli das sehr schöne Buch "Glaube, Liebe, Toleranz" erschienen
von Joseph Ratzinger,nach Willen des Papstes seit Jahrezehnten Hüter der Orthodoxie in der Kirche, das nicht nur für eineinhalb Milliarden Katholiken sondern für alle wertvoll ist.
Darin greift er mit der bekannten Tiefe alle Fragen auf, die die Welt von heute bewegen.
Verleger Cantagalli hat dankenswerterweise für uns eine Begegnung mit dem Kardinal  arrangiert.

Frage:
"Eminenz, es gibt eine Idee, die sich in der Hochkultur und im allgemeinen Denken durchgesetzt hat, daß alle Religionen Wege sind, die zum selben Gott führen und deswegen gleichwertig sind.  Wie denken Sie aus theologischer Sicht darüber?"

Kard. Ratzinger:
"Ich würde sagen, daß dieses für das heutige Denken  sehr bequeme Konzept sogar auf der historischen empirischen Ebene falsch ist. Es ist eine Wiederspiegelung des generalisierten Relativismus, aber es  nicht die Wahrheit, weil die Religionen nicht statisch nebeneinande stehen, sondern sich in einer historischen Dynamik befinden, in der sie eine für die andere zur Herausforderung werden.
Am Ende gibt es eine Wahrheit, Gott ist einer, auf eine Weise, daß diese verscheidenen Ausdrukcweisen -in bestimmten , untgerschiedlichen  historischen Augenblicken geboren, nicht Äquivalente sind,weil sie in einem Inneren sind und natürlich- das scheint mir evident zu sein-  können sich widersprechende  Dinge , können Wahrheit und Lüge nicht auf gleich Weise Wege zum Heil sein. Also bildet dieses Idee einfach nicht die Realität der Religionen ab und antwortet nicht auf das menschlichen Bedürfniss nach einer den großen Fragen angemessenen Antwort ."

Frage:
"In verschiedenen Religionen wird die Außerordentlichkeit der Person Jesu anerkannt. Es sieht so aus, als müsse man nicht Christ sein, um ihn zu verehren. Muß es also keine Kirche geben?"

KR:
"Schon im Evangelium finden wir zwei mögliche Standpunkte Christus gegenüber. Der Herr selbst unterscheidet zwichen dem, was die Leute sagen und dem,"was sagt ihr". Er fragt. was jene, die ihn aus zweiter Hand oder auf historische oder literarische Weise kennen, sagen und was jene, die ihn von Nahem kennen, ihm wirklich begegnet sind und seine wahre Identität kennen gelernt haben, erkannt haben.
Diese Unterscheidung bleibt durch die ganze Geschichte hindurch präsent. Es gibt einen Eindruck von außen, der Elemente von Wahrheit enthält.

Mittwoch, 25. März 2015

Barmherzigkeit, ein bisschen biblische Zahlenspielerei

Die Barmherzigkeit  ist ja in aller Munde, besonders in oberhirtlichem und ja fangen wir mal von vorne an.
Hier hätten wir eine Webseite, wo man gezielt in der Bibel nach bestimmten Wörtern suchen kann.
Wenn man nun das Wort Barmherzigkeit sucht, kann man  hier sehen , das Wort kommt  in der gesamten Bibel grad 19 mal vor und  interessanterweise nur 3 mal (weil die Stelle aus 2 Sam und 1 Chron ja die gleiche ist) als Attribut Gottes.
6 mal als Forderung an den Menschen, 9mal als Zitat aus beim Buch Tobit wo Tobit erzählt was und warum er so gehandelt hat, wie er gehandelt hat und einmal als Aufforderung des Paulus, wenn man Barmherzigkeit als Tugend übe, dann möge man das gefälligst freudig tun.
Sucht man nach dem Adjektiv barmherzig, dann ergeben sich noch 31 Stellen mehr hier klicken also insgesamt kommen in der gesamten Schrift Wörter wie barmherzig, Barmherzigkeit, Barmherziger, und die Barmherzigen 50 mal vor.
Analysieren wir auch hier die Treffer noch mal dann haben wir 18 mal barmherzig als Attribut Gottes, 32 mal als Aufforderung an uns, bzw als Attribut Tobits.
Also, soooo super häufig wie man gemeinhin meint, kommt also die Barmherzigkeit nicht vor.
Gibt man hier Verdammnis ein, gibt es mehr Treffer nämlich 84 und selbst vom Dämon ist öfter die Rede.

Jedoch das Wort, das auch innerkirchlich, sozusagen als das Gegenspielerwort zur Barmherzigkeit, gehandelt wird, die Gerechtigkeit, ergibt stolze  260 Treffer, das sind mehr als 13 mal mehr Treffer!
Gibt man das Wort "gerecht" ein, so werden auch Ergebnisse wie Gerechter, Gerechtigkeit  u.s.w. angezeigt und wir haben 655 Treffer, das sind wiederum gut 13 mal mehr als bei der Eingabe von barmherzig.

Tweet zum Tage

Dienstag, 24. März 2015

Der Denkfehler moderner Menschen auf den Punkt gebracht. Ein Fundstück

gerade eben beim Spaziergehen im Netz bin ich, via Achse des Guten, auf diesen Artikel hier gekommen.
In dem Artikel geht es um die Impfdebatte, aber besonders  interessant fand ich folgende Passage, die meines Erachtens die Verkehrtheit des modernen Denkens auf den Punkt bringt:
Der Abschnitt fängt an  mit der Frage  warum die Wissenschaftsfeindlichkeit in Deutschland so groß sei.
Der Interviewte (Vince Ebert, komischer Name, aber echt gut) gibt zunächst einen kurzen Abriss über die gesundheitliche Situation von vor hundert Jahren, jeder 5 Neugeborene starb kurz nach der Geburt, Tuberkulose war die häufigste Todesursache aber auch Lungenentzündung und Durchfall waren  todbringende Angelegenheiten.
Um dann festzustellen :
Wir alle sind Nutznießer von lebensrettenden Maßnahmen, die im vorigen Jahrhundert entwickelt wurden: sauberes Wasser, Impfungen, Insulin, Hormone, schmerzstillende Mittel. Dadurch hat sich die Lebenserwartung in kürzester Zeit fast verdoppelt.
 Bedauerlicherweise vergessen das viele Leute ziemlich schnell und sehen unseren derzeitigen Gesundheitsstatus als vollkommen selbstverständlich an.

Eine Million zuviel für Kardinal Marx?

Muss ein Italiener in Deutschland Kirchensteuer zahlen? 

Wir haben in den letzten Wochen ja den einen oderen Beitag veröffentlicht. Über die Intentionen von Kardinal Marx und über die Reaktionen aus dem Ausland darauf, ganz besonders aus Italien und aus England. Und dort kommt die deutsche Kirchensteuerkirche derzeit überhaupt nicht gut an.

Luca Toni war ein Klasse-Stürmer. Ein echter Goalgetter, der den Bayern einige Siege eingefahren hat. Und eine echte Augenweide. Und Torschützenkönig oben drein.



Als er nach Italien zurückkehrte, haben nicht nur die italienischen Restaurantbesitzer in München geweint ....

Er ist legendär, aber eben auch Geschichte.

Als er nach München kam, war er katholisch - und wusste nicht, dass es eine deutsche katholische Kirche gibt, wo man nur katholisch ist, wenn man die Kirchensteuer bezahlt und die deshalb zur reichsten Kirche der Welt geworden ist. Hat ihm ja keiner gesagt, und woher soll ein italienischer Fußballer, der international unterwegs ist und sich mit den deutschen Gepflogenheiten nicht so auskennt, das auch wissen.

Montag, 23. März 2015

ISIS ante portas - ganz ohne Kriegselefanten.

Wir haben es ja schon immer gewusst:

Vor 6 Jahren- eine Afrikareise

die von den übelwollenden Meinungsmachern in einem Kondom versenkt wurde.

Vom 17.3. bis zum 23.3. 2009 reiste Papst Benedikt XVI nach Kamerun und  Angola
einer Reise, die zu einem Mediendebakel ( im Sinne von Debakel der Medien-wegen kollektiver Unfähigkeit) wurde, weil die  begleitenden Journalisten komplett von einer zwangsneuirotischen Obsession für das Kondom ergriffen waren und keinen Gedanken mehr fassen konnten, der sich nicht um dieses Gummi-Tool drehte.
Alles begann mit der "fliegenden Pressekonferenz", deren deutsche Mitschrift man hier lesen kann:   klicken
Hier ein Satz daraus:

"Nach Afrika reise ich mit großer Freude: Ich liebe Afrika, ich habe schon seit meiner Zeit als Professor und bis heute viele afrikanische Freunde; ich liebe die Glaubensfreude, diesen freudigen Glauben, den man in Afrika antrifft. Sie wissen, daß der Auftrag des Herrn an den Nachfolger Petri lautet, die »Brüder im Glauben zu stärken«: das zu tun versuche ich. Aber ich bin sicher, daß ich selbst von den Brüdern im Glauben bestärkt zurückkommen werde, sozusagen »angesteckt« von ihrem freudigen Glauben."

Kamerun: 
hier geht´s zur Fotogalerie des Hl. Stuhls   klicken
Predigt bei der Eucharistiefeier am 19.3.2009 anläßlich der Veröffentlichung des Instrumentum Laboris der Afrikasynode im Stadion von Jaoundé.
Hier der Predigttext in seiner deutschen Fassung.   klicken 
und hier ein Ausschnitt daraus

"....Söhne und Töchter Afrikas, habt keine Angst zu glauben, zu hoffen und zu lieben! Habt keine Angst davor, zu sagen, daß Jesus der Weg, die Wahrheit und das Leben ist und wir nur von ihm allein gerettet werden können! Der hl. Paulus ist in der Tat ein erleuchteter Autor – der Kirche vom Heiligen Geist als »Lehrer der Heiden« (1 Tim 2,7) geschenkt –, wenn er uns sagt, Abraham hat »gegen alle Hoffnung voll Hoffnung geglaubt, daß er der Vater vieler Völker werde, nach dem Wort: So zahlreich werden deine Nachkommen sein« (Röm 4,18).
»Hoffen gegen alle Hoffnung«: Ist das nicht eine großartige Beschreibung eines Christen? Afrika ist durch euch und in euch zur Hoffnung berufen! 


Ein "Job", den keiner will?

In diesen Tagen jährt sich der Verzicht von Bischof Tebartz-van Elst auf seinen Bischofsstuhl in Limburg.
Eine gute Gelegenheit für die Presse noch mal ordentlich nachzutreten. Oder?

Hach ja, war ja auch zu schön, diese Verfolgungsarie gegen den Bischof. Das brachte Klicks und Auflage. Inzwischen ist Bischof Tebartz-van Elst in Rom und hat dort eine neue Aufgabe übernommen.

Tja und da kommt es wie es kommen muss. Den Wadlbeißern in Limburg geht ihre Prominenz ab. Keiner kommt mehr und fragt nach Interviews. Die TV-Kameras haben sich anderen Themen zugewandt. Und der Zwergenaufstand in der Provinz ist wieder dort angekommen: In der Provinz. Und den Damen und Herrn im Limburger Ordinariat und den 15-Minuten-Berühmtheiten von Wisiki ist langweilig geworden.
Was tut man da? Das, was man kann: Diffamieren und denunzieren. Denn, einigen scheint die Boulevard-Prominenz doch abzugehen.
Erneut sind also wieder Unterlagen beim Spiegel aufgetaucht, die der Herr Wensierski natürlich mit Freude entgegen genommen und veröffentlicht hat. Und natürlich werden jetzt die beiden "Statthalter" (Weihbischof Grothe und Generalvikar Rösch) angegriffen.
Denn die Limburger wollen ja eigentlich keinen neuen Bischof, sondern eher ihrer Kirche den Todesstoß versetzen (und sich selbst mal wieder in die Medien bringen).
Ober-Witzbold ist hier der geschasste Limburger Caritas-Leiter H.Heil, der ebendieses über den Limburger Domberg bringen möchte. Dazu hat er sogar ein Papier ausgearbeitet, das eine Nutzung der Bischofsresidenz als Ausstellungsraum für die "Verbrechen der Kirche" vorsieht.
Das sind die Leute, die wir in unserer Kirche "gut brauchen können" und man sieht an seinem Vorschlag, dass die Entlassung Heils durch den damaligen Bischof durchaus berechtigt war. Denn es gibt kein Unternehmen in Deutschland, das einem solchen Mitarbeiter nicht fristlos kündigen würde.
Pech für Herrn Heil, dass auch der Spiegel im Moment in Schwierigkeiten steckt, und ihm kein Pöstchen anbieten kann. Da wird er wohl auf seinem Vorschlag sitzenbleiben.

Dass der Herr Wensierski den Zwergenaufstand in der Provinz zu einem generellen Tiefschlag gegen die Kirche nutzt, wundert uns nicht weiter ... so kennen wir ihn ja.

21. März 2010:

Benedikt XVI und das Evangelium von Jesus und der Ehebrecherin



Die Deutsche Übersetzung der Ansprache kann man hier bei vatican.va nachlesen

Barmherzigkeit mal unter die Lupe genommen

Barmherzigkeit tönt es all überall und wie es hier, wohl eher unfreiwillig, ein junger und sicher sehr ernsthafter Mitkatholik ausführt, versteht man darunter offensichtlich, dass man den Täter deckt und der Böse derjenige ist, der seinen Job macht.
Ich finde den Beitrag, echt interessant, zeigt er doch deutlich wie schwer wir uns tun mit der Barmherzigkeit und was für Beispiele an den Haaren herbeigezogen werden.

Trotzdem ist es ein interessanter Beitrag, beleuchtet er doch ein Dilemma in dem Christens heutzutage stecken, nämlich dem, dass wir, zumindest in unseren Breiten gar nicht mehr so barmherzig sein können, wie die Helden aus den katholischen Kitschromanen der 50er, bzw aus den Heiligengeschichten es waren.
Weit und breit kein böser Bauer, der sein Pferd zuschanden schlägt, schlägt jemand dennoch seinen Hund, Anruf beim Tierschutzbund genügt.
Es gibt auch bei uns  nicht mehr diese entsetzliche Armut wie noch  in den 20ern, und man kann keinem Flüchtlingskind, das bettelnd aus den Hof kommt, mit einer Tafel Schokolade eine riesige Freude machen und ein Speckpater bekäme heute was zu hören von wegen Speck, ih pfui, viel zu fett und ungesund...
Obwohl, und man muss das nun richtig verstehen, es dem letzten Harz IV Empfänger so gut geht, dass die großen Theoretiker des Sozialen, wenn man Texte aus den 20ern liest, alle ihre Forderungen erfüllt sehen, von Recht auf Wohnung, (jeder Penner kriegt zwar keine Villa, aber ein Zimmer sofort zur Verfügung gestellt, wenn er denn aufs Amt geht, über eine umfassende Sozialgesetzgebung, bis hin zur medizinischen Versorgung, ist und bleibt die Welt ungerecht, auch bei uns!
Aber wir haben die christliche Haltung, auf eine gewisse Art, als Norm etabliert.
Es gibt Weltgegenden in denen den Leuten nix anderes übrigbleibt als zu betteln, es gab Zeiten in denen es auch bei uns so war, es gibt immer noch Leute die betteln (haste mal 'nen Euro?) aber betteln müssen tut bei uns keiner.
Gab es in den katholischen Erbauungsbüchern noch den guten Arzt, der die Armen unentgeltlich behandelte, so haben wir einfach die gesetzlichen Krankenkassen und auch wenn man über diveresen Kram, den diese sich ausdenken, nur noch den Kopf schütteln kann, so bleibt das es ein einklagbares Recht auf medizinische Versorgung gibt und auch das ist eine Norm gewordene christliche Haltung.
Auch andere Dinge, die es noch nicht mal an den prunkliebenden Höfen der Neuzeit gab, sind selbstverständlich, einfach Sachen wie  fließendes Wasser, Zentralheizung  und dergleichen mehr, aber auch anders, wie Zahnfüllungen, Telefon und Computer, mich fasziniert das irgendwie, wenn man Bilder von diesen wildgewordenen IS Typen sieht, die alle Smartphones haben.
Ich bring das nie zusammen, einerseits einem absolut archaischen Steinzeitdenken fröhnen und dann ein Smartphone!
Jetzt bin ich aber vom Thema abgekommen, also es gibt ja die klassischen Werke der Barmherzigkeit, die da lauten: Hungrige speisen, Durstige tränken, Fremde beherbergen, Nackte kleiden, Kranke pflegen, Gefangene besuchen, Tote bestatten.
Das ist natürlich nicht außer Kraft gesetzt, aber andererseits eben professionalisiert worden, was ja nicht verkehrt ist.

Sonntag, 22. März 2015

Dieser Tage in Leicester -leicht korrigiert.

So etwas kann es wohl nur in England geben. Nicht ohne Pomp haben heute -nach langen Vorbereitungen und unter großer Medienaufmerksamkeit- in Leicester die Beisetzungsfeierlichkeiten für den berühmt-berüchtigten letzten König aus dem Hause York, König Richard III, letzter Nachkomme der Plantagenet-Dynastie, mit der Überführung seiner sterblichen Überreste von der Universität (wo sie identifiziert wurden) in die Kathedrale begonnen. Die Feierlichkeiten sollen 5 Tage dauern.
2012 hatte man seine sterblichen Überreste unter einem Parkplatz in Bosworth/Leicester verscharrt gefunden, die Universität von Leicester hat dann in aufwendigen Untersuchungen seine Identität bestätigt.
Nachdem der Supreme Court den Anspruch der Stadt York auf den königlichen Toten abgewiesen hatte, wird er in der Kathedrale von Leicester seine letzte und endgültige Ruhestätte finden.


                                             Richard III earliest surviving portrait.jpg

Mit seinem gewaltsamen Tod am 22. August 1485 in der Schlacht von Bosworth ( damals Schlachtfeld, heute idyllische Landschaft mit Parkplatz )- bei der der Neffenmörder vergeblich nach einem Pferd gerufen hatte- so Shakespeare, (während die Chronisten berichten, daß sein weißes Schlachtross im Schlamm des Schlachtfeldes eingesunken und stecken geblieben war und kein Entkommen möglich), war der Rosenkrieg um die Krone Englands zwischen den Häusern York, weiße Rose, und Lancaster, rote Rose, beendet. Mit der Eroberung des Thrones durch den Sieger der Schlacht, Henry Tudor, endete in England auch das Mittelalter.
Nicht nur die englischen Katholiken wundern sich darüber, daß er nun nach anglikanischem Ritus zu Grabe getragen werden soll- gab es zu seinen Lebzeiten diese Kirche doch noch gar nicht- und beklagen erneut, daß die Anglikanische Kirche Ereignisse, die eindeutig in die Zeiten eines nur katholischen Britanniens fallen- usurpiert. Angesichts des Charakters des Verstorbenen kann man das vielleicht verschmerzen und ihnen den Bösewicht neidlos überlassen. Aber inzwischen hat man sich ökumenisch geeinigt. Kardinal Nichols hat vor 3 Tagen ein Seelenamt für den toten König gelesen und wird an der Zeremonie in der Kathedrale von Leicester teilnehmen. Dabei wird er ein besonders schönes und wertvolles historisches liturgisches Gewand tragen, das zu Lebzeiten Richards in Gebrauch war.

        

So sieht das damalige Schlachtfeld, auf dem Richard mit ungefähr 5000 Mann gegen Henry Tudor mit cirka 4000 Mann ( vielleicht weniger) antrat, heute aus:

                    Eingebetteter Bild-Link



Nostalgie am Sonntag:

Samstag, 21. März 2015

Kardinal Caffarra: das Interview zu Themen der Familiensynode

Forstetzung
Nun zum Interview von Kardinal Caffarra:   

                                "Glaube und Kultur im Kampf um die Ehe"
Ich glaube, daß es nötig ist, zunächst die Begriffe zu klären, die ich verwende, um in der Lage zu sein, präzise die Konzeption hinter den Themen meiner Überlegungen zu zeigen,.

Glaube:
daran glaube ich -"fides quae" -die Ehe betreffend. Synonym mit "Evangelium der Ehe"- ist, sowohl im objektiven Sinn, was das Evangelium zur Ehe sagt, als auch im subjektiven Sinn -was die frohe Botschaft sagt, was Ehe ist. Es muß betont werden, daß ich die Lehre zur Ehe nicht als solche reflektieren werde, sondern wie sie in einer präzisen kulturellen  Situation gelehrt wird, der Situation des Westens.
Kurz gesagt: ich werde über das Kommunizieren des Christlichen Glaubens zur Ehe innerhalb der westlichen Kultur nachdenken. Zum zweiten Begriff:

Kultur:
Damit meine ich die heute im Westen allgemein geteilte Sicht der Ehe
Mit Sicht meine ich die Art über die Ehe zu denken, besonders wie sie in den juristischen Texten der Staaten und der internationalen Institutionen ausgedrückt wird.

Meine Überlegungen sind in 3 Abschnitte unterteilt.
Im ersten versuche ich, die Umrisse der kulturellen Voraussetzungen zu skizzieren, in denen sich die Ehe heute im Westen befindet.
Im zweiten werde ich versuchen, die fundamentalen Problem zu identifizieren, die diese kulturellen Bedingungen dem Christlichen Bild der Ehe bereiten
Im dritten Abschnitt werde ich einige  fundamentale Wege aufzeigen,  das Evangelium in der heutigen Welt zu verkünden.

Bedingungen der Ehe
 
"Rari nantes in gurgite vasto" dieser berühmte Vers Vergils ist ein perfekter Schnappschuss der Bedingungen der Ehe im Westen. ( "Wenige Schwimmer in den Weiten der Fluten") Das Gebäude Ehe ist nicht zerstört, es ist dekonstruiert worden, Stück für Stück abgetragen und am Ende haben wir noch alle Teile, aber es gibt kein Gebäude mehr.
Alle Kategorien, aus denen sich eine Ehe zusammensetzt sind noch da, - Gegenseitigkeit, Elternschaft, Fortpflanzung, Brüderlichkeit. Aber sie haben keine einheitliche Bedeutung mehr.
Warum und wie konnte diese Dekonstruktion stattfinden?
Schaut man etwas tiefer, bemerkt man, daß da eine Institutionalisierung der Ehe am Werk ist, die von der sexuellen Determinierung der Person abrückt. Es wird immer denkbarer, die Ehe vollständig von der jedem der Partner eigenen Sexualität zu trennen. Diese Trennung wurde sogar auf die Kategorie Vaterschaft-Mutterschaft angewandt.
Die wichtigste Konsequenz dieser "Entbiologisierung" der Ehe ist ihre Reduzierung auf ein bloß privates Gefühl ohne jede allgemeine Relevanz.
Der Prozess, der zur Trennung der Institution Ehe von der sexuellen Identität der Ehepartner geführt hat, war lang und komplex.

Man muss die Feste feiern, wie sie fallen.

Am 19.3. 

feierten wir das Hochfest des heiligen Josef - den Namenstag unseres verehrten Papa emerito.

Heute 

feiern wir den 330. Geburtstag von Johann Sebastian Bach.

Es gibt keine bessere Kombination von beidem, als das hier: