Freitag, 2. Dezember 2016

Die bissigen Kritiker der 4 Kardinäle, eine Bande von Heuchlern & wahre Fundamentalisten

Riccardo Cascioli kommentiert bei La Nuova Bussola Quotidiana die Drohungen der Papst-Höflinge gegen die Verfasser der Dubia und hält dabei seine Meinung nicht zurück. Wir können uns ihm-vor allem in der Beurteilung der Neo-Papisten - nicht widersprechen. Lesen !
Hier geht´s zum Original:  klicken

Sie haben sie als "alte Verblödete" beschrieben, die vier Kardinäle, isoliert und aus der Welt, Überbleibsel einer veralteten Kirche, die nur die Starrheit der Lehre sieht und die Barmherzigkeit nicht versteht, die in den Verwerfungen  des Lebens eingreift. Insgesamt also Abfall der Kirche, ein randständiges Anhängsel, das nicht einmal eines ja oder nein würdig ist.

Und dennoch müssen sie große Angst vor ihnen haben, angesichts eines Crescendos von Beleidigungen, schwerwiegenden Vorwürfen, die inzwischen das Ausmaß eines wahren medialen Lynchens der vier Kardinäle R.Burke, J. Meisner, W. Brandmüller und C.Caffarra angenommen haben - schuldig 5 Dubia zur Apostolischen Exhortation "Amoris Laetitia" an den Papst gerichtet zu haben.
Inzwischen sind wir bei der Forderung, sie aus dem Kardinalskollegium zu entfernen angekommen- oder alternativ- beim Vorschlag an den Papst, ihnen das Kardinalsbirett zu nehmen.

Da sind die unterschiedlichsten Protagonisten: Bischöfe, die eine persönliche Rechnung zu begleichen haben, Ex-Philosophen, die das Prinzip des Nichtwiderspruchs leugnen, mit Papst Franziskus befreundete Kardinäle, die trotz ihres Alters ihre revolutionären Träume noch nicht aufgegeben haben, Intellektuelle und Journalisten, die sich für "Hüter der Revolution" halten und der unvermeidliche Pater Antonio Spadaro, Direktor von Civiltá Cattolica und wahre graue Eminenz dieses Pontifikates, so sehr, daß man ihn in Rom als Vize-Papst kennt.
Dieser Letztere  hat sich  dann- wie jeder x-beliebige Teenager- zum Vorkämpfer einer Kampagne in den Sozialen Netzwerken gemacht, die einen sprachlos zurück läßt:
zuerst hat er in einem Tweet Kardinal Burke mit einem hirnlosen Wurm aus "Herr der Ringe" verglichen (der Tweet wurde dann gelöscht), dann hat er begonnen offensive Tweets gegen die vier Kardinäle  weiterzugeben, die vom account "Habla Francisco" stammten, gestartet auf Grund einer e-mail von Spadaro an Civiltá Cattolica- wie sich gestern herausstellte.
Und dann der unvermeidliche Alberto Melloni, Referenzgröße der Schule von Bologna, der für eine auf dem II. Vaticanischen Konzil beruhende Reform der Kirche arbeitet.

Das ist ein wahres neues Inquisitionstribunal, das indem es die vier schlägt, jeden einschüchtern will, der die Absicht hat, auch nur einfache Fragen zu stellen, ganz zu schweigen von denen, die ihre Bedenken ausdrücken wollen.

Das ist eine beunruhigende Haltung, eine Verteidigung des Papstes durch die, von denen man es am wenigsten erwartete, die, die sich offen gegen die Vorgänger von Papst Franziskus gestellt haben.
Und nur weil sie einfache Fragen zur Klarstellung bezüglich der Apostolischen Exhortation Amoris Laetitia gestellt haben, die -wie jeder feststellen kann- Grund zu gegensätzlichen und sicher nicht zu vereinbarenden Interpretationen gegeben hat.
Bei dieser Gelegenheit muß man daran erinnern, daß "dubia" ein von Bischöfen und der Glaubenskongregationen (und durch sie vom Papst) viel benutztes Instrument sind. Das Neue in diesem Fall ist einfach, daß sie die "Dubia" öffentlich gemacht haben, aber erst nach gut zwei Monaten, in denen sie vergeblich auf eine Antwort gewartet hatten, was die vier Kardinäle zu Recht als Einladung die Diskussion weiterzuführen, interpretiert haben.


Im Bergoglio-Lehramt ist die Kirche nicht mehr Lehrerin aber auch nicht mehr Mutter

Corrispondenza Romana veröffentlicht diesen ursprünglich von Chiesa e postconcilio geposteten Kommentar zur aktuellen Situation der Römischen Kirche und des aktuellen Pontifikates- nach der Kontroverse um die dubia und nach der Veröffentlichung des Apostolischen Briefes "Misericordia et misera". Hier geht´s zum Original: klicken

"DAS LEHRAMT DER MEDIEN IST JETZT NICHT MEHR FLÜSSIG SONDERN SCHON GASFÖRMIG"

Nachdem er im Apostolischen Brief "Misericordia et misera"  verkündet hat, daß Abtreibung eine schreckliche Tat ist, hat der Papst die Möglichkeit zur Absolution für die, die bereuen und den Weg der Umkehr gewählt haben, ausgeweitet. Es ist offensichtlich, wie man sehr gut an den auf unserer Seite gesammelten Titeln sehen kann, daß die Medien die Nachricht durch ihr ideologisches Raster verzerrt wahrgenommen und Mißverständnisse erzeugt haben.

                               magistero-mediatico

Und dennoch sind da keine religiöse Autoritäten, die das dementieren, sie scheinen sogar zu diesem Verhalten im Sinne der Gutmenschen zu ermutigen.

Und es sind nicht nur die regimetreuen Medien sondern viele Wohlmeinende (siehe Introvigne, Buttiglione etc) und große Teile des Klerus, die sich beeilen, Bergoglio bei seinem permissiven Tun (dem bedingungslosen Vergeben) zu unterstützen.
Außerdem ist- unabhängig von den Mißverständnissen der Medien- "Misericordia et misera" ein Helldunkel, das dazu gedacht zu sein scheint, zu verwirren und nicht dazu, die Seelen zu führen.
Alles scheint sich abzuflachen: de facto ist die Exkommunikation Latae Sententiae nicht abgeschafft worden, die eine sehr schwere Strafe für Taten wie die Abtreibung ist.
Welchen Sinn aber soll es haben, sie de jure nicht abzuschaffen, sie aber dann de facto zu vereiteln, wenn jeder Priester sie rückgängig machen kann?
Und kann in der Hierarchie der Normen ein Apostolisches Schreiben dem Kanonischen Recht widersprechen?

Die vorhergehende Disziplin der dem  Bischof vorbehaltenen Absolution (oder einem vom Bischof beauftragten Priester) leugnet die Barmherzigkeit nicht, wie die Kirche sie nie verneint hat, aber sie betont die Schwere der Sünde und die Notwendigkeit eines reifen Bußeprozesses. Gott ist gut und barmherzig -aber auch gerecht.

Und dennoch kann- auf "Misericordia et misera" bezogen- Lucetta Scaraffia, Leitartiklerin des "Osservatore Romano" und anderer, nicht nur konfessioneller Zeitungen sagen, daß mit dieser Änderung der Einstufung der Abtreibung, "die Kirche aufhört, eine Abgabestelle für Regeln zu sein und eine Mutter wird, die nach so viel Leid zurückgekehrten Sünder empfängt."

Diese Vision der Ecclesia docens, regens, sanctificans als Agentur, die Regeln austeilt, überrascht und schmerzt.
Die immerwährende Kirche ist für immer Mutter und Lehrerin, die in ihrer tausendjährigen Geschichte ungezählte Reihen von Heiligen geschaffen hat. Während die Bergoglio-Kirche der Barmherzigkeit nicht mehr Lehrerin ist-aber auch nicht mehr Mutter, wenn man die neue Form sieht, in der sich sie sich gewollt formlos präsentiert- durch die Lässigkeit eines schlampigen Stils und unzusammenhängender Reden, die sich immer mehr als Instrument der grenzenlosen Globalisierung bestätigt.


Donnerstag, 1. Dezember 2016

Mit Leuten ohne Rückgrat kommt man nirgends hin- oder die kreuzlosen Bischöfe....

Mauro Favorzani kommentiert bei corrispondenza romana noch einmal den Auftritt von Kardinal Marx und Bischof Bedford-Strohm auf dem Tempelberg in Jerusalem. den wir wirklich nicht vergessen sollten- besonders nach den unsäglichen Rechtfertigungsversuchen der beiden Herren.  Hier geht´s zum Original:  klicken


"WENN KARDINÄLE UND BISCHÖFE IHR KREUZ LEUGNEN"
Da sind ein Katholischer Kardinal, ein evangelischer Bischof und ein muslimischer Scheich....Das scheint der Beginn eines Witzes zu sein, aber was wir zu erzählen haben, ist nicht zum Lachen, auch weil es leider ebenso wahr wie paradox ist. Von Anfang an.
Vom 16. bis zum 22. Oktober hat im Heiligen Land eine gemeinsame katholisch-protestantische Pilgerfahrt stattgefunden um das Jubiläumsjahr der Barmherzigkeit und den 500. Jahrestag der lutherischen Reformation zu feiern.
Die gemeinsame Delegation, zu der 9 Bischöfe der beiden Kirchen gehörten wurde vom Präsidenten der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx und vom Präsidenten der  EKD, dem lutherischen Bischof aus Bayern Heinrich Bedford-Strohm geleitet. Alles war gut, bis zu ihrer Ankunft in Jerusalem auf dem Tempelberg.

Hier verortet die Tradition den Ort des Opfers Isaaks, hier ließ König Salomo im 10. Jahrhundert vor Christus den berühmten Tempel errichten. zerstört und von den Juden des 6. Jahrhunderts rekonstruiert, erweitert von Herodes, bei verschiedenen Gelegenheiten von unserem Herrn Jesus Christus besucht, schließlich von den Römern im Jahr 70 nach Christus zerstört.
Hier gerade von diesem Felsen soll für die Muslime Mohammed gerade  in den Himmel aufgestiegen sein- heute im Inneren der großen Kuppel: deshalb haben sie eine heute noch sichtbare Moschee rund herum gebaut. Aus diversen Gründen ist es also für alle ein heiliger Ort. Aber es gibt einen, der den Herrn machen will. 

Betrachten wir das Foto, das Kardinal Marx und den lutherischen Bischof  Bedford-Strohm vor der Kuppel des Felsensdoms abbildet. Bei ihnen  ist Scheich Omar Awadallah Kiswani . Und hier scheint es sich um die Rubrik "Schärfen Sie Ihren Blick" der Zeitung "Die rätselhafte Woche" zu handeln: was fehlt?
Ja, klar, es fehlt das Pektoralkreuz. Nicht zufällig. 
Die muslimischen Autoritäten haben den eigenen Gästen vorgeschrieben, es nicht anzulegen,bevor sie einen Fuß ins Innere setzten.
Und die Katho-Protestanten haben prompt gehorcht, ohne zu murren, ohne jeden Widerstand.
Eine ziemlich sonderbare Art des Empfangs, dieser islamische: zu versuchen jene,  die sie besuchen, ihrem Wunsch anzupassen, vorzugeben, sie schämten sich ihrer eigenen, liebsten Symbole, der
religiösen, und sie zu veranlassen, sie abzulegen.

Aber noch seltsamer und auch demütigender ist die unterwürfige Ergebung, mit der ein Kardinal und diverse Bischöfe sofort die Einladung angenommen haben, das Zeichen für das Einzigartige ihres Glaubens in Parenthese zu setzen- als eine Frage des Respektes, wie sie erklärt haben.
So schien es auch, als hätten sie nicht anders hätten handeln können.
Nur um sich dann in undurchdringliches Schweigen zu hüllen- angesichts einer wirklich seltsamen Geschichte-die der muslimische Fremdenführer vorbrachte, absolut bereit zu leugnen, daß es auf dem Tempelberg -trotz seines Namens- niemals einen jüdischen Tempel gegeben habe, besonders den von Salomo nicht.
"Dafür gibt es keinen archäologischen Beweis." hat er versichert und erklärt, daß allein schon Anwesenheit von Juden an diesem Platz gegen den Willen Gottes sei.
In Wirklichkeit ist die Realität genau umgekehrt: der Tempel war hier, hier und lange bevor der Islam existierte.
Aber darum ging es in dieser parteiischen Geschichtsstunde nicht. Im Übrigen schien es nicht möglich zu sehen, wie die aufmerksamen katho-protestantischen Zuhörer schweigend und"ohne einen Schuß abzugeben"zuhörten.


Fundstück


Marco Wild hat der Prostantischen Kirche Deutschlands in einem Gastkommentar bei philosophia perennis eine äußerst ernste Diagnose- mit so gut wie hoffnungsloser Prognose- gestellt.
Wir Katholiken sollten sie mit großer Aufmerksamkeit lesen, weil auch die Kirche -gerade in Deutschland- nicht gegen diese Krankheit gefeiht ist, wie man gerade jetzt an einigen Dokumenten sehen kann. Deshalb Lesen! 

"UNTERWANDERUNG DURCH LINKSGRÜNE IDEOLOGEN: DER NIEDERGANG DER EVANGELISCHEN KIRCHE"
… oder von der Hüterin der christlichen Lehre zur größten Hure aller Zeiten. Ein Gastkommentar von Marko Wild 

Hier geht´s zum Original:  klicken

Wer fragt, der ist nicht würdig ein Kardinal zu sein?

Wie man aus diversen Rumors im Netz liest, scheint man in "Rom" ernsthaft zu erwägen, die 4 Kardinäle, die die Dubia geschrieben haben, ihre Kardinalswürde zu entziehen, sozusagen als Strafe.
Ich möchte hier auf David Berger verweisen, der zum Thema, im Grunde,  alles gesagt hat, was zu sagen, ist und der besonders den auch von mir geschätzten Philosophen Walter Horoes zitiert mit:
Die heftigsten Toleranzprediger sind fast immer die intolerantesten Menschen.
Ich muss sagen, das Vorgehen, wenn es denn nicht ein Fake ist, das bringt mich schon ins Schleudern in meiner Auffassung von dem was katholisch denn  nun mal ist.
Weil fragen ist nun wirklich nicht Sünde.

Mittwoch, 30. November 2016

Parallelen zwischen der aktuellen Lage nach Amoris Laetitia und der Arianischen Krise. Fortsetzung.

Fortsetzung  der Überlegungen von Claudio Pierantoni zur Parallele zwischen der Arianischen und der Kasperianischen (wie er sie zu Recht nennt) Krise.
Hier geht´s zum Original:  klicken

".....Es ist klar, daß die Reue, um die sich hier gesorgt wird, auf keine Weise mit der neuen in Gegenwart einer zuvor gesetzlichen Verbindung verbunden ist, sondern statt dessen: a) mit dem Verhalten in der vorigen Krise b) den Konsequenzen (nicht weiter klar definiert) für die neue Verbindung, die Familie und für die Gemeinde.

Es ist daher klar, daß das Dokument über diese Fälle hinaus Druck aufbauen will, in denen es eine subjektive Sicherheit der Ungültigkeit des vorigen Bundes, Fälle von Unwissenheit, Schwierigkeiten beim Verstehen, höherer Gewalt oder einer angenommenen Unfähigkeit gibt, das Gesetz zu befolgen.

Jetzt ist auch ausreichend klar gemacht worden, daß das geltende Maß für ein Urteil über die Rechtmäßigkeit einer neuen Verbindung letztendlich ihr praktischer Erfolg ist, das sichtbare Glück- wie das Fehlen davon und das Nichtglücklichsein gegen die vorgehende Ehe spricht, diese vorausgesetzte "Rechtmäßigkeit" ist offensichtlich eine Grundvoraussetzung für das Empfangen der sakramentalen Absolution und der Eucharistie.

Die unausweichliche Konsequenz daraus ist, daß die vorhergehende Ehe  jetzt ausdrücklich -aber auch öffentlich- als folgenlos angesehen und deshalb aufgelöst betrachtet wird; deshalb stellen wir fest, daß die Ehe durch diese Art der "pastoralen Sorge" de facto für auflösbar erklärt wird. Deshalb ist de facto- obwohl die Kirche fortfährt in Worten die Unauflöslichkeit der Ehe zu beteuern- die Scheidung eingeführt worden.

Es ist ebenso klar. daß das, wenn das Erfolgreichsein der neuen Ehe ausreicht, um ihre Rechtmäßigkeit zu etablieren, praktisch alle Fälle einer zweiten Ehe rechtfertigt.
Sollte auch die neue Ehe als erfolglos betrachtet werden, gäbe es de facto also keinen Grund,sie zu rechtfertigen und man wäre- in der Hoffnung auf einen größeren Erfolg-für eine weitere Ehe offen.
Das und sonst nichts ist genau die Logik der Scheidung.

Daraus kann man weiter ableiten, daß die Diskussionen von Fällen, die wir als "die mittlere" bezeichnen, besonders die, die zwischen der traditionellen Position und der breitesten Interpretation, wie wir schon sagten-auf alle Fälle anwendbar ist, während sie auf  der einen Seite vielen Gemäßigten erlaubt, sich in der einen oder anderen Gradualität wieder zu erkennen und deshalb einen bestätigende Wirkung hat, sie auf der anderen Seite- in praktischen Worten- letztlich ohne größere Bedeutung ist.
Im Kern -liefert das Dokument in seiner allgemein gehaltenen Formulierung Carte blanche, um die große Mehrheit realer Situationen auf der Basis ziemlich einfacher Kriterien und in Übereinstimmung mit der vorherrschenden Mentalität unserer Zivilisation zu entscheiden: mit anderen Worten- um das noch einmal zu wiederholen- in perfekter Übereinstimmung mit der Scheidungsideologie.

Wenn wir zu unserer Parallele zurück kehren, kommt einem lebhaft die Politik von Kaiser Konstantin in den Sinn, ausreichend allgemein gehaltene Worte zu finden, mit dem Ziel möglichst vielen zu gefallen. Die allgemeine Natur der Formulierung "wie der Vater- nach der Schrift" stimmt perfekt mit dem allgemeinen Charakter von "in gewissen Fällen können die Sakramente gespendet werden" überein [....], die wir im aktuellen Dokument finden. Theoretisch kann man darin jeden Standpunkt wiederfinden.

Als Konsequenz sind die Situationen auch angesichts ihrer praktischen Folgen analog, Ebenso hatte fast der gesamte Episkopat des Reiches die Formulierung von Rimini-Konstantinopel der Jahre 359-60 unterschrieben und wie heute, wo auch die große Mehrheit des Episkopates das neue Dokument kommentarlos akzeptiert hat -obwohl sie sich dessen bewußt waren, daß es de facto eine Reihe von Standpunkten legitimiert, die untereinander inkompatibel sind und einige offen häretisch.

Heute beruhigen viele Bischöfe und Theologen ihre Gewissen, indem sie sowohl öffentlich als auch vor sich selbst versichern, zu sagen, "in gewissen Fällen können wiederverheiratete Geschiedene die Sakramente empfangen" in sich selbst nicht  falsch und in der Hermeneutik der Kontinuität und Übereinstimmung mit dem vorhergehenden Lehramt ist. Auf die gleiche Weise glaubten die Bischöfe in der Antike, daß es in sich nicht falsch sei, zu sagen "der Sohn ist dem Vater gleich-nach der Schrift."

Sicher kann man in beiden Fällen -trotz des breiten Spektrums an Positionen, die Formulierungen erkennen kann- ob sie nun isoliert betrachtet wird und zur selben Zeit im Kontext der entsprechenden Dokumente, daß die Orthodoxe Position-die wirkliche, die mit dem vorhergehenden Lehramt übereinstimmt- genau die Position ist, die ausdrücklich ausgeschlossen wurde.[....]

Im Fall von Amoris Laetitia:
"-durch das Dementieren der Forderung von "Familiaris Consortio"  nach Abstinenz von der Kohabitation "more uxorio"  als Voraussetzung für die Zulassung zu den Sakramenten.
- durch die Eliminierung der klaren Grenzen zwischen Sicherheit des Gewissens und den sakramentalen kirchlichen Regeln.
-durch einen abwegigen Gebrauch des Gebotes Evangeliums zur Barmherzigkeit und dem Nicht-verurteilen-die sie zur Unterstützung ihrer Behauptung aufrufen, daß es nicht möglich ist, in der Kirche eine allgemeine Tadelstrafe über spezifisch, objektiv rechtswidrige Verhaltensweisen zu verhängen.
-und last but not least durch harsche Kritik an den angeblich "Engstirnigen" und "Heuchlern" die darauf abzielen, präzise juristische Regeln zur Beurteilung individueller Fälle zu beschwören, die statt dessen -nach dem Dokument- der strikten persönlichen Differenzierung und Führung überlassen werden sollten.


Eine Träne vom Papst, Elogen vom Moskauer Patriarchen und trockene Augen bei den kubanischen Bischöfen anläßlich des Todes von Fidel Castro

Sandro Magister vergleicht bei Settimo Cielo die Reaktionen verschiedener Kirchenoberhäupter auf den Tod des ehemaligen kubanischen Revolutionsführers Fidel Castro.
Hier geht´s zum Original: klicken


"UND SO WAR ES. DIE TRÄNE DES PAPSTES, DAS "GRIECHISCHE WEINEN" VON PATRIARCH KYRILL & DIE TROCKENEN AUGEN DER KUBANISCHEN BISCHÖFE"

"Beim Tod von Fidel Castro gab es von Seiten der Oberhäupter der Kirche unterschiedliche Reaktionen, wie ein Vergleich zwischen der des Papstes, des Moskauer Patriarchen und der kubanischen Bischöfe zeigt.

Papst Franziskus hat seine Trauer in einem nüchternen Telegramm an den Bruder und Nachfolger des Verstorbenen ausgedrückt.

Ausgreifender jedoch war die Botschaft des Patriarchen von Moskau, Kyrill, in dem er seine "tiefe Trauer" in einem Lobgesang auf das Andenken des Verstorbenen ausdrückte.

"Commandante Fidel" war eines der bekanntesten Staatsoberhäupter unserer Zeit. Er hat internationale Autorität erlangt und wurde schon zu Lebzeiten zur Legende. Weil der Fleisch von Fleisch des kubanischen  Volkes war, hat er alle seine Kräfte darauf verwendet, sein Vaterland wirklich unabhängig zu machen und fähig, in der Völkerfamilie der ganzen Welt eine wichtige Stellung einzunehmen.

"In der Russischen orthodoxen Kirche ist der Name von Fidel Castro immer mit Respekt und Dankbarkeit ausgesprochen worden. Unter persönlicher Mitwirkung des Commandante ist in Havanna eine der Ikone der Gottesmutter von Kazan geweihte Kirche errichtet worden, deren oberster Bauherr-wie er sagte- er selbst war."

"Ich bewahre meine Begegnungen mit Commandante Fidel warm in Erinnerung. Ich war immer berührt von seiner großen und scharfen Intelligenz, seiner Fähigkeit kompetent über die verschiedensten Themen zu sprechen. Unser letztes Gespräch fand am 13. Februar 2016 in seiner Wohnung statt, einen Tag nach meiner Begegnung mit dem Römischen Papst Franziskus."

"Ich werden in meinem Herzen immer eine gute Erinnerungen an diesen mutigen und charismatischen Mann bewahren, einen ernsthaften Freund der russisch-orthodoxen Kirche."

Wechselt man dann zu den kubanischen Bischöfen, die Castro den Castrismus aus sehr viel größerer Nähe kennen, ändert sich die Musik. Und das gründlich.

In ihrem knappen Comuniqué wird die Todesnachricht ohne Adjektive formuliert. Die Bischöfe drücken den Familienangehörigen und den staatlichen Autoritäten ihr Beileid aus, empfehlen die Seele des Dr. Fidel Castro Ruz Gott an und schließen mit diesem Wunsch-ohne den Toten noch einmal zu nennen:
"Wir legen die Zukunft des Vaterlandes unter den Mantel der Jungfrau der Caritá del Cobre, unserer Mutter und Schutzpatronin, damit sie uns schütze und inspiriere, zusammen zu arbeiten, um den Traum, für den José Marti sein Leben gegeben hat, zu verwirklichen: ein Vaterland für alle und für das Wohl aller."

Quelle: Sandro Magister, Settimo Cielo 



    aus der Lesung von heute, das Dilemma

    Als ich jung, war, was eine Weile her ist, diskutierten wir heiß solche rein abstrakten Fragen, wo ein guter Mensch lande, der noch nie was von Jesus Christus und seiner Botschaft gehört habe.
    Die Antwort ist eigentlich klar und eindeutig und findet sich bei Lukas im 12, Kapitel:
    Wer den Willen des Herrn nicht kennt, der wird nicht so arg gestraft, wie der, der den gleichen Mist baut, aber den Willen Gottes kennt.
    Im Grunde diskutierten wir billig, weil der Glaube nämlich nicht dazu da ist, sich über andere Leute den Kopf zu zerbrechen, sondern mir erzählt was ich tun oder nicht tun soll.
    Also anstatt sich um den eigenen Glauben zu bemühen, gingen wir automatisch davon aus, dass wir selber ja die Guten, die Geretteten sind und von der Höhe der eigenen, eingebildeten Gutheit, fanden wir es dann sehr ungerecht, dass andere Leute, die besser sind als wir, dann verloren gehen sollten.
    Also das Problem war, dass wir uns um das eigene Seelenheil keine Gedanken machten. Nun gut wir waren pubertierende Teenager, da ist das wohl normal, aber wenn ich mir vieles, was in der Kirche so verbraten wird, anhöre, so muss ich sagen, ja, es stimmt die Pubertät dauert bei vielen sehr, sehr lange, viel zu lange, um es genau zu sagen.
    Eigentlich geht die ganze Verkündigung davon aus, dass die Botschaft Christi genau die frohe Botschaft ist, auf die die Leute nur gewartet haben.
     Darum heißt es in der Schrift: Wie sind die Freudenboten willkommen, die Gutes verkündigen!   heißt es in der Lesung von heute.

    Dienstag, 29. November 2016

    Kontroverse um Amoris Laetitia. Würde ein neues Konzil helfen?

    Sandro Magister befaßt sich bei www.chiesa ein weiteres mal mit der von "Amoris Laetitia" ausgelösten Verwirrungen und Kontroversen. Dabei greift er auf einen Vorschlag von Claudio 
    Pierantoni,ein neues Konzil einzuberufen zurück.
    Hier geht´s zum Original:
       klicken

             "EIN NEUES KONZIL WIE VOR 1600 JAHREN"
    "Die von Amoris Laetitia hervorgerufenen Konflikte haben einen Präzedenzfall in der Christologischen Kontroverse in der Spätzeit des Römischen Imperiums. Die wurde vom ökumenischen Konzil von Chalzedon gelöst. Heute schlägt ein Gelehrter aus Chile vor, diese Reise noch einmal anzutreten.

    Durch den bloßen Akt, den Appell der vier Kardinäle, Klarheit über die kontroversesten Punkte von Amoris Laetitia zu schaffen, nicht zu beantworten, hat Papst Franziskus zumindest eine Sache klar gemacht. Und das ist seine unerschütterliche Gewißheit, daß der von ihm durch die postsynodale Exhortation in Gang gesetzte Prozess gut ist, gerade Dank der kalkulierten Zweideutigkeit des Textes, die den Weg für eine Vielzahl von Interpretationen und Anwendungen geöffnet hat, von denen einige angesichts der jahrhundertelangen Lehre der Kirche, entschieden neu sind.

    Es ist nicht das erste mal in der Kirchengeschichte, daß eine solche Situation entstanden ist. Soll heißen, daß ein absichtlich unklares Statement des Lehramtes vielfältige, sich widersprechende Interpretationen neben einander bestehen läßt, sogar bezüglich der zentralen Punkte des Dogmas.

    Das passierte auch während der ersten Phase der Trinitarischen und Christologischen Kontroverse des 4. Jahrhunderts.

    Im folgenden Essay zeigt ein Experte für diese antiken Kontroversen wie sehr ihre Dynamik dem derzeit stattfindenden Konflikt in der Katholischen Kirche über das Ehesakrament und der Eucharistie ähnelt.

    Damals lief die Arianische Häresie, die die Göttlichkeit Jesu unterminierte, auf Hochtouren. Heute dagegen ist die Unauflöslichkeit der Ehe der Christlichen Ehe in Gefahr.

    Der Autor des Essays, Claudio Pierantoni. hat klassische  Philologie und Kirchengeschichte an der Römischen Sapienza-Universität und am Augustinum studiert, wo der berühmte Patrologe Manilio Simonelli sein Lehrer war-als er sich auf die Christologischen Kontroversen des 4.Jahrhunderts und beim Hl. Augustinus spezialisierte.

    Verheiratet und Vater zweier Töchter lebt Pierantoni seit 1999 in Santiago, Chile. Er hat Kirchengeschichte und Patristik an der Päpstlichen Katholischen Universität unterrichtet und lehrt zur Zeit Mittelalterliche Philosophie an der Universität Chile. 

    In Chile hat er Freundschaft mit anderen Katholischen Gelehrten, die nach Chile emigrierten, geschlossen, wie mit Joseph Seibert aus Österreich und Carlos Casanova aus Venezuela, die beide in der laufenden Kontroverse um "Amoris Laetitia" engagiert sind.
    Er gehört zu den Unterzeichnern des sogenannten "Dokumentes der 45", der Petition, die im vergangenen Sommer an die Kardinäle und Patriarchen geschickt wurde und forderte, sie mögen sich an den Papst wenden und ihn darum zu bitten, die kontroversesten Punkte der Exhortation zu klären.

    Der  Essay von Professor Pierantoni  ist in den letzten Tagen in englischer Fassung vom deutschen Magazin "AEMAET, Wissenschaftliche Zeitung für Philosophie und Theologie" veröffentlicht worden und kann als PDF-Datei von ihrer website herunter geladen werden.


    Montag, 28. November 2016

    Der Vorläufer

    wenn man die biblischen Texte richtig interpretiert, schien zur Geburt Jesu eh alles verloren, die theologischen Führer spalteten sich in die Pharisäer und die Sadduzäer,. wobei letztere eh nicht an ein, wie auch immer geartetes, Leben nach dem Tode glaubten, und die Pharisäer die dachten halt "mache mer halt, was mer schon immer gemacht haben, und dann wird alles gut, weil? Ach egal!"
    Man muss sich das mal vorstellen, das Volk wartet und hofft auf den Herrn, steigt unter Salomo (seltsamerweise nicht unter David), wobei dieses ganze Königtum definitiv nicht Gottes Wille ist, aber dennoch sind die Könige gesalbte des Herrn und David ist derjenige an dem alles hängt, der Dichter der Psalmen, der, dessen Sohn das Heil bringen soll!
    Also unter Salomo wird das Reich groß, wichtig, Salomo ist der fleischgewordene Prototyp und Idealtyp des guten Königs anundfürsich und dennoch versagt er einfach, wie gesagt, seltsame Geschichten.
    Auf jeden Fall ist das schon lange her, man hat sich gegen die Griechen gewehrt, sich irgendwie in den Diadochenkämpfen den Glauben und die Identität halbwegs bewahrt, und nun ist man unwichtige, römische Provinz und der Glaube, die Hoffnung, Gott, sein Dasein? Nun ja!
    Irgendwie kommt einem das doch irgendwie vertraut vor, als also die Nacht am weitesten fortgeschritten war, das Dunkel die Völker bedeckte, da sandte Gott nun den größten der Propheten, der jedoch nichts besonderes getan hat, sondern nur gesagt hat "Da ist er!" was dennoch das Ziel aller Propheten ist und war.
    All dieses kommt einem doch irgendwie bekannt vor, man ist müde geworden und versteht das göttliche nur noch und ausschließlich innerweltlich und die, die irgendwie noch eine Idee haben, was Gott ist, die, die diese reine Innerweltlichkeit nicht mitmachen wollen, die bestehen auf Ritualen, sind auch irgendwie leer. 
    Und dann erscheint der Engel des Herrn dem Priester Zacharias und wenn man sich die Umstände vergegenwärtigt so ist völlig klar, warum der nun ausgerechnet das nicht glaubt!
    Und dann bricht es bei der Geburt des Täufers aus ihm heraus, wunderschön, wahr und gut!


    Lobgesang des Zacharias

    Gepriesen sei der Herr, der Gott Israels!
    Denn Er hat Sein Volk besucht und ihm Erlösung geschaffen.
    Er hat uns einen starken Retter erweckt
    im Hause Seines Knechtes David.
    So hat Er verheißen von alters her
    durch den Mund Seiner heiligen Propheten.


    Sind die Seminare das nächste Ziel auf der päpstlichen Reform-Agenda?

    rorate caeli sorgt sich um die Zukunft der Priesterseminare und der Berufungen.
    Hier geht´s zum Original:  klicken

    "FÜR DIE AKTEN- IN SEINEM LETZTEN INTERVIEW HAT DER PAPST  DIE RIGIDITTÄT IN DEN SEMINAREN UND IN DER PRIESTERAUSBILDUNG ANGEGRIFFEN. WERDEN DIE SEMINARE BALD DAS ZIELE DER FRANZISKUS-REFORM?" 

    Es ist sehr schwer bei dem endlosen Worte-Strom von Papst Franziskus auf dem Laufenden zu bleiben. Ein Interview nach dem anderen, Pressekonferenzen, Reden, Briefe, Telefongespräche, Stegreifbemerkungen, tägliche Predigten.... ein endloser Strom von Worten der dazu führt, daß die Menschen nicht richtig wissen, was der Papst genau zu diesem oder jenem Thema gesagt hat, sondern eher die Generalrichtung des päpstlichen Denkens und die Hauptthemen seiner Agenda erkennen.
    Eher als daß es ein Zeichen von Schlampigkeit ist, kann man eine exzellente Strategie darin erkennen.
    Liberale Möchtegern-Reformer, die dazu neigen, sich nicht um Genauigkeit zu kümmern, nutzen die starken Eindrücke die Franziskus hinterläßt, ohne an exakte Worte gebunden zu sein. In der Zwischenzeit bleiben einige Konservative eher zurückhaltend, Franziskus zu tadeln, weil sie besessen davon sind, genau festzulegen, was Franziskus bei dieser oder jener Gelegenheit gesagt hat und versuchen, Entschuldigungen dafür zu finden oder fast alles als "Fehlinterpretation" abzutun, was sie zu einer Konfrontation zwingen würde.


                               
                Seraphisches St.Franziskus Seminar in Andover wurde 1970 geschlossen und im Oktober 2016 abgerissen.     

    Glücklicherweise (oder unglücklicherweise) neigt der Papst dazu, sich oft zu wiederholen, mit dem Ergebnis, daß die Generalrichtung die er für die Kirche wünscht  jetzt für jeden außer den blinden Realitätsleugnern sichtbar geworden ist.

    Eines der zunehmend herausragenden Themen des Franziskus-Pontifikates ist die Notwendigkeit Rigidität" unter den Seminaristen zu bekämpfen, die Notwendigkeit sie Unterscheidung zu lehren (besonders durch Jesuiten) und die Wachsamkeit bei neuen Berufungen, so daß Qualität vor Quantität geht.
    Zu Beginn des Jahres 2015 hat Franziskus über das"Problem"gesprochen, das  "Traditionalisten" in den Diözesan-Seminaren darstellten und ihre "Unausgeglichenheit" bzgl. der Liturgie,
    Später im Jahr (November) während einer Rede vor einer größeren Konferenz über Ausbildung von Priestern kehrte zu diesem Thema zurück und benutzte eine noch schärfere Sprache indem er "treue, fundamentalistische" Seminaristen mit Kriminellen verglich und andeutete, sie könnten geisteskrank sein:
    Aus dem Stegreif erzählte Franziskus eine Geschichte aus der Zeit, als er die Novizen der Gesellschaft Jesu unterrichtete. Ein "guter" Junge hatte den Test der Psychiaterin nicht bestanden und sie sagte zu Bergoglio: "diese Jungen sind in Ordnung bis sie niedergelassen sind und sich ganz sicher fühlen.Dann beginnen die Probleme.
    "Pater, haben Sie sich je gefragt, warum es Polizisten gibt, die foltern?" hatte die Doktorin offensichtlich Franziskus gefragt. Der Papst sagte dem Klerus, sie sollten zweimal nachdenken, wenn ein junger Mann zu zuversichtlich, rigide und fundamentalistisch ist" . Dann seine Einladung an sie, vorsichtig bei den Zulassungen zu den Seminaren zu sein. "Es gibt mental kranke Jungen, die starke Strukturen suchen. die sie schützen können. So wie "die Polizei, die Armee und der Klerus."


    Das Schweigen des Papstes zu den dubia, die New York Times und der Hl. Geist

    Marco Tosatti kommentiert bei Stilum Curiae den Artikel von Ross Douthat in der New York Times zum Schweigen des Papstes zu den dubia.
    Hier geht´s zum Original:  klicken

    "AMORIS LAETITIA, DIE DUBIA: IST DAS SCHWEIGEN DES PAPSTES EIN WERK DES HEILIGEN GEISTES, UM IRRTÜMER ZU VERMEIDEN? DIE HYPOTHESE DER NEW YORK TIMES"
    "Die Situation, in der die Katholische Lage sich nach Amoris Laetitia befindet, die Fragen nach formaler Klärung der vier Kardinäle, die sogenannten dubia (Stimmen einer weitaus größeren Gruppe Ratloser, wie die Unterschriften unter den Supplica filiale beweisen und Dokumente von Theologen und Dozenten beweisen) und die Weigerung des Papstes, zu antworten und hat der Pontifex damit nach Meinung des Leitartiklers der NYT, Ross Douthat, die Tür in eine "terra incognita" geöffnet.

    Und tatsächlich - drei Monate nach Empfang des privaten Briefes, in dem die Purpurträger um Klärung baten, der eine schwere Irritation beim Papst ausgelöst haben soll (und wir glauben das trotz privater Dementis) hat es keine Antwort gegeben.
    Keine lobende Definition, Vorwürfe der Rigidität, Suggestion, daß es hinter der Rigidität psychologische Probleme gäbe, Doktrinismus und was es noch gab. Aber eine klare und ernsthafte Antwort? Nein.

    Als ignoranter .... wiederholen wir die Frage, für die, die sie nicht kennen.
    Amoris Laetitia, die postsynodale Exhortation nach den beiden Familiensynoden, läßt durch eine Notiz verstehen, ohne das vorangehende Lehramt zu zerstören, daß sie nicht ausschließe, daß eine wiederverheiratete geschiedene Person zur Eucharistie zugelassen werden könne.
    Das heißt, daß jemand der-formal -in Todsünde und ohne seine Lage zu ändern lebt- kommunizieren könne.
    Das ist eine Perspektive, die die Tür für viele Möglichkeiten öffnet: warum kann man die gleiche Lösung nicht auch auf andere Sünden-auch schwere- anwenden? Insgesamt ein schönes Durcheinander. Und das scheint gewollt.

    Und wie Ross Douthat erinnert: "Die Liberalen haben die Erlaubnis bekommen, zu experimentieren, die Konservativen, sich an den Buchstaben des Gesetzes zu halten, die Bischöfe wurden de facto in der Lage gelassen, ihre persönliche Lehre zu Ehe, Ehebruch und den Sakramenten zu wählen, etwas was viele dieses Jahr getan haben, schwankend zwischen den Konservativen in Polen und Philadelphia und den Liberalen in Chicago und Argentinien -was zu unvermeidlichen Reibereien zwischen den Bischöfen der unterschiedlichen Interpretationen führte."

    Tatsächlich hat es- abgesehen von den exzessiv wiederholten Beschuldigungen- eher schwach vom Gesichtspunkt des Inhaltes aus gesehen- der Rigidität, als einzige Antwort durch einen Brief mit einer indirekten Zustimmung zur Interpretation der argentinischen Bischöfe gegeben.
    Verbindlich, aber kaum entbehrlich als Akt der verläßlichen Lehre in einer Krise dieser Größenordnung.

    Diese Schieflage ist wichtig, weil- wie Douthat schreibt- im Katholizismus formale Worte des Papstes, seine Enzykliken und Exhortationen Gewicht haben, das Augenzwinkern und das implizite Akzente nicht haben können. So scheint es beabsichtigt, Klarheit zu vermeiden, als Kompromiss , als Verdeckung."

    Aber angesichts dieses merkwürdige Spektakel rund um die Dubia "erinnern wir uns, daß das keine definitive Systematisierung sein kann" . "Die Logik des Roma locuta, causa finitia"- ist nach dem Kommentator der NYT "zu tief in den katholischen Strukturen verwurzelt, um eine auch nur vorübergehende Dezentralisierung der Lehre zu erlauben."
    "Schließlich bleibt der Papst der Papst und jede große, wichtige Kontroverse wird am Ende unvermeidlich im Vatican ankommen."

    Franziskus solle das wissen. Zur Zeit scheint er die kleinere Krise der streitenden Bischöfe und wirren Lehre der größeren Krise ( wer könnte das aber auch mit Sicherheit sagen?) vorzuziehen, wenn er den Konservativen seine persönlichen Antworten auf die dubia gäbe und sie einfach zum Gehorsam aufforderte.
    "Es ist der Gehorsam, der nach einer Weile zum Schisma führen könnte, aber nicht, wenn zuvor die Zeit und das Eingreifen des Hl. Geistes die Position seiner Kritiker in der Kirche geschwächt hätte."

    Am Schluss bietet Ross Douthat eine interessante Hypothese: "In der Zwischenzeit hat sein Schweigen den Effekt, die Konservativen in ihrem Widerstand zu bestärken, ihnen erscheint, daß seine Weigerung, eine definitive Antwort zu geben, ein Werk der Vorsehung sei. Soll heißen, er glaubt, machiavellistisch und strategisch zu handeln, aber in Wirklichkeit ist es der Hl. Geist, der ihn daran hindert, den Irrtum zu lehren."

    Das ist eine "theologisch seltene" Hypothese, "die leicht widerlegt werden kann"  und der Papst "sollte nur seine Autorität ausüben, den Kritikern antworten und die Gläubigen klar das lehren, was sie seinem Willen nach glauben sollen. Aber so lange er nicht spricht, bleibt die Hypothese offen."

    Quelle: Marco Tosatti, Stilum Curiae





    Sonntag, 27. November 2016

    Advent

    Nun ist er wieder da der Advent, aller Panik zum Trotz leuchten allüberall die Lichterketten und besinnliche Adventsfeier jagt gemütlichen Adventskaffee, alles redet lautstark von der Stille und hält sie doch nicht aus.
    Ich wollte nun eigentlich einen ganz langen Beitrag über den Advent schreiben, aber irgendwie krieg ich das nicht zustande, daher nur kurz:
    Wenn man so in Kirche und Welt guckt, dann kann einem schon Angst und Bange werden, man hat das Gefühl Dinge, die man für fest und sicher hielt, die sind ins Wanken geraten, man hat das Gefühl in wirklich spannenden Zeiten zu leben, wo man nicht sicher sein kann, was noch wird.
    Und man möchte geradezu, als gläubiger Mensch heulen über all die fortschreitende Entchristlichung allüberall.
    Als nichtgläubiger Mensch mag man darüber jubeln, aber auch die nichtchristgläubigen sind sich so gar nicht einig, was sie denn anstatt dessen gerne hätten.
    Von daher scheint die ganze kuschelige, übliche Adventszeit, irgendwie sich aufzulösen, man merkt wie es wegbröckelt, und wenn ich ehrlich bin, finde ich es einerseits absolut schlimm und andererseits wieder nicht ganz so schlimm,  weil es ehrlicher ist.
    So wird sich wohl der volle Ernst der Adventszeit, die Wahrheit der liturgischen Texte,  die nicht nur (eigentlich gar nicht) von der romantischen, netten, besinnlichen Weihnachtszeit künden, sondern von der Wiederkunft Christi am Ende der Tage, der kommen wird, zu richten die Lebenden und die Toten,, wieder mehr ins Bewusstsein drängen.
    Romano Guardini schreibt irgendwo vom eschatologischen Ernst, der wieder in die Kirche und den Sinn des einzelnen hinein müsse, damit die Kirche ihren Weg in der Zeit gehen könne, ja es scheint als habe der liebe Gott diese Idee Guardinis aufgegriffen und sorgt dafür, dass wir wieder mehr im Bewusstsein der Wiederkunft Christi anfangen zu leben, einfach weil das ganze Drumherum in dem man sich als Kirche so nett verstecken konnte, wegfällt.

    Welche Folge wird die Niederlage Hillary Clintons auf das aktuelle Pontifikat haben?

    Federico Dezzani kommentiert in seinem blog altervista "Die Welt nach dem Sieg von Trump" und die Folgen für das aktuelle Pontifikat und die Katholische Kirche.
    Es ist so, als ob die letzten Teile eines gigantischen Puzzles, die seit 11 Jahren verstreut waren, endlich an ihren Platz 11 gerückt wurden.
    Hier geht´s zum Original, das wir bei Benoît XVI-et-moi gefunden haben (merci!) klicken

    die grossse schwäche von papst bergoglio nach der niederlage hillary clintons (und von George soros)

    Das von Papst Jorge Mario Bergoglio ausgerufene außerordentliche Jubiläumsjahr der Barmherzigkeit ist ohne Ruhm oder Widerhall zu Ende gegangen: der gesunde Menschenverstand hätte dem Pontifex zu einer Denkpause geraten, um den substantiellen Mißerfolg des Heiligen Jahres  zu reflektieren.

    Der Papst hat - im Gegenteil - seine Bemühungen verstärkt, um die Umkehrung der Modernisierung der Kirche abzuwenden, indem er neue Kardinäle kreierte, die ihm treu sind und als Zugeständnis die Absolution der Abtreibung allen Priestern erlaubt.
    Vielleicht ist Bergoglio unter Druck, weil er weiß, daß der internationale Kontext, der ihn auf die Cathedra Petri geführt hat, sich mit der Wahl von Donald Trump aufgelöst hat.
    Kurze Untersuchung zur Art und Weise wie die Obama-Administration und George Soros den argentinischen Jesuiten in die Leoninischen Mauern gebracht haben.


    Jorge Mario Bergoglio? Die Päpstliche Version von Barack Hussein Obama.

    Cäsaropapismus: "Beziehungssystem zwischen Staat und Kirche, in Kraft im Oströmischen Reich und im Russland der Zaren, in dessen Gefolge die Zivilmacht ihren Kompetenzbereich auf die Domäne der Religion ausweitete einschließlich ihrer disziplinarischen und theologischen Probleme," so wie der Treccani ihn definiert


    Samstag, 26. November 2016

    Fundstück


    Vor der Übergabe des Ratzinger-Preises 2016
    Benedikt  XVI , Msgr. Biffi und Prof. I.Kourempeles