Sonntag, 14. Februar 2016

Begeisterung in Mexiko!

Sieht so aus:

Unvergesslich, diese Bilder!





Man kann es gar nicht glauben, dass das schon wieder 4 Jahre her ist ...

700.000 waren damals auf der Straße, um Benedikt XVI in Leon zu empfangen. Und wir erinnern uns, wie das ZDF krampfhaft versuchte, die Zahlen klein zu rechnen ....


3 Jahre später.....

The Courtyard, blog der "Guild of the blessed Titus Brandsma", veröffentlichte am 11.2. einen Beitrag mit dem Titel " 3 Jahre später". Wir haben ihn übersetzt. Die päpstlichen Reden auf Kuba und in Mexiko in ihrer politischen Weltlichkeit zeigen, daß der Autor mit den meisten Beurteilungen des aktuellen Pontifikates Recht hat - auch wenn der Vergleich mit 9/11 vielleicht etwas harsch ist.
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                                         "DREI JAHRE SPÄTER"

"An diesem Tag, 2013, versetzte Papst Benedikt XVI die Welt in Staunen, als er auf die aktive Ausübung seines Petrinischen Amtes verzichtete, während er - sozusagen im Umfeld des Hl. Petrus blieb."
Drei Jahre später ist überaus klar geworden, daß der Mann, der den vakanten Stuhl bestieg, den Benedikt XVI hinterlassen hatte, ein unerschütterlicher Gegner des Papa emeritus war und bleibt.
Für diejenigen, die denken, daß eine derartige Beschreibung von Kardinal Jorge Mario Bergoglio unfair oder ungerecht oder irreführend sei, könnte die relativ kurze Zusammenfassung dieser 3 Jahre, die so schnell vorüber gingen, hilfreich sein.

Was immer die Geschichte über den immer noch kontroversen Rücktritt von Papst Benedikt XVI sagen wird, die Geschichte ist nicht der oberste Richter des Menschen. Der Richter jedes Menschen ist unser Herr Jesus Christus, dessen Stellvertreter auf Erden Benedikt XVI war.
Ich sage "war" weil ich - wie die große Mehrheit der Katholiken annehme, daß dieser Titel jetzt seinem Nachfolger, Papst Franziskus, gehört.

Die Kirche: Makro-und Mikro-Auswirkungen der Franziskus-Revolution
Auf der Makro-Skala wurde die Kirche in eine Krise von bisher wohl noch nie gesehener Dimension geworfen. Es hat sich so viel verändert - vor allem im öffentlichen Image des Papstes und der Kirche.
Der Mann, den Austen Ivereigh den "Großen Reformer" nennt, hat ungeheuer viel Energie dafür verwendet, ein Bild der Katholischen Kirche zu schaffen, das erstaunlich menschlich ist, so menschlich, dass es nicht übertrieben ist, zu behaupten, daß unter dem reformierenden Papst unserer Zeit die Katholische Kirche auf der allgemeinen Skala eine Kulturrevolution der Säkularisierung durchlebt, hervorgerufen durch den gesteuerten Kollaps der fundamentalen Glaubensgewißheiten.
Ganz einfach: Papst Franziskus ist in den Worten der Botschaft, die in "die Stadt und die Welt" hinausgeht, für die Katholische Kirche unser 9/11.
Aber alles was niedergerissen wird, kann auch wieder aufgebaut werden.

Und während man den Schaden dieser von oben ausgelösten Kulturrevolution nicht übertreiben kann, hauptsächlich - wenn auch nicht nur - durch Public Relations, genau weil sie aus der obersten Etage der Kirche kommt, ist das, was Bischof Athanasius Schneider und Kardinal Raymond L. Burke eine "Krise" nennen, meiner Meinung nach - wie die Fasten- und Passionszeit - nur ein Vorspiel, eine Vorbereitung, die Geburtswehen von etwas ganz anderem.
Worauf wir in der Fastenzeit hinblicken, ist nicht nur ein kirchliches Ereignis, sondern die Auferstehung Christi und letztendlich die Auferstehung der Toten, die Auferstehung der Kirche, der Braut Christi.

Die Kirche ist universal, aber die Katholische Kirche wird vor Ort erlebt.
Dennoch gibt es wirkliche Hoffnungszeichen. Weil die Katholische Kirche auf einer Mikro-Skala in lebendigen Zellen organisiert ist, die an die Lehre und die Person Jesu Christi glauben. Wenn sie es nicht tun, kommen sie meistens nicht in die Messe. Sie werden nicht alle verloren sein.
Für das Pontifikat von Papst Franziskus, welche Veränderungen es auch immer in den Katholischen Institutionen bewirken wird, muß gesagt werden, daß da die Gemeindepfarrer sind, religiöse Gemeinschaften, einige Bischöfe, Laienverbände, Katholische Institutionen, Verbände von Katholiken, die in den Medien und den Neuen Medien arbeiten, die mehr von der Vision Papst Benedikts XVI angezogen werden, einer Vision, die die Kontinuitäüt mit der Heiligen Tradition der Kirche beinhaltete und förderte, als von der sehr viel schwerer zu definierenden, mehr populistischen, säkularen, inkohärenten Vision von Papst Franziskus und seinen Mit-Reformern.

Samstag, 13. Februar 2016

Ist der Karneval wirklich vorbei?

In unserem Dorf, das ja nicht so sehr von der Fastnacht geprägt war - es gab ja bei uns Evangelischen damals keine Fastenzeit - fand einmal pro Saison ein Faschingsball statt - immer zum Kehraus am Faschingsdienstag. Wir alle hatten einen Riesenspaß, uns Kostüme auszudenken, in denen wir uns möglichst unerkannt ins Faschingstreiben stürzen durften. Zu Mitternacht mussten die Masken runter, denn da war alles vorbei.

Aber in diesen Zeiten ist alles ganz anders - da bekommt man den Eindruck, dass die Masken manchmal gewechselt, aber nie abgelegt werden. Die turbulente Faschingszeit in unserem Land und in unserer Kirche scheint einfach kein Ende zu nehmen.

Das konnte man in den letzten Tagen deutlich sehen ... noch in der Karnevalszeit konnte sich so mancher hinter einer undurchdringlichen Maske verstecken. So durfte ich z.B. am Faschingsdienstag eine Predigt hören, die keinen Unterschied zu einer Bundestagsrede eines (heute ist es ja fast egal) Politikers machte. Man hörte dort das, was uns beim Einschalten der "tagesschau" täglich ins Wohnzimmer gebracht wird ... mit Aussagen, über die man besser den Mantel des Schweigens deckt. Dass dann einige nach der Predigt geklatscht (!) haben, zeigt, dass es doch noch viele "tagesschau"-Seher oder SZ-Leser gibt, die es wegen der schönen Musik auch mal in die Kirche zieht. So endete die Predigt mit einem Amen (obwohl man vorher von Gott überhaupt nichts gehört hatte). Aber was hätte er auch sagen sollen. Das faschingsmäßige "Helau" wäre doch auch sehr unpassend gewesen ob des politischen Kommentars. So war es gut, dass direkt nach der Predigt das Credo aus Mozart's "Krönungsmesse" ertönte. Es war, als ob man den Umschaltknopf betätigt hätte.

Derweil hatte es einen Tag vorher ja einen riesigen Frust im Rheinland gegeben. Die Absagen der Rosenmontagszüge, wegen eines leichten Windes, der in der Maske des Sturms daherkam. Da setzte man dann bei katholisch.de die Maske des Spießers auf und ließ mal wieder den Herrn Odendahl von der Leine ... der bewies, dass der rheinische Humor mit der Absage der Rosenmontagszüge komplett auf der Strecke geblieben ist. Sein Pamphlet über Katholiken, die jeden Sonntag gerne zur Messe gehen, sollte witzig sein ... aber wahrscheinlich musste der Herr Odendahl dann den ganzen Tag vor einem Loch ausharren und immer wieder hineinrufen "Witz komm raus, Du bis umzingelt". Ein solches Verhalten wird dann wohl hoffentlich mit lebenslänglichem Besuch in einer uninspirierten Garagenkirche mit "Neuen geistlichen Liedern" geahndet. Freuen wir uns für ihn.


13. 2. 2013

Die Generalaudienz vom 13. Februar 2013 war die vorletzte des Pontifikates.




Ansprache & Katechese:   klicken

                                  "Liebe Brüder und Schwestern!
Wie ihr wißt – [Applaus] Danke für eure Zuneigung! –, habe ich mich dazu entschlossen, auf das Amt, das mir der Herr am 19. April 2005 anvertraut hat, zu verzichten. Ich habe dies in voller Freiheit zum Wohl der Kirche getan, nachdem ich lange gebetet und vor Gott mein Gewissen geprüft habe. Ich bin mir des Ernstes dieses Aktes sehr bewußt, aber ich bin mir ebenso bewußt, nicht mehr in der Lage zu sein, das Petrusamt mit der dafür erforderlichen Kraft auszuüben. Mich trägt und erleuchtet die Gewißheit, daß es die Kirche Christi ist und der Herr es ihr nie an seiner Leitung und Sorge fehlen lassen wird. Ich danke euch allen für die Liebe und für das Gebet, mit dem ihr mich begleitet habt. [Applaus] Danke! Ich habe in diesen für mich nicht leichten Tagen gleichsam physisch die Kraft des Gebets verspürt, die mir die Liebe der Kirche, euer Gebet bringt. Betet weiter für mich, für die Kirche und für den kommenden Papst. Der Herr wird uns leiten.

Das Evangelium - die konkrete Richtschnur des Lebens
Liebe Brüder und Schwestern,
Heute, am Aschermittwoch, beginnen wir die liturgische Fastenzeit: 40 Tage, die uns auf die Feier des Osterfestes vorbereiten. Es ist eine Zeit der besonderen Bemühung auf unserem geistlichen Weg. Die Zahl 40 kommt in der Heiligen Schrift mehrmals vor. Insbesondere ruft sie, wie wir wissen, die 40 Jahre in Erinnerung, in denen das Volk Israel in der Wüste umherzog: eine lange Zeit der Formung, um das Volk Gottes zu werden, aber auch eine lange Zeit, in der die Versuchung, dem Bund mit dem Herrn untreu zu werden, stets gegenwärtig war. 40 Tage lang dauerte auch der Weg des Propheten Elija, um den Gottesberg Horeb zu erreichen; ebensolang war die Zeit, die Jesus vor dem Beginn seines öffentlichen Wirkens in der Wüste verbrachte, wo er vom Teufel versucht wurde. In der heutigen Katechese möchte ich bei diesem Augenblick des irdischen Lebens des Herrn verweilen, von dem wir im Evangelium des kommenden Sonntags lesen werden.
Zunächst einmal ist die Wüste, wohin Jesus sich zurückzieht, der Ort der Stille, der Armut, wo dem Menschen sein materieller Halt entzogen ist und er vor den grundlegenden Fragen der Existenz steht. Er wird gedrängt, sich dem Wesentlichen zuzuwenden, und gerade deshalb kann er Gott leichter begegnen. Aber die Wüste ist auch der Ort des Todes, denn wo kein Wasser ist, ist auch kein Leben, und sie ist der Ort der Einsamkeit, an dem der Mensch die Versuchung stärker spürt. Jesus geht in die Wüste, und dort wird er in Versuchung geführt, den vom Vater gewiesenen Weg zu verlassen, um andere, einfachere und weltlichere Wege einzuschlagen (vgl. Lk 4,1–13). So nimmt er unsere Versuchungen auf sich, nimmt unser Elend mit sich, um das Böse zu besiegen und uns den Weg zu Gott, den Weg zur Umkehr zu öffnen." (......)

"Umkehren bedeutet, sich nicht in der Suche nach dem eigenen Erfolg, dem eigenen Ansehen, der eigenen Position zu verschließen, sondern dafür zu sorgen, daß jeden Tag, in den kleinen Dingen, die Wahrheit, der Glaube an Gott und die Liebe das Wichtigste werden."
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Quelle La Santa Sede, LEV                                                                             

Diese berührende Bild stammt auch vom 13.2. 2013:


Die Kathedrale von Straßburg, Architekturzeichnungen

Derzeit werden in der Dombauhütte um die 30 Baupläne und Entwürfe für das Straßburger Münster ausgestellt, deren nicht unwichtigste Aufgabe es war, die Geldgeber des 1015 begonnenen Sakralbaus zu motivieren. Stephanie Loeb berichtet bei culturebox.france,  
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"DIE ARCHITEKTENZEICHNUNGEN DER STRASSBURGER KATHEDRALE SIND ENDLICH FÜR DIE ÖFFENTLICHKEIT ZUGÄNGLICH"
 L'un des plans de la cathédrale datant de 1360. 
Das Museum der Dombauhütte von Nôtre Dame am Fuße der Kathedrale besitzt einige 30 Zeichnungen und Pläne des aus dem Mittelalter stammenden Gebäudes. Werke von unschätzbarem Wert, wobei das Älteste aus dem 13. Jahrhundert stammt.Seit 1989 werden sie sorgfältig konserviert im Magazin des Museums aufbewahrt, und sind in einem extra erbauten Saal als Schatz des Kulturerbes  für das Publikum zugänglich.Diese außerordentliche Sammlung der aus dem Mittelalter stammenden Architekturzeichnungen ist eine der bedeutendsten der Welt. Die Pläne und Projekte der Meisterwerke in der Kathedrale erlauben es, von dem Moment an, als 1015 der erste Stein gesetzt wurde, die Entstehung des Monumentes zu verfolgen. Sie waren Arbeitsunterlagen für die Architekten aber vor allem sollten sie die Auftraggeber de Arbeiten beeindrucken und überzeugen.

Sehr empfindliche Zeichnungen
Die größte Zeichnung mißt 4 m in der Höhe. Die älteste und somit kostbarste stammt aus dem Jahr 1250, der Epoche, in der die romanische Kathedrale gotisch wurde.

Diese Dokumente sind hochempfindlich. Um sie dem Publikum zeigen zu können, ist ein spezieller Konservierungsraum für sie eingerichtet worden, der Aufbewahrungsmöglichkleiten hat und mit einem Steuerungssystem für eine optimale Raumtemperatur-, Feuchtigkeit und Beleuchtung ausgestattet ist. 4 der Pläne werden im Rotationsprinzip abwechselnd gezeigt.
                        La cathédrale de Strasbourg, joyau de l'art gothique
                               © KLAUS NOWOTTNICK / DPA / DPA PICTURE-ALLIANCE/AFP

Zugang nur nach sehr strikten Regeln
Das Publikum kann das Museum betreten, aber zu sehr strikten Bedingungen. Das Laboratorium der Französischen Museen schätzt, daß die akzeptable Dauer, in der man die Zeichnungen dem Licht aussetzen kann, 3 Stunden/Woche beträgt.
Die Besuche sind auf die Samstage, von 14:00 bis 17:00 und auf 10 Personen beschränkt und man muß sich vorher einschreiben.

Ein Schatten über der Umarmung.....etwas Nüchternheit kann nicht schaden.

Sandro Magister singt im Gegensatz zum Unisono-Chor kirchlicher und weltlicher Medien nicht das euphorisierte Hosianna der päpstlichen Begegnung mit dem Patriarchen von Moskau. Er erinnert bei www.chiesa L´Espresso schlicht an den Regisseur dieses Treffens, Vladimir Putin. Und er spricht dabei nicht von Ökumene sondern von Geopolitik.
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"ÜBER DIE UMARMUNG ZWISCHEN FRANZISKUS UND KYRILL FÄLLT DER SCHATTEN PUTINS"
"Um den Patriarchen von Moskau zu treffen, hat der Papst die russische Politik in der Ukraine und im Mittleren Osten unterstützt, und dabei die Erwartungen der Christen der Region enttäuscht. Wie er es vorher in Kuba getan hat.



Das Treffen mit dem russischen Patriarchen Kyrill auf dem Flughafen von Havanna ist ein perfekter Schnappschuß der Geopolitik von Papst Franziskus. Er weicht den Hindernissen aus, anstatt sie überwinden. Er legt Priorität und Dringlichkeit auf persönliche Kontakte, wie in einem Feldlazarett, wo auch niemand darauf wartet, daß der Krieg zuerst endet.
In der Ukraine und im Mittleren Osten ist wirklich Krieg - und Rußland ist einer der Hauptakteure. Aber für Franziskus ist die Umarmung mit dem Moskauer Patriarchen als Friedenszeichen mehr wert, als zur Katholischen Bevölkerung der Regionen zu stehen.
Der Fall der Ukraine ist exemplarisch.
Die Russisch Orthodoxe Kirche hat ihre Entstehungsstätte dort, aber sie fühlt sich auch von den Millionen Gläubigen des Östlichen Ritus umzingelt, die Rom gehorsam sind, den "Unierten" wie sie herabsetzend sagen. Während die Katholiken des Byzantinischen Ritus jetzt die Orthodoxen als ihre Feinde und Eindringlinge betrachten.
So hat also Franziskus immer alles vermieden, was das Moskauer Patriarchat und die imperiale Politik Vladimir Putins hätte verärgern können, sogar unter Inkaufnahme, allerstärkste Enttäuschung unter den Bischöfen, dem Klerus und den Gläubigen der regionalen Katholischen Kirche zu säen.


Er nannte den Konflikt, der für die Ukrainischen Katholiken eine reine Aggression der russischen Seite ist, "einen brudermörderischen Krieg von beiden Seiten." Und er stimmte willig Kyrills Vorschlägen zu, ein Treffen weder im Osten noch im Westen stattfinden zu lassen, sondern in Kuba-als "neutrales! Gebiet" definiert. 

Freitag, 12. Februar 2016

Vor 3 Jahren der größte Demutsakt in der Geschichte der Päpste

John Allen war am 11.2.2013 auch in Rom. Wie er die Demissionsankündigung Benedikts XVI erlebte, hat er jetzt bei CRUX berichtet.
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"VOR DREI JAHREN - DER GRÖSSTE DEMUTSAKT IN DER GESCHICHTE DER PÄPSTE"
"Aus reinem Zufall war ich am 11. Februar 2013 in Rom. Meine Frau und ich waren bereits aus Rom in die USA zurück gekehrt, aber an diesem Tag war ich zurück gekommen, um an einem Gespräch des Italienischen Außenministeriums zum Thema "Religionsfreiheit" teilzunehmen. Deshalb war ich in der Stadt, als die Ankündigung des Amtsverzichtes Benedikts XVI kam.

Und so erfuhr ich es: ich stand in einer Kaffeepause mit anderen Rednern zusammen, als mein Handy klingelte, ein BBC-Reporter fragte, ob ich bestätigen könne, daß der Papst dabei sei, zurückzutreten.
Weil ich über die Jahre schon zahllose Anrufe bekommen hatte, in denen ich nach gefälschten Papstgeschichten gefragt wurde, schnappte ich : "Das ist wohl völliger BS (bullshit) und ich habe für sowas keine Zeit."
Nachdem ich aufgelegt hatte, ging ich in den Konferenzraum zurück, wo ich meinen guten Freund Phil Pullella sah, der den gleichen Gesichtsausdruck hatte, wie Menschen, die gerade einen Autounfall überlebt haben, ihn oft zeigen.
Es stellte sich heraus, daß er gerade ein Telefongespräch mit Vatican-Offiziellen, die den Rücktritt des Papstes bestätigten, beendet hatte, er drehte sich zu mir um und sagte "wir müssen los".
Die Wochen die folgten sind verwischt- (außer meiner deutlichen Erinnerung daran, daß Pullella mir noch die Taxifahrt zum Vatican schuldet) aber in der Distanz von 3 Jahren seit diesem historischen Augenblick scheint eine Sache überaus klar.
Während Papst Franziskus zu Recht für seine persönliche Bescheidenheit und Einfachheit gefeiert wird, passierte der Akt größter päpstlicher Demut, den die Welt in den letzten 700 Jahren erlebt hat- und wahrscheinlich für immer- vor 3 Jahren von Benedikt XVI kam.

Sogar dieser Vergleich ist nicht ganz richtig, weil Coelestin sich sowohl der Macht König Charles II von Neapel als auch der seines eigenen Nachfolgers auf dem Papstthron, Bonifaz VIII gegenüber sah, er starb im Gefängnis (eine Fußnote: Benedikt XVI legte während seines Besuchs in Aquila seine Stola über die sterblichen Überreste Papst Coelestins,  was im Rückblick ein klarer Hinweis darauf sein könnte, daß er einen Rücktritt immer erwogen hat)
Benedikt war der erste Papst, der auf seine Macht verzichtete, nicht in den Klauen eines Schismas, fremder Armeen oder innerer Machtkämpfe, sondern eher als Resultat einer ehrlichen Selbstprüfung, die ergab, daß er den Anforderungen des Amtes nicht länge gewachsen war.

Tweet zum Tage: Mexiko! Mexiko!

Die Begegnung zwischen Papst Franziskus und Kyrill. Spirituell oder politisch?

Das fragt sich Mario Proietti bei La Nuova Bussola Quotidiana anläßlich des Treffens der Oberhäupter des ersten und des dritten Roms auf dem Flughafen von Havanna.
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"FRANZISKUS UND KYRILL, EINE EHER POLITISCHE ALS SPIRITUELLE BEGEGNUNG"
"Die Begegnung, die heute Abend auf dem Flughafen von Havanna zwischen Papst Franziskus und dem Patriarchen von Moskau, Kyrill stattfinden wird, ist sicher ein außerordentliches Ereignis, zum ersten mal gibt es eine direkte Begegnung zwischen einem Papst und einem Patriarchen von Moskau.
Aber die Begegnung auf "neutralem" Boden - auf den ausdrücklichen Wunsch Kyrills - außerhalb Europas - wird eher politischen als spirituellen Wert haben, auch wenn die Protagonisten die höchsten kirchlichen Würdenträger sind.
Zuerst ist da der Ort der Begegnung: Kuba. Raul Castro war sehr zufrieden, dieses Begegnung zwischen dem Papst, der bei seinem vergangenen Besuch des Landes alles mögliche getan hat, um die eigene Verfügbarkeit gegenüber dem Regime und dem ex-sowjetischen Patriarchen zu zeigen.
Hier folgt gleich das zweite Element: das des russischen Präsidenten Vladimir Putins, der nicht nur diese Begegnung autorisiert hat und der diese Begegnung aus geopolitischen Interessen Rußlands wollte.
Im Übrigen ist der Patriarch nicht erst seit heute dem Präsidenten eng verbunden. Er hat in der Tat einen Lebenslauf, der ihn in den 70-er Jahren des vergangenen Jahrhunderts als  einen Vertrauten des KGB sieht (Deckname Mikhailov), eine Sache die ihn innerhalb und außerhalb des Sowjet-Imperiums herumkommen ließ - in ökumenischer Mission - wie damals die katholischen Ökumeniker glaubten.
Eine Verbindung zur Macht, die in die Putin-Ära überging, der überdies selbst aus dem KGB kommt, auch wenn er vor kurzem zur Orthodoxie konvertierte.
Und weiter: dieses Ereignis muß auch aus der Perspektive des kommenden Panorthodoxen Konzils gesehen werden, bei dem das Verhältnis zum Papst ein Konfrontationsthema zwischen Moskau und Konstantinopel sein wird (Patriarch Bartholomäus kann sich bereits einer guten Beziehung zu Papst Franziskus rühmen)
Außerdem muß man bedenken, daß die Begegnung auch eine sehr persönliche sein wird, bedenkt man, daß kein sogenanntes ökumenisches Gebet und kein Besuch eines sakralen Ortes geplant sind. Dem Treffen wird die übliche rituelle Erklärung folgen, mit der gemeinsamen Unterschrift unter ein Dokument, das - soweit man weiß - eine ethische Aussage zu sozialen Themen enthalten wird.
                                           


Francesco e Kirill

Ohne die Bedeutung des Treffens und des Engagements von Papst Franziskus herunter zu spielen, der auf jede Vorbedingung verzichtet hat - kann man das Risiko nicht verschweigen - das vor allem zahlreichen katholischen Kommentatoren gegenwärtig ist: das eines Ökumenismus der das Trennende verdunkelt, um die Einheit zu erleichtern. Wie bereits der damalige Kardinal Joseph Ratzinger in den 80-er Jahren des 20. Jahrhunderts sagte, daß ein solcher, vielen katholischen Bekennern des Ökumenismus teure Anhang, statt dessen eine größere Trennung schafft.

Heute vor 3 Jahren, ein Blitz schlug in die Kuppel von Sankt Peter ein

damals, am 11.Februar, im Jahre des Herrn 2013, am Gedenktag unserer Lieben Frau von Lourdes, und gleichzeitig Rosenmontag 2013.
Immer noch weiß ich nicht, was es zu bedeuten hat, und hab es auch aufgegeben, drüber nachzudenken, bin mir jedoch immer  noch sicher, wie  Kardinal Volk zu sagen pflegte "Es gibt keine Zufälle, nur die Kellertür fällt zu!"


     



                                            Fratres carissimi
"Non solum propter tres canonizationes ad hoc Consistorium vos convocavi, sed etiam ut vobis decisionem magni momenti pro Ecclesiae vita communicem. Conscientia mea iterum atque iterum coram Deo explorata ad cognitionem certam perveni vires meas ingravescente aetate non iam aptas esse ad munus Petrinum aeque administrandum.
Bene conscius sum hoc munus secundum suam essentiam spiritualem non solum agendo et loquendo exsequi debere, sed non minus patiendo et orando. Attamen in mundo nostri temporis rapidis mutationibus subiecto et quaestionibus magni ponderis pro vita fidei perturbato ad navem Sancti Petri gubernandam et ad annuntiandum Evangelium etiam vigor quidam corporis et animae necessarius est, qui ultimis mensibus in me modo tali minuitur, ut incapacitatem meam ad ministerium mihi commissum bene administrandum agnoscere debeam. Quapropter bene conscius ponderis huius actus plena libertate declaro me ministerio Episcopi Romae, Successoris Sancti Petri, mihi per manus Cardinalium die 19 aprilis MMV commisso renuntiare ita ut a die 28 februarii MMXIII, hora 20, sedes Romae, sedes Sancti Petri vacet et Conclave ad eligendum novum Summum Pontificem ab his quibus competit convocandum esse.
Fratres carissimi, ex toto corde gratias ago vobis pro omni amore et labore, quo mecum pondus ministerii mei portastis et veniam peto pro omnibus defectibus meis. Nunc autem Sanctam Dei Ecclesiam curae Summi eius Pastoris, Domini nostri Iesu Christi confidimus sanctamque eius Matrem Mariam imploramus, ut patribus Cardinalibus in eligendo novo Summo Pontifice materna sua bonitate assistat. Quod ad me attinet etiam in futuro vita orationi dedicata Sanctae Ecclesiae Dei toto ex corde servire velim."
Ex Aedibus Vaticanis, die 10 mensis februarii MMXIII 

BENEDICTUS PP. XVI




Donnerstag, 11. Februar 2016

Die Emotionen haben mich gelähmt....

Die Vaticanista der italienischen Nachrichtenagentur ANSA, Giovanna Chirri, die die Nachricht von der Demission Benedettos als Erste um die Welt schickte, erzählt bei "La Famiglia Christiana" wie sie die Rücktrittserklärung am 11.2.2013 erlebte.
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"DIE GEFÜHLE HABEN MICH GELÄHMT: DIE JOURNALISTIN, DIE DIE NACHRICHT WEITERGAB ERZÄHLT."

Es war ihre Blitzmeldung von 11:46, die dann am 11.2. 2013 durch die Agenturen um die Welt ging. Giovanna Chirri ist die Vaticanista der ANSA. die der Welt den Rücktritt Benedikts verkündete; Joseph Ratzinger hatte auf das Petrinische Amt verzichtet. Hier ihr Bericht:

"Der 11. Februar war im Vatican ein Festtag wegen des Jahrestages der Lateranverträge. Papst Ratzinger hielt ein Konsistorium zur Kanonisierung einiger Heiliger ab, unter ihnen die hochverehrten Märtyrer von Otranto in Apulien. Der Pressesaal hat einen Festtagsterminplan und wir waren kaum eingetreten, als um 11.00 auf dem Monitor die Bilder des Papstes, von Kardinal Angelo Amato und Msgr. Guido Pozzo erscheinen, vor ihnen zahlreiche der in Rom anwesenden Kardinäle. Der Kardinalpräfekt der Kongregation für Heiligsprechungen spricht lange, in Lateinisch- dann ist es an Benedetto, der den 12. Mai als Datum der Heiligsprechung der Märtyrer von Otranto verkündet. Ich höre "duodecim" und schreibe die Nachricht von der Kanonisierung, schicke sie an mein desk ab und füge das "reloc" Apulien hinzu.

Obwohl das Konsistorium an dieser Stelle beendet sein müßte, bleibt der Papst sitzen und beginnt -immer lateinisch- von einem weißen Blatt abzulesen, das er in der Hand hält.
Er sagt sofort zwei Dinge, daß er die Kardinäle nicht nur wegen der Heiligsprechungsdekrete zusammengerufen habe sondern daß er "etwas für die Kirche Wichtiges zu sagen habe" und daß er alt geworden sei,  "ingravescente aetate" .
Bei diesen Worten war es, als griffe eine Hand mir an den Hals und blase einen Ballon in meinem Kopf auf: 

"Ingravescentem aetatem" war das Dokument, mit dem Paul VI den über-80jährigen Kardinälen das Recht aberkannte, den Papst zu wählen, es sind Worte für die Pensionierung.

Benedikt XVI spricht weiter in seinem Latein, das für mich glücklicherweise sehr viel verständlicher klingt als das von Kardinal Amato, er spricht lange , er sagt, er habe nicht mehr die Kraft um das Schiff Petri in einer immer schnelleren Welt zu lenken. Er erklärt, daß er in seinem Gewissen beschlossen hat,  das Amt zu verlassen und daß die Kardinäle ein Konklave abhalten müßten, um einen Nachfolger zu wählen und legt den Beginn der Sedisvakanz auf den 28. Februar um 20:00 fest.

Ich höre, aber es ist, als ob ich nicht höre, mir bleibt die Luft weg, und die Beine zittern mir beim Sitzen, ich kann sie auch nicht mit den Hände ruhig halten. Im Vatican, wo anscheinend alle an etwas anderes zu denken haben, antwortet mir keiner.

Zur Erinnerung an Papst Benedikt, ein Interview mit Peter Seewald

Neulich hatte ich auf ein Interview mit Peter Seewald bei EWTN hingewiesen und die Sendezeiten gepostet.
Jemand hat mich nun darauf aufmerksam gemacht, dass es das Interview nun bei Youtube gibt.

Daher, passend zum  heutigen Tag, an dem sich die überraschende und ja sagen wir es nur, auch, zumindest mich, immer noch verstörende  Rücktrittserklärung Papst Benedikts zum dritten Mal jährt
hier das Interview, sind teilweise schöne Bilder und Sequenzen eingebaut



Fundstück zum Tage: Besuch aus der Heimat

Gefunden bei la Vigna del Signore und von uns heute einfach so -aber mit Dank-übernommen:

Der Bürgermeister von Altötting, Herbert Hofauer, und Prälat Wilhelm Schraml (emeritierter Bischof von Passau), haben heute den Papa emeritus Benedetto in Mater Ecclesiae besucht, sicher eine besondere Freude an diesem bedeutungsschweren Tag.


 

Quelle: La Vigna del Signore  

Heute vor drei Jahren ...

... gab Benedikt XVI seinen Rücktritt bekannt ...


Auf den Schrecken folgte die Katastrophe.

Bleiben wir deshalb im Gebet verbunden für uns und unsere Kirche und besonders für unseren Papst emeritus.

Der Kardinalstaatssekretär und die verheirateten Priester


Als eine Art Fortsetzung seines Artikels ------  berichtet Sandro Magister bei "Settimo Cielo"
L´Espresso über die Tagung zum Thema "Priesterlicher Zölibat", die vor wenigen Tagen in der Gregoriana-Universität in Rom stattfand. Hier geht´s zum Original:  klicken

"KARDINAL PAROLIN ÜBER VERHEIRATETE PRIESTER: DISKUTIEREN WIR DARÜBER- ABER OHNE EILE"

parolin
"Obwohl es schon vor 3 Jahren geplant wurde, fiel das Treffen vom 4.-6. Februar zum Thema "Der priesterliche Zölibat, ein Weg der Freiheit" in der Päpstlichen Gregoriana-Universität, mit den Kardinälen Marc Ouellet und Pietro Parolin als Relatoren- mit den Vorschlägen zusammen, auch in der Lateinischen Kirche einen verheirateten Klerus zuzulassen, wozu auch Papst Franziskus zu ermutigen scheint. In der Tat haben die beiden Hauptredner der Veranstaltung mit reichen theologischen Argumenten energisch die geltende zölibatäre Disziplin verteidigt. Sie haben aber nicht ausgeschlossen, daß die Kirche in Zukunft neue Ausnahmen zulassen könnte.Kardinal Ouellet ging bis auf das Neue Testament und auf Jesus Christus -als Quelle des kirchlichen Zölibates zurück, erkannte aber an, daß diese Frage eine vollkommen kontroverse sei.
Die Kirchentradition des Zölibates und der Abstinenz der Geistlichkeit ist nicht um das 4. Jahrhundert als eine Art Neuheit begründet worden, sondern als disziplinarische Bekräftigung einer Tradition- sowohl im Osten wie im Westen- die bis auf die Apostel zurückgeht.Nachdem das Konzil von Elvira in Spanien 306 verordnete, daß die Priester verpflichtet sind in perfekter Abstinenz zu leben, kann man verstehen, daß diese Forderung der Kirche der ersten Jahrhunderte sowohl den Zölibat als auch das Verbot der Wiederverheiratung umfaßte und die perfekte Abstinenz derer, die bereits verheiratet sind.
Aber es war Kardinal Parolin, der in seiner Schlußrede die Spirale zu möglichen neuen Ausnahmen eröffnete, über die hinaus, die bereits in den Leitlinien des II. Vaticanischen Konzils zugelassen wurden und in verschiedenen Formen im aktuellen Leben der Katholischen Kirche präsent sind. Hier der Schlussteil seiner Rede. Es ist interessant, seiner Argumentation zu folgen: