Sonntag, 19. Februar 2017

Marco Tosatti: Kardinal Müllers fünfjährige Amtszeit endet im Juli. Wie wird der Pontifex entscheiden?

Marco Tosatti macht sich bei Stilum Curiae Gedanken, wie es nach Ende der 5-jährigen Amtsperiode Kardinal Müllers als Präfekt der Glaubenskongregation weiter gehen wird und wägt die beiden Möglichkeiten Bleiben oder Gehen gegeneinander ab.
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MÜLLER BEENDET SEINE AMTSZEIT IM JULI. WIRD ER BESTÄTIGT WERDEN? VIELLEICHT WÄRE DAS FÜR DEN PONTIFEX BESSER.

                               

"Der Präfekt der Glaubenskongregation, der deutsche Kardinal Gerhard L. Müller hat sich in den vergangenen Tagen ganz klar zu den verschiedenen Interpretationen von "Amoris Laetitia" geäußert. In seinem Interview, über das La Nuova Bussalo Quotidiana berichtete, bekräftigt er, daß die Katholische Lehre für die gesamte Kirche gültig ist und es keine unterschiedliche Interpretationen durch die Bischofskonferenzen geben kann: Malta. Deutschland und Argentinien, an die der Papst einen zustimmenden Brief geschickt hat.
Der Kardinal sagt es nicht, aber er will, daß wir verstehen, daß der für die Einheit des Glaubens Verantwortliche nicht er, Müller, ist sondern daß der Pontifex verhindern könnte oder müßte, daß solche Situationen entstehen und die vielleicht klarstellen kann, indem er z.B. auf die Dubia antwortet.

Müllers Interview für die Rheinische Post folgte dem vom 1.Februar im Il Timone. Der Kardinal hat gerade den Text eines imponierenden Buches- 3000 Seiten- über das Papsttum, das auch in Italien veröffentlicht wird, geschrieben, in dem die Rolle Petri vom historischen und dogmatischen Standpunkt abgehandelt wird.

Am kommenden 2. Juli endet die 5-jährige Amtszeit als Präfekt der Glaubenskongregation. Wie für viele offensichtlich ist, fragen sich viele angesichts seines jugendlichen Alters (er ist 1947 geboren und wird im Dezember 70) ob der Papst ihn im Amt bestätigt, oder ob der die Gelegenheit ergreift, sich von ihm zu befreien und ihn durch einen bequemeren Theologen ersetzt.

Das ist eine Frage, die sich nicht leicht beantworten läßt. Der Pontifex hat nicht einmal seine Feindseligkeit gegenüber diesem so gut vorbereiteten und fähigen Gelehrten verborgen. die Glaubenskongregration wurde und wird bei nicht wenigen wichtigen Punkten des Pontifikates ignoriert. Seine genauen Bemerkungen zu verschiedenen Dokumenten, die beim päpstlichen Gefolge auftauchten, wurden stillschweigend außer Acht gelassen; er hat Personalmangel, weil einige seiner besten Mitarbeiter ohne ersichtlichen Grund, es sei denn um die Struktur des Amtes und den Präfekten zu schwächen, entlassen werden oder wurden.
Der leidend die Treue zur Person und zur Rolle des Papstes gelebt hat.

Außerdem weiß man seit der Buenos-Aires-Zeit, daß unter den zahlreichen Eigenschaften des Pontifex die Rachsucht nicht fehlt, er ist sicher nicht Benedikt XVI, der die Amtszeiten seines Allzeitfeindes Walter Kasper verlängerte. Insgesamt muß die Versuchung, auch diesen Kopf fallen zu lassen, groß sein.

Dennoch würde ich es vielleicht wagen -wenn auch keine hohe Summe- auf die Bestätigung im Amt wetten, zumindest für die Dauer eines donec aliter provideatur. Einem so loyalen Mann wie Müller sind auch als Präfekt die Hände gebunden und der Mund verschlossen. In dem Augenblick, in dem er dagegen frei wäre und vielleicht in einer objektiv unangenehmen Situation ist (wohin soll sich ein Ex-Präfekt der Glaubenskongregation wenden?), könnte er predigen, Konferenzen veranstalten, schreiben und interviewt werden. Und mit welcher Autorität und mit welcher Offenheit!

In einem Augenblick in dem schon "Amoris Laetitia" eine tiefe Krise verursacht, und andere Neuigkeiten am Horizont erscheinen. Der Pontifex sagt von sich, daß er naiv sei aber auch schlau. Wenn einer solchen Argumentation hinzugefügt wird, wer sie geschrieben hat, stellen wir uns vor, daß er es nicht war- wer weiß wie lange vorher schon. Es wird interessant sein, zu sehen, ob sich der Instinkt oder die Vernunft durchsetzt.

Quelle: Stilum Curiae, M.Tosatti

Wenn die Form der Inhalt ist

Pater Giovanni Scalese CRSP auf dem blog Querculanus zur Konfusion und zu den sich mehrenden Meinungsäußerungen um Amoris Laetitia.
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                                    "WENN DIE FORM DIE SUBSTANZ IST"
" Die Erklärung des Präsidenten der Kommission für die Familie der Polnischen Bischofskonferenz Msgr. Watroba zu den Dubia der vier Kardinäle zur apostolischen Exhortation Amoris Laetitia hat im vergangenen November einiges Aufsehen erregt. 
Bei dieser Gelegenheit erklärte der Bischof von Rzeszow: "Persönlich ziehe ich- vielleicht aus Gewohnheit aber auch aus tiefer Überzeugung- die übliche Interpretation  Johannes Pauls II vor, bei der weder Kommentare noch Interpretationen des Petrinischen Lehramtes nötig waren.

Und was Msgr. Watroba gesagt hat, ist ohne jeden Zweifel wahr: zu Zeiten von Papst Wojtyla brauchte man nicht viele Interpretationen: seine Äußerungen waren im Allgemeinen klar. Selbst wenn es keinen Grund gab, überrascht zu sein, konnten manchmal einige Erläuterungen nötig werden.
Z.B. nach der Veröffentlichung des Apostolischen Briefes "Ordinatio Sacerdotalis" (22.5.1994) -so klar sein Inhalt auch war- wurde ein Eingreifen der Glaubenskongregation nötig, um den Charakter der Unfehlbarkeit der darin enthaltenen Lehre zu erklären (Antwort auf ein dubium vom 28.10.1995)
Die Glaubenskongregation ist auch dafür da, wenn nötig, eventuelle Zweifel im Bereicht der Doktrin und der Moral zu klären.

Die Ehe-Doktrin der Kirche ist immer ausreichend klar gewesen und wurde gerade während des Pontifikates Johannes Pauls II , während der Synode von 1980 und in der apostolischen Exhortation,
die ihr folgte, Familiaris Consortio vom 22.11.1981, bestätigt.
Aus diesem Grund habe ich nie verstanden, welches Bedürfnis es gab, nur wenige Jahre später mit Hilfe einer ungewöhnlichen und gewichtigen Prozedur (ein Konsistorium, zwei Synoden, eine apostolische Exhortation) zurück zu kommen- und besonders einer, die in der Zeit ihres langen Verlaufs eine Anzahl nicht verhandelbarer Anomalien aufwies.
Mit welchem Ergebnis?
Das was gestern klar war, ist heute wirr geworden.

O.K. dramatisieren wir nicht. Das sind Sachen, die passieren können. Es gibt immer die Möglichkeit, sie zu korrigieren: es genügt, zu versuchen die konfliktträchtigen Punkte zu identifizieren und sie durch eine authentische Interpretation klarzustellen.
Vergessen wir nicht, daß dieser Prozess essentiell ist, wenn man will, daß Amoris Laetitia einen bindenden Charakter hat: weil diese Welt die Welt ist, lex dubia non obligat.

Nun gut, kurze Zeit nach der Veröffentlichung von Amoris Laetitia hat Franziskus bei mehreren Gelegenheiten Kardinal Christoph Schönborn, Erzbischof von Wien, als besten Interpreten von AL vorgestellt, der beauftragt war, am 8. April 2016 die Apostolische Exhortation im Vatican vorzustellen.

                                       

Im September haben die Bischöfe der Pastoral-Region Buenos Aires gewisse "Basis-Kriterien zur Anwendung von Kapitel 8 von Amoris Laetitia" veröffentlicht und der Papst hat ihnen geschrieben, daß "der Text sehr gut ist und im Detail den Sinn von Kapitel VIII von Amoris Laetitia erklärt. Es gibt keine anderen Interpretationen."

In den letzten Tagen hat Kardinal Francesco Coccopalmero, Präsident des Päpstlichen Rates für Legislative Texte,  eine Broschüre veröffentlicht "Das achte Kapitel der postsynodalen apostolischen Exhortation ´Amoris Laetitia´", die von manchen als Antwort auf die durch das Dokument hervorgerufenen Zweifel betrachtet wird.


Samstag, 18. Februar 2017

Damit hat alles angefangen:

Am 25. Januar 2012 haben wir unseren Blog gestartet - damals noch mit einem anderen Teaser, aber das ist ja nun leider Geschichte ....

Und unser Einstieg begann mit diesem Beitrag


einem wahren Fundstück aus dem unergründlichen YouTube-Archiv.
... und weil´s so schön ist, stellen wir es auch noch mal hier rein:




Viel haben wir erlebt in diesen 5 Jahren, der 85. Papstgeburtstag und das Video aus der Blogozöse, das uns sogar ein Schreiben aus Rom einbrachte.  Oder unseren Bloggerausflug nach Rom, den tränenreichen Rücktritt von Papst Benedikt und die letzte Generalaudienz am 27. Februar in Rom.

Viele Hochs- und Tiefs mussten wir seither erleben - aber unser Blog ist noch immer nicht Geschichte: Wir sind da! Nach wie vor, mit aktuellen Meldungen aus dem Umfeld des Vatikan, mit Geschichten und Erlebnissen aus unseren Heimatdiözesen oder mit schönen spirituellen Beiträgen, die die Schönheit unseres Glaubens darstellen.

Wir möchten die Gelegenheit nutzen, uns einmal bei unseren Lesern zu bedanken, die uns über diese 5 Jahre die Treue gehalten und uns weiterempfohlen haben. Die uns auch tatkräftig unterstützen beim Korrekturlesen und uns damit helfen, die Qualität des Blogs zu steigern.
Inzwischen haben wir ja Zugriffe aus aller Welt und - darüber freuen wir uns besonders - an dem einen oder anderen Tag auch aus dem Vatikan (!):



Warum wir das gerade heute veröffentlichen und nicht schon am 25. Januar?
Nun, soeben ist der 1,5 Millionste Besucher über unsere Bloggerschwelle getreten und ein doppelter Grund zum Feiern ist doch doppelt schön.

Es muss Klarheit geschaffen werden....

Bruno Volpe hat für lafedequotidiana Riccardo Cascioli, den Chefredakteur von La Nuova Bussola Quotidiana, zur aktuellen Lage in der Kirche- nach Amoris Laetitia- interviewt.
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"RICCARDO CASCIOLI:  ES MUSS KLARHEIT ÜBER AMORIS LAETITIA GESCHAFFEN WERDEN"
"Im italienischen Katholischen Informationspanorama verdienen sicher zwei websites, die durch Geradlinigkeit und Kompetenz charakterisiert werden, Aufmerksamkeit. Ihre Glaubwürdigkeit entsteht sicher durch ihre Mitarbeiter aber vor allem durch die Arbeit des aktuellen Direktors Riccardo Cascioli.  La Fede Quoditiana hat ihn interviewt.

                           Cascioli

Frage:
"Cascioli, was charakterisiert Ihre Arbeit?"

Antwort:
"Wir haben kein Wunderrezept oder Geheimnisse. Wir arbeiten mit Nachdruck daran, die Realität dem Weg des Glaubens folgend und vom Glauben ausgehend zu beurteilen. Offenichtlich haben wir unsere Stärken und Schwächen, aber wir versuchen mit maximaler Objektivität und Rigorosität vor allem anderen auf die Fakten zu schauen."

Frage:



Quelle: lafedellaquotidiana, Bruno Volpi, Michele M. Ippolito

Das schönste Zitat des Tages:

In München findet ja seit gestern die Sicherheitskonferenz statt.
Alles, was in der weltweiten Politik Rang und Namen hat, ist dabei,
so z.B. die Bundesregierung im Großaufgebot incl. der Kanzlerin, aber auch viele Mitglieder der neuen US-Regierung, mit dem Vizepräsidenten Mike Pence an der Spitze der Delegation.

Mike Pence sagte heute in seiner Rede:

Bildquelle: Screnshot zum Liveblog des BR zur Sicherheitskonferenz in München. 

Bravo! und danke dafür! 
Und ich hoffe und wünsche mir, dass unser Erzbischof, der ja bei dieser Tagung auch dabei ist, bei dieser Rede aufmerksam zugehört hat ... 

Antonio Socci über den Besuch von Papst Franziskus in der Universität Rom III

Antonio Socci kommentiert bei chiesaepostconcilio den Besuch und die Rede von Papst Franziskus in der Universität Rom III (die allerdings nicht die Sapienza ist, deren Professorenschaft sich 2008 selbst disqualifizierte).
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"DER PAPST IN DER UNIVERSITÄT ROM III. REDE EINES LAIEN: ARBEITSLOSIGKEIT, HEFTIGE SPRACHE (NICHT MIT DEM EINHEITSDENKEN KONFORM); POLITIK; MIGRATION..."

Dann wollen sie uns glauben machen, daß sich nichts geändert habe! 
Es wird einen Grund für den abgrundtiefen Unterschied und Gegensatz zwischen einer bitteren Ablehnung und unangefochtener Gegnerschaft gegen Benedikt XVI und den warmen Empfang , mit Sprechchören und Beifall. Schreibt uns Luisa.
  "So viele Dinge haben sich geändert, und gewechselt hat auch der Papst. Erinnern Sie sich daran,        wie Benedetto XVI darauf verzichten mußte, in der Sapienza zu sprechen? Man muß sich auch an      das warum erinnern: die schändliche Ablehnung wegen seiner Regensburger lectio magistralis!!!
   Gut, sein Nachfolger wird von der selben römischen Universität mit Enthusiasmus empfangen, ein       Papst, der nicht als Papst spricht, sondern als Politiker, als politischer Führer für die, die am                 perfektesten an die selbstmörderische Ideologie des Multikulturalismus angepaßt sind, des                   Respektes vor den Unterschieden, um die Minderheiten, die Migranten etc.nicht zu diskriminieren,     seine habituelle und sehr konstruierte "einfache Sprache, die zum Herzen spricht", die üblichen           einfachen Psychologismen aus dem Handbuch, und viele Verallgemeinerungen und Banalitäten           zum Dialog etc., die Weigerung zu sagen, daß wenn wir-wie er sagt im Krieg sind- wer Krieg             gegen uns führt, die Scharia aufzwingen will und sicher nicht dialogisieren, und- es sei mir erlaubt     zu sagen- soviel Ignoranz oder Ideologie zur Geschichte Europas, über die Lage in Schweden, die       nicht wie von ihm beschrieben so rosig ist, Schweden, das eine sehr schwere Krise erlebt, die mit       der Massen-Einwanderung verbunden ist -über die Säkularisierung hinaus."
x
Und damit man sich ein Bild über die nichtgehaltene Rede des Pontifex emeritus machen kann -hier ihr Text:    klicken
Und hier einige Sätze daraus:

..."Ein weiterer Schritt ist nötig. Der Mensch will erkennen – er will Wahrheit. Wahrheit ist zunächst eine Sache des Sehens, des Verstehens, dertheoría, wie die griechische Tradition es nennt. Aber Wahrheit ist nie bloß theoretisch. Augustinus hat in seiner Zuordnung der Seligpreisungen der Bergpredigt und der Geistesgaben von Jes 11 scientia und tristitia aufeinander bezogen: Bloßes Wissen, so meint er, macht traurig. Und in der Tat – wer nur alles ansieht und erfährt, was in der Welt geschieht, wird traurig werden. Aber Wahrheit meint mehr als Wissen: Die Erkenntnis der Wahrheit zielt auf die Erkenntnis des Guten. Das ist auch der Sinn des sokratischen Fragens: Was ist das Gute, das uns wahr macht? Die Wahrheit macht uns gut, und das Gute ist wahr: Dies ist der Optimismus, der im christlichen Glauben lebt, weil er des Logos, der schöpferischen Vernunft ansichtig geworden ist, die sich in der Menschwerdung Gottes zugleich als das Gute, als die Güte selbst gezeigt hat."....

 Quelle: chiesaepostconcilio, A.Socci, La Santa Sede, LEV

EIne weitere Parodie ist aufgetaucht.....

Wie Beatrice von Benoît XVI-et-moi (dort haben wir den Bericht gefunden, merci beaucoup!) so richtig schreibt, inspiriert der Papst die talentierten Pamphletisten- nicht nur in Italien sondern auch in Frankreich. Von dort ist jetzt eine Neuausgabe der "Les Provinciales" gekommen.
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 Titel: "Nouvelle Provinciale" ou Lettre à un Ami surLa Moeale Relachée D´un Pape Jesuite" 
"Brief an einen Freund über die von einem Jesuiten-Papst freigegebene Moral"
"Les Provinciales" (Briefe die von Louis de Montalte an einen Provincial und seine Freunde von Blaise Pascal geschrieben wurde und an die RR, PP, Jesuiten adressiert sind, über die Moral und Politik dieser Väter) ist eine Sammlung von 18 Briefen, teilweise fiktiv, Sie wurden zwischen Januar 1656 und 1657 geschrieben, und haben das Ziel, den jansenistischen Theologen Antoine Arnauld zu verteidigen, der Gefahr lief, von der Sorbonne verdammt zu werden, bevor er sich dann einer Kritik der Gesellschaft Jesu zuwandte, besonders der von einigen Mitgliedern des Ordens verteidigten laschen Kasuistik."
Nach dem falschen Osservatore Romano jetzt also falsche "Provinciale". Der Autor, ein guter Kanoniker, ist ein sehr kultivierter Mann und passionierter Patristiker, er hat ein wahres Meisterwerk geschaffen. 
Es ist sehr stark- in Inhalt und Form. (wir haben die kunstvollen altfranzösischen Formen in unserer Übersetzung nicht übernommen)
Einige Text-Passagen über die Exhortation sind ein bißchen demagogisch, aber -man kann sagen- das beruht darauf, daß es immerhin Pascal ist, der da spricht.  Weil im Gegensatz zum wahren Pascal, der Neo-Pascal ehrlich die Autoren der Gesellschaft Jesu zitiert und sie am Ende gegen Bergoglio wendet. Dass der Text ein wenig lang ist, liegt daran, daß man im 17. Jahrhundert in den theologischen Salons jede Menge Zeit hatte.
Man weiß nicht, welches Medienschicksal dieses kleine Meisterwerk haben wird, aber es verdient auf alle Fälle verbreitet und gelesen zu werden und besonders vom Papst, dessen Sinn für Humor man lobt..."
Nouvelle PROVINCIALE ou Lettre à un Ami sur LA MORALE RELACHEE D’UN PAPE JESUITE

"Alle Personen dieser kleinen Farce sind -natürlich- erfunden. Jede Ähnlichkeit mit lebenden Personen oder Personen, die früher gelebt haben, sind notwendigerweise zufällig. Haex est spes nostra."

                                                    "Neue Provinziale aus Paris"
Wir sind getäuscht worden, an diesem 17. April, vorgestern sind die Briefe vom Römischen Pontifex in Form einer Exhortation in Paris angekommen und sie wurden sofort im Parlament registriert,
Die haben nur diejenigen überrascht, die die naivsten Vorstellungen über den Jesuiten-Papst gehegt haben-unter dem Banner der filialen Unterwerfung unter den Apostolischen Stuhl.
Was hat man nicht über den Papst gesagt, der aus dem Neuen Spanien kam? Daß er weder die weltlichen Vorurteile der blutarmen Christen des Alten Kontinents noch ihre epikureischen Fantasien und morbiden Obsessionen teilt. Mit ihm würde das neue Blut einer Rasse von Neubekehrten kommen.

Freitag, 17. Februar 2017

Fundstück: Auch der Papst ist kein Supermann

Kardinal Müller, um den derzeit ja die übelsten Gerüchte kreisen, hat ein neues Buch herausgegeben. Ein Papstbuch, das sich aber nicht nur um den derzeitigen Papst, um die Sendung und Aufgaben des Papstes in der Kirche und der Welt dreht, das von Christus ins Leben gerufen wurde, um die Kirche aufzubauen und die Lehre weiterzutragen.

Ein sehr interessantes Interview hat der zum Erscheinen des Buches der Rheinischen Post Online gegeben, das man hier nachlesen kann.




Ich dachte zuerst es ist Satire, aber nein es ist real

Kingbear hat auf seinem Blog von der anscheinend anstehenden Umwendung des Portals katholisch.de in buddhistisch.de berichtet.
Der Artikel ist klasse und jedem zu empfehlen.

Anfangen tut der Artikel, ganz im Stil des Benediktinerpriors Adalbert Seipolt, mit seinen echt lustigen, aber sehr, sehr tiefgründigen Büchern, nämlich so:

Christiane Bundschuh-Schramm, promovierte Theologin, Pastoralreferentin, arbeitet in der Hauptabteilung "Pastorale Konzeption" der Diözese Rottenburg-Stuttgart. Vor einigen Wochen überraschte sie in einer Folge der von ihrer Diözese verantworteten Videoclip-Reihe "Mein Sonntagsevangelium" mit dem Geständnis, sie "kenne Jesus nicht". Das ist gewiss traurig, aber inzwischen hat Frau Dr. Bundschuh-Schramm offenbar andernorts spirituelle Orientierung gefunden. Nämlich im Buddhismus. In einem Videoclip der Reihe "spirituelle.lesezeit" stellt sie mit Begeisterung das Buch "Ein Regentropfen kehrt ins Meer zurück" des buddhistischen Abtes Muho vor.

Um es kurz zu machen, das ist keine lustige Satire, sondern es ist Realität!

Dan Hitchens: Bürgerkrieg in der Kirche

Dan Hitchens analysiert im Catholic Herald die aktuelle Frontlage im innerkirchlichen Bürgerkrieg nach Amoris Laetitia, bei dem es um nicht weniger geht als die zweitausendjährige Lehre der Katholischen Kirche.
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"DIE KIRCHE BEFINDET SICH JETZT IN EINEM VOLLENTBRANNTEN BÜRGERKRIEG ÜBER DIE LEHRE"

"Kardinal Coccopalmerios Buch ist nur das jüngste Beispiel dafür, daß die Katholische Lehre in Frage gestellt wird.

Vor einigen Wochen hat die Jesuiten-Zeitschrift "La Civiltá Cattolica" einen beunruhigenden Artikel über das Frauenpriestertum veröffentlicht. Die Argumente klangen familiär: der Autor, der stellvertretende Herausgeber, Fr.Giancarlo Pani, bittet die Leser zu überlegen, ob ein rein männliches Priestertum nicht vielleicht überholt sein könnte.
"Da ist Unwohlsein" schrieb Pater Pani, "bei denen, die nicht verstehen können, wie der Ausschluss der Frauen vom Dienst in der Kirche mit den Bekräftigung und Anerkennung ihrer gleichen Würde in Übereinstimmung gebracht werden kann."

Beunruhigend ist, daß das in einer von einem der engsten Mitarbeiter des Papstes herausgegebenen Zeitung erschienen ist, Pater A. Spadaro: einer Zeitung, die dem Hl. Stuhl sehr nahe steht- jede Seite wird im Vatican überprüft- was der Papst kürzlich erst gelobt hat. Das läßt den Eindruck entstehen, daß die Kirche sich -sogar in ihren höchsten Ebenen- in einem voll entbrannten Bürgerkrieg über die Lehre befindet.
Dafür gab es vorvorgestern ein weiteres Beispiel - als Radio Vatican ein neues Buch von Kardinal Coccopalmerio, dem Präsidenten des Päpstlichen Rates für Legislative Texte, vorstellte. 

Kardinal Coccopalmerio sagt, daß wiederverheiratete Geschiedene die Kommunion empfangen können, wenn sie irgendwie den Wunsch haben, ihre Situation zu ändern, sogar wenn sie nicht planen, wie Bruder und Schwester zusammen zu leben. 
In einigen Fällen- sagt der Kardinal- kann dasVermeiden von Sex "unmöglich" sein, 
Als Beispiel wählt er einen Mann, den seine Frau verlassen hat. Wenn die Beziehung zusammenbricht, könne der Mann in tiefe Verzweiflung verfallen und die Kinder würden ohne "mütterliche Figur" bleiben.
Der Kardinal schreibt: "Die Verbindung abzubrechen, würde deshalb nicht bedeuten, eine moralische Pflicht gegenüber unschuldigen Personen zu erfüllen" Wenn das Vermeiden von Sex Schwierigkeiten bereiten würde, würde das Weiterführen der sexuellen Beziehung die Beziehung aufrecht halten.

Die Auswirkungen von Kardinal Covopalmerios Argument scheint der Kirchenlehre zu widersprechen.  Um den offensichtlichsten Punkt zuerst herauszunehmen: die Ansicht des Kardinals daß eine ehebrecherische sexuelle Beziehung mit dem Empfangen der Kommunion kompatibel ist, ist einfach ein Frontalzusammenstoß mit der Katholischen Lehre.
Das diese beiden inkompatibel sind, wurde vom Hl. Johannes Paul II 1981, von Benedikt XVI 2007   und von der Glaubenskongregation  1994 gelehrt worden , gar nicht zu sprechen von den Päpsten Innonzenz I. dem Hl. Zacharias, dem  Hl. Nikolaus I ....und man könnte so fortfahren.

Kardinal Burke in Guam...(rund 12.000 km von Rom entfernt)

Riccardo Cascioli versucht in La Nuova Bussola Quotidiana die aktuellen Personalentscheidungen im Vatican zu interpretieren.
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           "BURKE IN GUAM, NEGRI ZU HAUSE : DIE BOTSCHAFT IST KLAR."

"Kardinal Burke wurde auf die Insel Guam geschickt, Msgr.Negri aus Altersgründen nach Hause und ersetzt durch einen Msgr. Giancarlo Perego, der von allen als sein genaues Gegenteil beschrieben wird.
Routine-Entscheidungen, angekündigte Entscheidungen, Zufälle: alles was man will, aber im aktuellen Klima in Rom und bei dem, was in der Kirche geschieht, ist es sicherlich nicht verwunderlich, dass die Online-Zeitungen und soziale Netzwerke die jüngsten Entscheidungen als Strafaktionen interpretiert.

Nehmen wir Kardinal Burke: nachdem er vor zwei Jahren von seiner Aufgabe als Präfekt des Obersten Gerichts, der Apostolischen Signatur, entfernt (wörtlich "torpediert")ist er jetzt aus den bekannten Gründen aus seiner Rolle als Kardinalpatron des Souveränen Militärorden Maltas entlassen worden. 
Formal bekleidet er diese Rolle noch, aber de facto ist er durch Msgr. Angelo Becciu, die Nr. 2 des Staatssekretariates, ersetzt worden, den der Papst zum päpstlichen Delegaten ernannt hat, um den Malteser Orden unter Kontrolle zu bringen. Burke ist er einzige Nichtpensionierte der Kardinäle, die Papst Franziskus die dubia zu Amoris Laetitia unterbreitet haben und -angesichts der äußerst harten Pressekampagne, die gegen ihn geführt worden ist, und er hat sich in den letzten Tagen gefragt, was sein Schicksal sein wird. Gestern ist eine erste Teilantwort gekommen.

Burke ist bereits auf der kleinen Insel in Mikronesien- 12 km Kilometer von Rom entfernt, nur berühmt dafür, eine wichtige Luftwaffenbasis der USA zu beherbergen. Hier soll er die Absetzung eines früheren Meßdieners veranlassen soll, den der frühere Erzbischof von Guam, Anthony Apuron wegen Belästigung angezeigt hat. Ob er dann vor Ort den Prozess anstrengen und verfolgen soll oder innerhalb kurzer Zeit nach Rom zurückkehren kann, wird nicht bekannt gegeben. Außerdem liegt die Entscheidung, ihn nach Guam zu schicken, bei der Glaubenskongregation, aber keinem entgeht das große symbolische Potential dieser "Mission": ein weiterer Papst Franziskus unangenehmer Prälat wird aus Rom entfernt -als Warnung für so viele andere.

Eine analoge Botschaft zu diesem Schritt war auch, Mgr. Negri, der das kanonische 75.Lebensjahr vollendet hat, als Erzbischof von Ferrara-Comacchio zu ersetzen. Es sind noch keine 3 Monate vergangen und schon ist sein Ersatz bereit, Msgr. Giancarlo Perego, Direktor der Fondazione Migrantes der CEI, der sich um die Immigranten kümmert.

Keinem ist die Eile entgangen, mit der der Papst die Erzdiözese von Ferrara geregelt hat, eine Eile, die nur Bischöfe betroffen macht, die nicht perfekt auf Linie sind; darüber hinaus eine Eile, die gegenüber der Ruhe, der man sich in anderen Diözesen gegenüber sieht, (in Ancona ist Kardinal Menichelli bereits im dritten Jahr der Amtszeit-Verlängerung, und das ist nur ein Beispiel) . 
Und auch die Person, die Msgr. Negri am kommenden 4. Juni nachfolgen wird, scheint schon gewählt worden zu sein, um ihm ein sehr verschiedenes Modell von Kirche entgegen zu setzen: eine Kirche, die keine Konflikte mit der Welt will, die sich vor allem um Soziales, Arme und um  Einwanderer kümmert; eine Kirche deren einzige Feinde, diejenigen sind, die die unbegrenzte Aufnahme der Immigranten ohne wenn und aber nicht befürworten.


"Was in aller Welt ist in Rom los?"

So beginnt Phil Lawler seinen Kommentar bei LifeSiteNews zu den Turbulenzen und den hektischen Aktivitäten der letzten Tage hinter den Vaticanischen Mauern.
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                            Featured Image
                                                           der Rat der 9 Kardinäle

"Was in aller Welt ist in dieser Woche los in Rom?
Zuerst gibt das Vaticanische Pressebüro ein Statement des Kardinalsrates zur Unterstützung des Papstes heraus.
Es wäre sicher eine Nachricht gewesen, wenn der Kardinalsrat den Papst nicht unterstützt hätte.
Warum aber hatte dieses Statement Nachrichtenwert?
Warum hat der Rat dem Papst im Februar für eine Rede gedankt, die der Pontifex im Dezember vor der Römischen Kurie gehalten hat?
Gibt es irgendeinen Weg, in dieser Botschaft etwas anderes zu sehen, als Schadensbegrenzung- als Angebot, der Welt zu versichern, die sichtbar anwachsenden Spannungen innerhalb der Katholischen Hierarchie würden die Kirche nicht zerreißen?

Unglücklicherweise, wachsen die Beweise für diese Spannungen weiter an. Mittwoch hat das Vatican-Presseamt ein Buch von Kardinal Francesco Coccopalmerio vorgestellt, das die deutsche, maltesische und argentinische Interpretation von Amoris Laetitia stützt.
Jetzt steht also Kardinal Coccopalmerio, der Top-Offizielle des Vaticans in kanonischen Dingen, in direktem Konflikt mit Kardinal Müller, dem obersten Hüter der Doktrin.
Wenn das Coccopalmerio-Buch dazu gedacht war, Fragen über die dubia zu beruhigen, wird es unzweifelhaft scheitern, ebenso wie die seltsame Pressekonferenz damit scheiterte, die Sorgen um Konflikte innerhalb des Vaticans zu vermindern. Die universale Kirche braucht keine weiteren persönlichen Sichtweisen des päpstlichen Dokumentes; wir brauchen eine definitive Antwort, die nur vom Papst selber kommen kann.

Aber da ist mehr. Nachdem der Vatican eine Pressekonferenz zur Herausgabe des Coccopalmerio-Buches angekündigt hatte- mit genügend trara, um den Einruck zu erwecken, daß hier eine Möglichkeit sei. die Debatte zu beenden, erschien der Kardinal selbst nicht. Das Büro des Kardinals erklärte, daß er ein Terminproblem habe. 

Eine Minute! Wenn Sie ein Verleger sind, der ein neues Buch herausbringen will, ist das erste was Sie tun, sicherzustellen, daß der Autor bei der Pressekonferenz anwesend sein wird. Wenn Sie der Autor sind,  und ein Termin vorgeschlagen wird, zu glauben, daß weder der Autor noch der Verleger als Erstes sicher stellen, daß die Pressekonferenz ein Erfolg wird? Wenn dieses Buch (de facto ein Büchlein) als so wichtig angesehen wurde, warum konnte der Kardinal seinen Zeitplan nicht neu arrangieren, um an der Pressekonferenz teilzunehmen, selbst wenn es ein Problem gab?

Intrigengerüchte zirkulieren im Vatican immer. Aber in den vergangenen Wochen drehte sich die Gerüchtemühle mit beängstigender Geschwindigkeit und spuckte besorgniserregende Berichte aus, die -leider- nicht einfach abzuweisen sind.
Ist die Situation wirklich so angespannt und brisant, wie diese Gerüchte suggerieren?
Wenn die öffentlichen Ankündigungen der letzten beiden Tage dazu gedacht waren, uns davon zu überzeugen, daß im Vatican "business as usual" herrsche, sind sie komplett gescheitert.

Quelle: LifeSiteNews, Phil Lawler 

Donnerstag, 16. Februar 2017

Interview mit Bischof Schneider

             
            

S.Magister: Kommunion für alle?

Sandro Magister kommentiert bei Settimo Cielo den derzeitigen Stand der Dinge rund um Amoris Laetitia und die begleitenden Stellungnahmen diverser Prälaten aus aller Welt dazu.
Hier geht´s zum Original: klicken

"KOMMUNION FÜR ALLE KATHOLIKEN UND PROTESTANTEN WORTE KASPERS ODER EHER DES PAPSTES?"


Kasper
Die Undurchschaubarkeit, mit der Papst Franziskus zu den kontroversesten Themen zu sprechen und zu schreiben liebt, ist eine der Konstanten seines Lehramtes, eine Undurchschaubarkeit, die ihren Höhepunkt in der Antwort erreichte, die er am 15. November 2015 einer mit einem Katholiken verheirateten Lutheranerin gab, die ihn gefragt hatte, ob sie bei der Messe die Kommunion empfangen könne:


Die Zweifel über sein wirkliches Denken werden sofort durch die ihm am nächsten Stehenden zerstreut- Kardinälen, Bischöfen, Theologen, Jesuiten, Journalisten.

Hier nun, was vor einigen Tagen im Hinblick auf die Interkommunion zwischen Katholiken und Protestanten vom deutschen Kardinal Walter Kasper in einem vom Italienischen Staatsfernsehen ausgestrahlten Interview gesagt wurde,  


Kard. Kasper: "Heute sind wir nicht länger Feinde, wir sind Freunde, wir sind Brüder und Schwestern. Wir haben diesen ökumenischen Weg begonnen und sind in der Zwischenzeit viele Schritte gegangen. Wir sind guter Hoffnung, daß wir eines Tages sogar die volle Kommunion erreichen. Sogar jetzt haben wir viel Gemeinsames."

Frage: "Auch eine Kommunion am Eucharistischen Tisch?"

Antwort: "Ja, in bestimmten Fällen, geteilte Kommunion,denke ich. Wenn zwei Ehepartner -ein katholischer und ein Protestantischer den gleichen Eucharistischen Glauben teilen- das ist die Voraussetzung- und wenn sie innerlich bereit sind, "können sie in ihrem Gewissen entscheiden die Kommunion zu empfangen. Und das ist- denke ich- auch die Position des aktuellen Papstes, weil es den Prozess des Zusammenkommens gibt und ein Paar, eine Familie nicht vor dem Altar getrennt werden kann."

Diese Kommentare Kaspers können hier zwischen Minute 8:08 und 9;32 im Interview "Protestantismus" vom 31. 1. 2017 auf Rai2 hören.  klicken


Kardinal Coccopalmerios Buch ist keine Antwort auf die dubia....

Don Alfredo Morselli kommentiert auf Messa in Latino das gerade erschienene Büchlein von Kardinal Coccopalmerio zu Kapital VIII von Amoris Laetitia.
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"AMORIS LAETITIA UND COCCOPALMERIO: DIE ÜBLICHE AUFGEWÄRMTE SUPPE UND KEIN ARGUMENT GEGEN DIE ´DUBIA´"
von Don Alfredo Morselli

 

"Die dubia der vier Kardinäle wurde bis zum heutigen Tag nicht beantwortet oder widerlegt worden, außer Slogans und sklavische Wiederholungen der Thesen, die der gesamten Tradition  widersprechen, wie sie für diese Zeit vom Katechismus der Katholischen Kirche vorgeschlagen wird.

In der Welt der Progresssisten gibt es keinen, der versucht, die dubia zu widerlegen und etwas Intelligenteres zu sagen als 2+2=5.
Kein Wunder also, daß wenn ein Kardinal etwas Positives zur schlechtest möglichen Interpretation von Kapitel VIII von Amoris Laetitia veröffentlicht, die Clacque das massiv betont, bis dahin daß sie sagen, das sei die authentische Antwort des Papstes auf die Dubia.

Es ist seltsam festzustellen, daß bis vor wenigen Jahren die progressistischen Theologen das Parallel-Lehramt bildeten, die Front gegen den Papst machten. Aber heute setzt isch das Lehramt aus Briefen und Interviews von Papst Franziskus zusammen, die, obwohl sie nicht in den Actae Apostolicae Sedis publiziert wurden, von den Medien und verschiedenen ultra-ausgerichteten Äußerungen bombastisch veröffentlicht werden.

Das ist bei einem kleinen Werk von 30 Seiten der Fall, "Das achte Kapitel der postsynodalen apostolischen Exhortation", das am 8.Februar an die katholischen Büchereien verteilt wurde. Autor ist Kardinal Francesco Coccopalmerio.
Das Büchlein kann nicht die Antwort des Papstes auf die dubia sein, weil eine störrische Wiederholung des Irrtums weder ein Argument noch eine Antwort ist.

Aber lassen Sie uns jetzt  bei dieser Gelegenheit den üblichen Refrain von einem hervorragenden Kanoniker untersuchen.
Betrachten wir einige Sätze:
" Wiederverheiratete geschiedene Paare, die zusammen leben, sind sicher nicht im Einklang mit der Katholischen Lehre..."  und kommen dann zu: "aber die Kirche kann sich nicht woandershin wenden"

Aber wer ist es, der sich woanders hin wendet? Dieser Fehler in der Logik nennt sich " breite Schlußfolgerung aus der Prämissse": zu sagen,daß man in bestimmte Situationen, die Eucharistie nicht empfangen kann, heißt nicht, daß man, dem der in Schwierigkeiten ist, nicht die volle Aufmerksamkeit widmet. Man kann nicht sagen "entweder die Sakramente oder ,die Tür ins Gesicht"
Sicher hat hat es auf der anderen Seite Benedikt XVI nicht so verdreht, als er schrieb:
"Die wiederverheirateten Geschiedenen (...) gehören trotz ihrer Situation weiterhin zur Kirche , die ihnen mit besonderer Aufmerksamkeit folgt, im Wunsch daß sie so gut wie möglich ein christliches Leben führen- durch die Teilnahme an der Hl. Messe, nur ohne die Kommunion. im Hören auf das Wort Gottes, durch die Eucharistische Anbetung, das Gebet, die Teilnahme am Gemeindeleben, den vertrauensvollen Dialog mit einem Priester oder Meister des spitrituellen Lebens, die gelebte Wohltätigkeit, Werke der Buße, die Erziehung der Kinder" (Apost. Exhort. "Sacramentum Caritatis, 22.7. 2007, §29)